Weiterbau der A 49

Für Gespräch von A 49-Gegnern mit B 3-Anrainern

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Ich möchte mit dem vorliegenden Leserbrief noch einmal auf die CDU/DEGES-Werbeveranstaltung pro A 49 vom vergangenen Donnerstag in Alsfeld Angenrod zurückkommen.

Die CDU offenbart, wie auch auf dieser Veranstaltung deutlich wurde, auf allen Ebenen - Kreis, Land und Bund - in Fragen von Natur- und Umweltschutz ein völlig aus der Zeit gefallenes Selbstverständnis. Sie hat in keiner Weise begriffen, dass in Zeiten der Klimakatastrophe und des sich immer dramatischer entwickelnden Artensterbens die Argumente von vorgestern nicht mehr verfangen. Und dass "Verkehrswende" ganz etwas anderes zur Folge haben muss, als die Umstellung auf Elektromobilität. Von daher erscheint es mir auch nicht lohnend, auf die von den CDU-Akteuren vorgebrachten Argumente im Einzelnen einzugehen.

Ich möchte allerdings auch die Pro-A49-Initiative, im Besonderen die B 62-Anrainer in Leusel und Angenrod (und weiteren Ortschaften), ansprechen.

Glauben Sie mir, dass ich selbst - und das kann ich sicher stellvertretend für alle A 49-Gegner sagen - Ihre Hoffnungen und Wünsche nach verkehrlicher Entlastung nur zu gut nachvollziehen kann. Ich möchte nicht mit Ihnen tauschen! Nur - rechtfertigt dies, anderen Orten ein ähnliches Schicksal zuzumuten und deren Nahumgebung einer beispiellosen Umweltzerstörung auszusetzen? Aber vor allem: Wird am Ende die von Ihnen herbeigesehnte Entlastung überhaupt eintreten?

Der Alsfelder Armin Ruckelshaußen hat vor wenigen Wochen in einem Leserbrief überzeugend dargelegt, dass eine Entlastung der B 62 zwischen Alsfeld und Kirchhain sehr unwahrscheinlich ist. Geradezu entlarvend ist daher die Erklärung der DEGES, dass keine Verkehrsprognose für die B 62 für den Fall eines Durchbaus der A 49 vorliegt, "man sich aber um eine solche bemühen werde".

Ich habe in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Ebenen Erfahrungen mit der DEGES gemacht, und würde - zurückhaltend ausgedrückt - deren Glaubwürdigkeit nicht ganz hoch ansetzen. Die vorstehende Erklärung, weniger wohlwollend interpretiert, klingt in etwa so, als ob die DEGES eine Entlastung der B 62 für ziemlich ausgeschlossen hält. Leider käme eine solche Erkenntnis zu spät, wenn die A49 tatsächlich gebaut würde. Und das werden wir mit aller Kraft zu verhindern versuchen!

Es ist unredlich, aber seit Jahrzehnten praktizierte hessische Verkehrspolitik, die Anrainer viel befahrener Straßen quasi zu Geiseln zu machen, um Druck von unten auf den Weiterbau der A 49 aufzubauen, statt die Probleme anderweitig zu lösen oder zu mindern.

Die Anwohner der B 3 werden das bestätigen. Denken Sie einmal darüber nach in Leusel, Angenrod, ... Wir würden uns gerne mit Ihnen im persönlichen Gespräch austauschen.

Dr. Wolfgang Seim, Homberg

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