Ein Leerrohr für Glasfaser ragt aus dem Erdreich. In Gemünden kommt ein Glasfaserausbau, wenn mindestens 40 Prozent der Haushalte mitmachen. SYMBOLFOTO: DPA
+
Ein Leerrohr für Glasfaser ragt aus dem Erdreich. In Gemünden kommt ein Glasfaserausbau, wenn mindestens 40 Prozent der Haushalte mitmachen. SYMBOLFOTO: DPA

Glasfaserkunden gesucht

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
    schließen

Die Gemündener wollen einen guten Anschluss an die Internetwelt. Bislang gibt es nur einen Flickenteppich. Deshalb ist die Erwartungshaltung an die Firma TNG sehr hoch, die einen Glasfaserausbau in Aussicht stellt. Zu einem ersten Info-Abend kamen rund 50 Besucher.

Einfach ist anders. Ging es bisher um Begriffe wie LTE und Richtfunkstrecken, so kommen jetzt Glasfaser und FTTH dazu. Dabei geht es nur darum, dass Menschen gut ihr Handy oder einen Computer nutzen können. Das ist seither in den sieben Gemündener Ortsteilen sehr unterschiedlich möglich - oder auch nicht. Schwierig ist es in Otterbach, Rülfenrod und Elpenrod, in Nieder-Gemünden ist die Telekom ein Anbieter, in Ehringshausen gibt es LTE-Anschlüsse über Funk mit unzufriedenen Kunden, und in Burg-Gemünden gibt es auch die Anbindung über Funkverbindungen. In Hainbach hat ein Anbieter nachgebessert, aber optimal scheint anders. Vor diesem Hintergrund verspricht die Firma TNG aus Kiel jetzt Besserung: Mit Glasfaser bis in die Häuser sollen Übertragungsraten von 500MBit/s möglich sein - wenn wenigstens 40 Prozent der Haushalte aus einer Region mitmachen. Mit rund 50 Besuchern war eine Informationsveranstaltung von TNG in der Mehrzweckhalle sehr gut besucht. TNG-Berater Maik Müller erläuterte das Angebot, aus den Reihen der potenziellen Kunden kamen wenigstens zwei Dutzend Fragen.

"Es ist kein Geheimnis, dass wir die 40 Prozent noch nicht erreicht haben. Es gibt aber noch viele Veranstaltungen in den Gemeinden", zeigte sich Müller optimistisch. Im Vergleich zu anderen Gemeinden sei das Interesse bisher sehr groß gewesen. Am 8. Oktober ist Vertragsschluss, TNG wird die Zahl der Anschlusswilligen gewichtet und prüfen, welcher Ausbau wo möglich ist. Kommt es zu keinem Ausbau, werden die betreffenden Verträge gelöscht.

Neben Gemünden sind im Vogelsbergkreis von TNG noch Grebenau und Romrod zum Anschließen vorgesehen, dabei ist die Schwelle von 40 Prozent die Hürde, die es zu schaffen gilt. Diese 40 Prozent sind nach Angaben von Müller über alle Orte zu betrachten, die Interessenten werden kumuliert. Erst ab dieser Marke kann komplett ausgebaut werden. Sollte ein Ort aber extrem wenige Verträge ergeben, bliebe offen, ob alles in einer Großgemeinde angeschlossen werde. Gebe es etwa eine Straße ohne einen Vertrag, könne dort nicht ausgebaut werden.

Warum ist eine Glasfaserleitung sinnvoll? Die Corona-Krise habe gezeigt, wie nötig das für berufliche und schulische Zwecke sei, betonte Müller. Die alten Kupferleitungen können die nachgefragte Datenmenge nicht leisten. Verkaufte Leitungsgeschwindigkeiten würden mit zunehmender Zahl der Nutzer sinken. Die angebotene Übertragungsgeschwindigkeit werde bei Glasfaser hingegen jederzeit zur Verfügung stehen.

Die beste Lösung ist Glasfaser bis ins Haus (FTTH), von dort kann über moderne Kupferleitungen oder WLAN ohne wesentlichen Datenverlust weitergeleitet werden. "Glasfaser hat sich gerade mal warmgelaufen, egal, welche Datenmengen noch kommen werden, Glasfaser geht nicht die Puste aus", zeigte sich Müller von der angepriesenen Technologie überzeugt. Ein Glasfaseranschluss sei außerdem auch ein Verkaufsargument für ein Haus oder ein Plus bei Vermietung.

"Sie befinden sich hier im Telekomland. Wie kommen Sie mit der Telekom klar?", lautete eine der Fragen aus dem Publikum. Nachdem die Telekom bisher nichts unternommen habe, versuche es jetzt TNG, sagte Müller. "Wir sind getrennte Unternehmen, aber wo es Zusammenarbeiten gibt, ist diese gut." Die Gemeinde sei ebenfalls an Anschlüssen interessiert.

"Anfang Februar 2022 ist der sportliche Plan", nannte Müller als Zeitfenster, in dem TNG frühestens alle Anschlüsse verlegt haben kann - wenn das Interesse aus der Bürgerschaft entsprechend ist.

Einige der rund 50 Besucher äußerten sich nach der Veranstaltung gegenüber der AAZ positiv zu dem Angebot im Allgemeinen. Sie waren gekommen, um einige Sachfragen wie mehrere Telefonnummern zu klären. Die aktuellen 16 MBit/s seien nicht mehr zeitgemäß, wenn man Heimarbeit habe, streamen, Musik hören und im Internet surfen wolle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare