Hobbymaler Bernd Kämper mit einigen seiner Arbeiten in der umfangreichen Bildergalerie. FOTO: EVA
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Hobbymaler Bernd Kämper mit einigen seiner Arbeiten in der umfangreichen Bildergalerie. FOTO: EVA

Der gerne Pferde malt

  • vonHannelore Diegel
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Wenn man etwas gut kann, machen auch über 40 Jahre Pause nichts aus, wieder an Gelerntes anzuknüpfen. Bernd Kämper hat in seiner Schulzeit gerne Pferde gemalt, war durch seinen Beruf dann aber technisch ausgerichtet. Erst als Senior in einer Kur wurden die alten Fähigkeiten wieder geweckt. Jetzt sind seine Bilder in Ausstellungen zu sehen.

Mein ganzes Haus ist inzwischen ein Atelier", sagt Hobbymaler Bernd Kämper aus Atzenhain. Obwohl er inzwischen im ausgebauten Dachstuhl sein Studio eingerichtet hat, sind seine Bilder überall in der Wohnung zu finden. Eigentlich war jetzt im Oktober eine Ausstellung im Rahmen des Grünberger Gallus-Marktes geplant. Doch weil Grünbergs Traditionsmarkt angesichts der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfällt, kommt es auch nicht zur Ausstellung.

Seit zehn Jahren hat Bernd Kämper seine Leidenschaft zur Malerei neu entdeckt. Eine Liebe zur Malerei und zum Gestalten, auf die er gerne seinen Beruf aufgebaut hätte. "Schon in der Schulzeit war malen für mich mein Ein und Alles, konnte ich so doch meine ganze Kreativität und Fantasie darstellen", erzählt er und weist auf bemerkenswerte Bleistiftzeichnungen aus seiner Kinder- und Jugendzeit hin. Schon damals hätten Pferde, die er auch heute immer wieder gerne malt, zu seinen Lieblingsmotiven gehört.

Im westfälischen Wiescherhöfen (Landkreis Hamm) wurde Bernd Kämper 1950 geboren. Nach der Schulzeit begann er zunächst eine Lehre im Kunsthandwerk in der bekannten Schmuckstadt Idar-Oberstein. "Als Stahlgraveur lernte ich künstlerisches und grafisches Zeichnen sowie Gestalten und entwarf in der Lehre Schmuckstücke, die anschließend als Modelle aus Stahl gefertigt wurden", erinnert er sich. Leider habe er sich nach dem ersten Lehrjahr von dieser kreativen Arbeit verabschieden und die Lehre abbrechen müssen. Wegen einer neuen Arbeitsstelle des Vaters zog die Familie nach Grünberg um. Bedauerlicherweise gab es dort damals keinen adäquaten anschließenden Platz zur weiteren Ausbildung als Stahlgraveur. Deshalb sattelte Bernd Kämper um und erlernte den Beruf des Elektrotechnikers.

Zur Malerei fand Bernd Kämper erst 2010, im Zusammenhang mit einer Erkrankung und anschließendem Kuraufenthalt zurück, und er sagt: "Ich besann mich endlich wieder aufs Malen und stellte fest, dass mir dieses Hobby neue Kraft gibt".

Ideen im Urlaub

Seine Anregungen holte er sich überwiegend aus der Natur oder auch durch Fotos und Skizzen während Urlaubsfahrten. "Da hatte ich die Zeit und Muße dafür und habe auch gemerkt, dass mir das guttut".

Durch Malkurse an der Volkshochschule Gießen und durch Kurse mit anderen Künstlern erweiterte er im Laufe der Jahre immer wieder seine Kenntnisse. Zu seinen Motiven gehören vor allem Landschaften und Tiere, die unter anderem durch ihre Farbigkeit beeindrucken und heiter und leicht wirken.

Seine Präsentationen umfassen inzwischen ebenso zahlreiche Werke in Acryltechnik, als auch beeindruckende Bleistift- und Kreidezeichnungen sowie Collagen, unter anderem auch mit Steinen. Denn Bernd Kämper ist davon überzeugt, dass sich gerade Steine dazu eigenen, um Lebenserfahrungen zu symbolisieren. In einer weiteren Bilderserie hat er seine Empfindungen und Eindrücke im Rahmen der Zuwanderung von Asylsuchenden im Jahr 2015 dokumentiert und verarbeitet.

Bernd Kämper hatte schon Gelegenheit seine Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu gehört eine Ausstellung in Amöneburg, in der er Bleistiftzeichnungen von historischen Amöneburger Gebäuden und Mauerresten sowie eine Collage, die das Basaltmassiv zusammen mit schönen Motiven aus den Stadtteilen beeindruckend präsentierte, oder die Darbietung seiner Bildergalerie im einstigen "Kunstcafé am Windhainer See" in Mücke.

Sehr beachtenswert sind auch eine Bleistiftzeichnung über eine Ortsansicht von Erfurtshausen, die in dem Amöneburger Stadtteil ausgestellt wurde, Zeichnungen und Bilder von Grünbergs Diebsturm und Wartturm sowie eine eindrucksvolle detaillierte Grünberger Stadtansicht.

Gerne, so informiert Bernd Kämper, öffnet er nach Absprache und Anmeldung Besuchern sein umfangreiches Atelier, oder übernimmt auch Auftragsarbeiten. Dazu können sich Interessierte bei ihm telefonisch unter der Nummer 0 64 01/72 17 melden.

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