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Dr. Eugene Etse (M.) vom Togolesischen Roten Kreuz lässt sich die Arbeit des DRK in Mücke zeigen.

Gleiches Ziel: Menschen helfen

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Mücke (sf). Sie haben ein gemeinsames Ziel, erreichen es aber mit sehr unterschiedlichen Mitteln. Die Rot-Kreuz-Organisationen in Deutschland und im westafrikanischen Staat Togo sehen sich als Helfer für in Not geratene Menschen, arbeiten aber unter sehr verschiedenen Umständen und mit ganz verschiedenen Hilfsmitteln.

In diesem Sinne tauschten sich jüngst Vertreter der DRK-Bereitschaften aus Mücke mit Dr. Eugene Etse aus, Vertreter des Togoischen Roten Kreuzes. Togo liegt am Golf von Guinea, grenzt an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Es ist zweieinhalb mal so groß wie Hessen, hat aber mit acht Millionen Bürgern nur zwei Millionen Einwohner mehr.

Zunächst wurde der Bereich der Grundausbildung Technik am DRK-Stützpunkt in Nieder-Ohmen besucht. Dort wurden von den Ausbildern Klaus Jäger, Bernd Schultz und Herbert Dörr sowie vom Vorsitzenden Helmut Reitz die vielfältigen Aufgaben des technischen Dienstes gezeigt. Darunter fallen zum Beispiel der Zeltaufbau und der Betrieb einer Notstromversorgung sowie verschiedene Beleuchtungsmittel zum Ausleuchten von Einsatzstellen.

Kommunikation für alle Fälle

Nach den Vorführungen in Nieder-Ohmen ging es mit dem Rot-Kreuz-Vertreter aus Afrika nach Atzenhain. Dort waren verantwortliche Mitglieder der Ortsvereine Atzenhain und Mücke angetreten, um über ihre Arbeit zu berichten. Zunächst wurde das Jugendrotkreuz Atzenhain unter der Leitung von Lisa Kolb besucht.

Diese Gruppe bereitete sich gerade auf den Landeswettbewerb vor. Thema des Unterrichts waren die Verknüpfungen des Roten Kreuzes auf internationaler Ebene, sodass der Gast den Jugendlichen von seinen Aufgaben in Togo und von den dortigen Problemen wie Malaria und der Trinkwasserversorgung berichten konnte. Auch berichtete er über die Blutspende in Togo.

Im Anschluss zeigte Frank Schäffer, Vorsitzender und Bereitschaftsleiter in Atzenhain, die Feldküche auf einem großen Wagen mit eingebauter Kücheneinrichtung. Auf diesem Fahrzeug kann das Rote Kreuz in kürzester Zeit bis zu 250 Portionen Essen zubereiten, um etwa nach einer Notlage wie einem Busunfall oder einem Großbrand Personen zu versorgen. Dazu gehört auch der Betreuungslastwagen, der die Feldküche zieht und Zelte sowie weiteres Material für Notunterkünfte geladen hat.

Weiter ging es mit dem Fernmeldedienst der Bereitschaft Mücke. Dazu zeigte Veit-Hans Borgmann Techniken, um in Notlagen die Kommunikation an den Einsatzstellen aufrechtzuerhalten. Ein weiteres Fahrzeug, welches in Mücke stationiert ist, stellte Marius Zimmer, Bereitschaftsleiter des dortigen DRK, vor. Es handelt sich um den Gerätewagen Sanität. Er ging auf die Beladung des Fahrzeuges ein, die von der Krankentrage bis zu Beatmungsgeräten reicht, um Patienten an Einsatzstellen adäquat zu versorgen.

Zum Schluss informierte Bereitschaftsleiter Frank Schäffer noch einmal über die Erste-Hilfe-Ausbildung. Der Gast aus Togo zeigte sich von den vorgestellten Dingen sehr angetan. Anschließend fand ein Austausch über die in Togo vorhandene Technik statt, die mit der hiesigen allerdings nicht zu vergleichen ist. Kreisbereitschaftsleiter Ulf Immo Bovensmann sowie Robin Steih, Bereitschaftsleiter des DRK Romrod, gingen zum Abschluss auf die ehrenamtliche Arbeit des Roten Kreuzes im heimischen Kreisverband Alsfeld ein.

Bovensmann stellte heraus, dass es ohne die Vielzahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht möglich sei, solch eine umfangreiche Arbeit zu leisten. Dies sei in Togo nicht anders, so Eugene Etse, da man gerade dort Helferinnen und Helfer brauche, die sich Problemen wie Malaria stellen und im Katastrophenfall wissen, was zu tun ist.

Das Deutsche Rote Kreuz hat in der Gemeinde Mücke rund 100 aktive Helferinnen und Helfer, die sich im Katastrophenschutz und in der Sozialarbeit engagieren, dazu kommen noch über 100 Kinder und Jugendliche im Jugend-Rotkreuz.

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