+

Glimpflich davongekommen

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
    schließen

Das war ein Schreckens- szenario: Orkanböen bis in die Niederungen, der Bahnverkehr zeitweise eingestellt, viele Schulen am Montag geschlossen. Am Tag danach zeigt allerdings die Bilanz: Der Vogelsbergkreis ist noch einmal glimpflich davongekommen. Das bedeutet aber noch nicht Entwarnung, denn es stürmt weiter.

Das Sammeln der Schadensmeldungen von Sonntagnacht hat ein positives Ergebnis: Es ist offenbar im Vogelsbergkreis kein Mensch zu Schaden gekommen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die Orkanböen haben auch in der heimischen Region Dutzende Bäume umgeweht, sodass auch viele Straßen nicht mehr passierbar waren. Wie knapp das manchmal sein kann, erfuhren die Insassen eine Fahrzeuges zwischen Eifa und Grebenau, das von umgewehten Bäumen eingeschlossen war und von der Freiwilligen Feuerwehr wieder freigeschnitten werden musste.

Bei der Einsatzzahl von 248 handelt es sich um eine vorläufige Zahl, weil die genauen Rückmeldungen der einzelnen Feuerwehren noch ausstehen und wohl erst nach Beendigung der Sturmlage der Leitstelle zur Nacherfassung im Einsatzleitsystem vorgelegt werden. Das bedeutet, dass die reale Zahl sicher höher liegen wird. Ein Großteil der disponierten Einsätze wurde auch von Hessen Mobil übernommen. Bei den sieben gemeldeten Sachschäden an Gebäuden handelt es sich um abgedeckte Dächer und eingedrückte Fenster.

Wie der Energieversorger Fulda mitteilt, hat das aktuelle Sturmtief im Netzgebiet zu keinen längeren großflächigen Unterbrechungen der Stromversorgung geführt. In der Nacht zum Montag kam es lediglich in Großenlüder-Bimbach zu einem größeren Stromausfall, nachdem ein Ast auf eine Mittelspannungsleitung gefallen war. Bereits nach 18 Minuten konnte die Versorgung der betroffenen 20 Trafostationen wiederhergestellt werden.

Bei solchen extremen Wetterlagen profitiert die RhönEnergie-Fulda-Gruppe nach eigenen Angaben davon, dass in den vergangenen Jahren auch in ländlichen Gebieten viele Freileitungen durch Erdkabel ersetzt worden sind.

Im Einzelnen kam es unter anderem zu den folgenden Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs und von Bauwerken: Zwischen Eifa und Grebenau wurde ein Auto zwischen gefallenen Bäumen eingeschlossen. Die Feuerwehr Alsfeld rückte aus und schnitt das Fahrzeug frei. In Schlitz ist ein großer Baum auf die historische Hallsteinbrücke gefallen, die Brücke wurde gesperrt, nachdem Teile des Gemäuers und des Geländers beschädigt wurden. In Homberg, Gemünden und Kirtorf gab es viele Einsätze, weil Bäume auf Straßen gestürzt sind.

Straßenmeisterei säubert Fahrbahnen

In Münch-Leusel wurde ein Dach abgedeckt, auch dort leisteten Feuerwehrleute Hilfe. In Lauterbach waren einige Bäume umgestürzt, ein abgestellter Wagen wurde dabei beschädigt. Auf der B 254 am Rixfelder Kreuz lag ebenfalls ein Baum um.

Während in der Großgemeinde Romrod die Feuerweh nicht ausrücken musste, lag zwischen Kestrich und Köddingen ein Baum um, zwischen Groß-Felda und der B49 hatte die Feuerwehr die Straße abgesperrt, nachdem mehrere Bäume über der Straße lagen. Dort war es zunächst zu gefährlich, wieder freizuschneiden. Deshalb wurde eine Umleitung über Ermenrod auf die Bundesstraße eingerichtet. Am Montagmorgen waren einige Straßen im Bereich Alsfeld und Homberg noch gesperrt. So haben umgerissene Bäume die Landstraße von Alsfeld nach Schrecksbach im Bereich Ruhlkirchen blockiert. Die Straßenmeisterei hatte auf ihrer Einsatzliste mehrere Bereiche bei Homberg stehen. Denn wenn die freiwilligen Feuerwehrleute der Orte die umgestürzten Bäume zerlegt und an den Rand der Fahrbahn gerollt haben, sind die Mitarbeiter der Straßenmeisterei gefragt. Mit Räumschild und Reinigungsbürsten machten sie den Fahrbahnbelag wieder frei von Ästen, Zapfen und Rindenstücken. Deshalb war am Montagmorgen noch die Straße von Ober-Gleen nach Maulbach gesperrt. Die Gefällstrecke zwischen dem Homberger Stadtteil und Wäldershausen war zwar freigeräumt, aber die Äste mussten noch beseitigt werden.

Auf der Strecke von Dannenrod nach Schweinsberg hat die Feuerwehr ebenfalls Baumstämme weggeräumt. Auf den Straßen von Kirtorf nach Wahlen sowie nach Arnshain waren ebenso Bäume umgestürzt.

Der Sturm hat auch den Verkehr auf der Vogelsbergbahn beeinträchtigt. Bis 9.30 Uhr am Montagmorgen war die Strecke auf der RB 45 zwischen Ehringshausen und Alsfeld gesperrt.

Bis etwa 14 Uhr kam es auf der Vogelsbergbahn noch zu Verspätungen und Teilausfällen. Inzwischen verläuft der Verkehr wieder planmäßig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare