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Ab kommender Woche gilt im Einzelhandel 2G, dann dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in der Innenstadt auf Geschenkejagd gehen.

Neue Coronamaßnahmen

Gießener Händler zu 2G: Wenigstens kein Lockdown

Wieder steht Weihnachten kurz vor der Tür, wieder gibt es Corona-Einschränkungen: 2G. Zum Glück keinen Lockdown - da sind sich Geschäftsinhaber in Gießen einig.

Es wird bei uns jeder zu seinen Weihnachtsgeschenken kommen«, da ist sich Dirk Lonthoff, der Inhaber der Bastlerzentrale und des Spielwarengeschäfts Fuhr, sicher. Die neusten Corona-Maßnahmen des Landes Hessen bedeuten zwar kurz vor Weihnachten erneut Einschränkungen für den Einzelhandel. Die 2G-Regel ist für die Ladeninhaber aber das kleinere Übel, vor allem im Blick auf den Lockdown des vergangenen Jahres. Trotzdem stehen die Unternehmer vor einer wirtschaftlichen Herausforderung.

Am Dienstag hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bekanntgegeben, dass im hessischen Einzelhandel - mit Ausnahme der Geschäfte des täglichen Bedarfs wie dem Lebensmittelhandel oder Apotheken - ab Sonntag, 5. Dezember, die 2G-Regel gilt. Dann müssen Kunden beim Einkaufen entweder geimpft oder genesen sein. Markus Pfeffer, der Geschäftsführer des »Business-Improvement-District« Seltersweg (BID), hofft darauf, dass die Kunden davon auch Gebrauch machen: »Das Weihnachtsgeschäft muss das bisher schlecht laufende Jahr kompensieren.«

Gießener Händler zu 2G: Lange Schlangen vermeiden

Wie die 2G-Kontrollen umgesetzt werden müssen, steht noch nicht fest, da die Verordnung vom Land noch nicht veröffentlich wurde, aber der Geschäftsführer der Gießener Karstadt-Filiale ist zuversichtlich, dass es nicht zu längeren Schlangen im Seltersweg kommen wird. Lothar Schmidt sagt: »Wir haben, als wir die Begrenzung der Kundenanzahl kontrollieren mussten, bereits gezeigt, dass sich die Warteschlangen durch Einlasskontrollen im Rahmen halten.« Karstadt will weiterhin mehrere seiner Eingänge geöffnet halten, um die Situation zu entzerren. Lonthoff hingegen gibt für die Stadt zu bedenken, dass sich ansonsten die Warteschlangen mit dem Trubel des Weihnachtsmarktes vermischen würden: »Das wäre für den Infektionsschutz nicht allzu glücklich.«

Während es größeren Geschäften leichter fällt, Personal für die Einlasskontrollen abzustellen, stehen Läden mit nur wenigen Mitarbeitern vor einem Problem. Diana Blonski-Dreyer ist die Inhaberin der Dar-Ling Boutique und weiß noch nicht, wie sie die neue Corona-Verordnung umsetzen wird. Denn bis auf samstags stehe Blonski-Dreyer meist alleine in ihrem Laden hinter der Kasse, »und ich kann es mir auch nicht leisten, extra jemanden anzustellen, der den Eingang kontrolliert.«

Gießener Händler zu 2G: Dezember ist der wichtigste Monat

Trotzdem ist auch Blonski-Dreyer erleichtert, dass nur die 2G-Regelung beschlossen wurde. Sie sagt: »Ich bin froh, dass wir überhaupt weiter aufmachen dürfen.« Tatsächlich habe die Geschäftsführerin bis jetzt damit gewartet, ob sie überhaupt Ware für das Weihnachtsgeschäft bestellt. Blonski-Dreyer hofft nun darauf, dass die Kundschaft wegen 2G nicht ausbleiben wird. »Aber ich bin mir sicher, dass meine Kunden vernünftig sind.« Der Karstadt Geschäftsführer hingegen rechnet durch die Maßnahmen mit weniger Einnahmen im Weihnachtsgeschäft: »Es gibt eine große Zahl Ungeimpfter, die jetzt nicht mehr einkaufen kann.«

Und auch Lonthoff ist sich sicher: »Das wird zu Umsatzeinbußen führen, die Frage ist nur in welcher Größenordnung.« Der Geschäftsführer plant derweil, auch Menschen, die weder geimpft noch genesen sind, die Möglichkeit zu geben, Geschenke einzukaufen. Wie bereits vergangenes Jahr will Lonthoff zum Beispiel bei Fuhr eine Abholstation einrichten.

Gießener Händler zu 2G: Verständnis für Maßnahmen

Und trotz des Mehraufwands kurz vor Weihnachten zeigt der Geschäftsführer der Bastelzentrale vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens Verständnis für die 2G-Regel: »Es ist klar, dass man Maßnahmen ergreifen muss.« Aber der Dezember sei für viele Einzelhändler auch der wichtigste Monat im Jahr. Lonthoff sagt: »Und schon das zweite Jahr in Folge gibt es genau dann Einschränkungen.«

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