Blick auf die bunte und teilweise kostümierte Gästeschar beim Seniorennachmittag. FOTO: EVA
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Blick auf die bunte und teilweise kostümierte Gästeschar beim Seniorennachmittag. FOTO: EVA

Goethe und knackende Gelenke

  • vonHannelore Diegel
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Gemünden-Burg-Gemünden(eva). Eine wunderbare Stimmung herrschte beim Februar-Seniorennachmittag in Burg-Gemünden. Den zahlreichen Gästen wurde ein Nonstop-Programm geboten, das von Gesangs- und Tanzdarbietungen bis hin zu besinnlichen und lustigen Einlagen alles umfasste. Das Dorfgemeinschaftshaus, in dem die Veranstaltung stattfand, hatte sich in eine bunte Narrhalla verwandelt, in der die Gäste die Darbietungen mit reichlich Applaus belohnten. "Was ist der gerechte Lohn für ein Leben?" Eigentlich kann man diese Frage nicht beantworten, sagte Pfarrerin Ursula Kadelka in ihrer Andacht zu Beginn. Denn was wirklich gerecht ist, "könnten Menschen nicht entscheiden und was für Gott gerecht ist, das kann man nicht wissen". Man könne nur vertrauen, dass Gott es gut mit einem meine und man solle "sein Leben auf keinen Fall mit dem Leben anderer vergleichen und meinen, man käme selbst zu kurz".

"Dancing Stars" begeistern

Sie ging auf das Gleichnis von Jesus mit den Arbeitern im Weinberg ein, das beschreibt, wie die Menschen, die dort unterschiedlich lange arbeiten, den gleichen Lohn bekommen. Diese Geschichte von der Großzügigkeit Gottes sei auch "gleichzeitig die Geschichte vom Neid der Menschen".

Da sich im Februar der Todestag des Comiczeichners und Erfinders der "Peanuts", Charles M. Schulz, jährte, erinnerte Kadelka an Episoden mit der bekannten Figur Charlie Brown, der meistens verliert, aber nie aufgibt und nie seine Würde und seinen Mut verliert. Dabei könne man von Charlie Brown lernen, dass jeder Tag wieder neue Möglichkeiten bietet.

Nachdem allen Geburtstagskindern der vergangenen Wochen wieder ein Liedwunsch erfüllt worden war, standen die "Dancing Stars" vom SV Ehringshausen schon vor der Tür. Sie legten unter Anleitung von Jessica Mohr für die Senioren einen quirligen Gardetanz aufs Parkett, der so gut ankam, dass die kleinen Ballerinen auf Bitten und zur Freude der Gäste ihren Tanz gleich noch einmal wiederholten. Ergänzt wurde das kurzweilige Nachmittagsprogramm mit Beiträgen aus den eigenen Reihen. So trug Helma Reitz ein Mundartgedicht über das Leben vor und brachte den Begriff "ganz schön knackig" auf humorvolle Weise mit dem Knacken der Gelenke bei älteren Menschen in Bezug. Mit der Geschichte "Wie man’s macht, ist es verkehrt" brachte Gertraud Justus auf den Punkt, dass man es anderen nie recht machen kann. Mit der Schilderung einer interessanten Begegnung zeigte sie auf, wie peinlich Vorurteile für einen selbst sein können. Mit der Episode "Goethe. der Dichter" wusste Rudi Brummer auf vergnügliche Weise zu berichten, wie der Dichterfürst eine provokante Herausforderung meisterte.

Faschingsorden verteilt

Er amüsierte des Weiteren mit seinen Vorträgen "Des Pfarrers Katze", in dem es darum ging, wie ein Pfarrer seinem Frust über die Unaufmerksamkeit der Gottesdienstbesucher Luft machte oder auch mit der witzigen Erzählung "Der Rothaarige", die von einen musterhaften Ehemann und dessen nicht ganz so tugendhafter Frau handelte.

Musikalisch untermalten Helma Reitz, Rudi und Irmgard Brummer und Gertraud Justus im "kleinen Chor" das Programm noch mit den Liedern "Trink mit mir ein kleines Bier", frei nach der Melodie "Sing mit mir ein kleines Lied" sowie einem "Irischen Segenswunsch", mit dem auch gleichzeitig die harmonische Nachmittagsveranstaltung ausklang. Wie es in der Faschingszeit Brauch ist, gab es Faschingsorden, die Helma Reitz an alle Aktiven sowie an alle, die in vielfältiger Weise zum Gelingen beigetragen hatten, überreichte.

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