Die Fenster der evangelischen Kirche sind mit über 400 Seiten buntem Transparentpapier beklebt. FOTO: AU
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Die Fenster der evangelischen Kirche sind mit über 400 Seiten buntem Transparentpapier beklebt. FOTO: AU

Größte Laterne der Welt?

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein(au). Der Vogelsbergkreis ist ein Landkreis der Superlative. In Homberg-Nieder-Ofleiden gibt es mit der MHI Europas größten Basalt-Tagebau, dort findet auch alle drei Jahre, wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht, eine der größten Demonstrationsmessen für die Roh- und Baustoffindustrie statt.

In Schlitz gibt es seit vielen Jahren schon die größte Adventskerze der Welt. Zu dem letztgenannten Thema passt es, dass man jetzt in Feldkrücken davon ausgeht, mit der erleuchteten Kirche möglicherweise die größte Laterne der Welt zu haben.

"Ich geh mit meiner Laterne …": Für die Kindergartenkinder ist jedes Jahr der Laternenumzug zu St. Martin ein ganz besonderes Fest. Auch viele ältere Kinder und größere Geschwister laufen gerne mit und ziehen mit ihren selbst gebastelten Laternen singend durch die Straßen. In diesem Jahr durfte es gemäß den Richtlinien zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie ein großes und gemeinsames Laternenfest nicht geben.

21 Fenster werden umgestaltet

Die evangelischen Kirchengemeinden Ulrichstein und Feldkrücken hatten sich aber etwas anderes einfallen lassen. Unter dem Motto "Ein Lichtermeer zu Martins Ehr" starteten sie die Aktion Laternenfenster in den beiden Gemeinden, die schnell große Kreise zog. Dank der Küster, Kirchenvorstände und Konfirmanden wurden die beiden Kirchen zu riesigen "Laternen" umgestaltet. Hier ein Kommentar aus sozialen Netzwerken zu Feldkrücken: "Schlitz hat die größte Kerze, Dortmund den größten Weihnachtsbaum und Dubai das höchste Gebäude der Welt. Und Feldkrücken? Wir haben die größte Laterne."

Zumindest wird es wenige Laternen geben, die mehr als 400 Seiten buntes Transparentpapier auf insgesamt 21 Fenster verklebt haben.

Statt des großen Laternenumzugs wurde dazu aufgerufen, in der Zeit vom 9. bis zum Freitag von 15 bis 17 Uhr eine Laterne vor die Haustür oder Laternen in die Fenster zu hängen. So freuten sich die Kinder und auch die Erwachsenen, die sich in dieser Woche mit ihrer Laterne auf den Weg machten, über die vielen Lichter und Laternen in Ulrichstein und Feldkrücken.

Hintergrund der Aktion war, dass die Tage immer dunkler werden und man auch weiterhin Abstand halten muss. Dies mache den Herbst in diesem Jahr so besonders trüb. "Es ist deshalb schön, wenn es uns gelingt, uns gegenseitig ein wenig Licht in die dunklen Tage zu bringen", merkte Pfarrerin Antje Armstroff in ihrem Aufruf an.

In den beiden Kirchengemeinden war dies gelungen, denn gerade am St. Martins-Tag waren einige Eltern mit ihren Kindern in kleinen Gruppen unterwegs.

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