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Glasfaser für ganz Mücke

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Von: Joachim Legatis

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Über schnelleres Internet in Bernsfeld freuen sich (v. l.) Ortsbeiratsmitglied Peter Wiederhold, Bürgermeister Andreas Sommer, Oliver Reitz und Ingo Saur (Firma Goetel). © Jutta Schuett-Frank

Fernsehen per Streaming, Computerspiele, private Kommunikation und das Arbeiten von Zuhause bringen Telefonkabel zum Glühen. Deshalb rüstet der Vogelsberg mit Glasfaserleitungen auf. Dabei sorgen bei Privatleuten Unternehmen wie Telekom, Goetel oder TNG Stadtnetz für Beschleunigung. In Mücke sind zwei Firmen aktiv.

Mücke hält den Anschluss an das Internetzeitalter und macht sich für Familien attraktiv, die in die Großgemeinde ziehen. Doch wie schnell der Anschluss der Häuser an die schnellen Leitungen vorankommt, das hängt vom jeweiligen Ort ab. So sind Bernsfeld und Höckersdorf als erste dran.

Jedenfalls will die Firma Goetel alle zwölf Mücker Ortschaften mit Glasfaseranschlüssen ausstatten, wie Bürgermeister Andreas Sommer und ein Goetel-Sprecher mitteilen. Dabei sollen selbst diejenigen Straßenzüge neue Datenleitungen erhalten, in denen kein Anwohner einen Vertrag mit dem Unternehmen aus Göttingen abgeschlossen hat. So können auch spät Entschlossene noch an das schnelle Datennetz kommen.

Eine Besonderheit ist, dass in den Neubaugebieten Wallenbach und Flensunger Hof von der Gemeinde Mücke Leerrohre verlegt wurden. Dort hat die Telekom auf Drängen der Kommune Glasfaserkabel eingezogen.

Verbesserungen sind angekündigt, dabei sind die Bernsfelder und Höckersdorfer vorne, wie der Goetel-Sprecher zum weiteren Ausbaustatus mitteilt. In Bernsfeld ist FTTC, also Glasfaser bis zum Verteiler, derzeit bereits aktiv. Erste Kunden sind schon aufgeschaltet und sobald die letzten Arbeiten an der Anschlussleitung erfolgt sind, soll dann auch der Regelbetrieb starten. Bürgermeister Andreas Sommer und Peter Wiederhold vom Ortsbeirat konnten sich bei einem Vor-Ort-Termin mit Goetel-Vertretern über die Technik und den Status der Anschaltung informieren.

In Ober-Ohmen befindet man sich kurz vor der Fertigstellung von FTTC. In Höckersdorf ist der Ausbau Anfang November abgeschlossen. Nach dem Abschluss der Bauphase werden die Kunden schrittweise geschaltet.

In Bernsfeld und Höckersdorf soll noch in diesem Jahr damit begonnen werden, die Glasfaserleitungen bis in die Häuser zu verlegen. Für Ober-Ohmen ist der Start dieser Arbeiten laut Goetel noch nicht festgelegt. Die Zahl der Vorverträge ist in den Mücker Ortschaften unterschiedlich. So sind in Nieder-Ohmen und Sellnrod 43 Prozent der Haushalte dabei. Groß-Eichen hat eine Quote von 46 Prozent erreicht, Flensungen und Merlau liegen bei 30 und 32 Prozent.

Datenvolumen nimmt weiter zu

Das Thema beschäftigt die Menschen in der Großgemeinde seit längerem. So hatte sich schon vor Jahren die Interessengemeinschaft in Bernsfeld gegründet, um die mangelhafte Anbindung des Ortes zu beheben. Deshalb ist der Ortsteil nun auch bei den ersten, in denen Goetel ausbaut. Noch bis Juni waren zwei Telekommunikationsanbieter in der Gemeinde aktiv, Goetel und TNG Stadtnetz. Bei einer Bürgerversammlung in Nieder-Ohmen zur Glasfaser-Zukunft in Mücke erläuterte der Breitbandberater Dennis Pucher, wie wichtig eine schnelle Datenleitung ist. Die Datenmenge bei der Nutzung des Internets verdoppelt sich alle fünf Jahre. Deshalb riet Pucher dazu, Glasfaser bis ins Haus verlegen zu lassen.

Aktuell setzt die Telekom auf Glasfaseranbindung bis zu einem Verteilerkasten im Ort. Das Kabel von dort bis zu den Häusern ist aus Kupfer. Damit lässt sich eine Datenrate von bis zu 250 Megabit pro Sekunde erreichen. Das reicht vielen Hauseigentümern, ist aber nicht die Technik der Zukunft. In der Großgemeinde Mücke sei für 75 Prozent der Haushalte 100 MBit/sec machbar, dazu kommt noch eine gute Mobilfunkabdeckung.

Nach der Versammlung im Juni teilte TNG Stadtnetz dann mit, aus der Vermarktung von Glasfaseranschlüssen in Mücke auszusteigen. Es hatten sich nicht genug Mückerinnen und Mücker gefunden, die einen Vorvertrag mit der Firma abgeschlossen haben.

Die Telekom setzt nur bei Neubaugebieten auf Glasfaser bis ins Haus. In den alten Ortslagen wird Glasfaser bis zu den Verteilerkästen gezogen, die letzten Meter mit Kupferleitungen überbrückt. Das ermöglicht Datenraten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde im Download. Bei Glasfaserleitungen bis ins Haus ist man schneller dabei, Goetel bietet bis 1000 MBit/sec.

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