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Das Männerballett zeigt einen akrobatischen Tanz. FOTOS: SF

Gereimte Hausschlachtung

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Mücke-Ruppertenrod(sf). Tolle Faschingsstimmung und das in leichten Nostalgieambiente bei tollen Tanzgruppen und schönen Büttenbeiträgen: Das Moderatorenteam mit Tanja Pumm, Loris Plate und Lucian Schindler hatte ein brillantes närrisches Programm zu moderieren.

Die Funkengarde und die Sternchengarde waren die jüngsten Stars, die tänzerisch das närrische Volk begeisterten. Für die richtige Begleitmusik sorgten die Techniker Timo Rühl und Roland Bender und Haralds Band rockte zur Faschingsmusik. Witzig ging es mit Opa (Günter Zeuner) und seinem Enkel (Robin Myska) weiter. Der eine wollte "turnen bis zur Urne", doch das Programm läuft nicht so gut. Sie lieferten sich ein lustiges Duell, doch der Opa sei unbewaffnet, so ließ sich der flapsige Enkel ein.

Schwungvoll verzauberten die Silberfunken das närrische Auditorium, während Nico und sein Alter (Nico und Christian Horst) das Publikum mit spaßigen Geschichten erfreuten. Sie berichteten, dass man mit minutenlangen Whatsapp-Sprachnachrichten bombardiert werde, und beim Abspielen müssten alle zuhören. Sie hatten auch festgestellt, dass man zwar beim Einreisen nach Deutschland keine Papiere braucht, aber in einer Bäckerei ohne Bon nichts läuft.

Youtube-Heini statt Peter Lustig

Als Gastvereine wurden die Karnevalisten aus Ober-Ohmen und Groß-Eichen begrüßt. Lustig waren auch die eingebauten Werbepausen mit Onkel Otto und den Mainzelmännchen. Die beworbenen Produkte wurden nachgestellt, allerdings von Personen der Gruppe "Die Pressköpp". Sie erfreuten mit einigen Werbesendungen, unter anderem zu den "Werthers Echten". "Die Nachtigallen vom Kirschenberg" sind immer fester Bestandteil der Sitzung. Sie erfreuten mit Live-Gesang und das textsichere Publikum unterstützte sie bei den Vorträgen. Ausgewählt hatten sie die Lieder "Dein ist mein ganzes Herz", "I will nur zurück zu Dir", "Macho, Macho" und "Wenn ich König von Deutschland wär". Passend zu den Liedern gab es die Geschichte dazu. Die Gruppe "Natural Moves" aus Burg-Gemünden veranstaltete dann eine "Hexenjagd" auf der Bühne.

"In den 1980er und 90er Jahren war alles besser und Peter Lustig hat einem die Welt erklärt", daran erinnerte Mirko Faust. Heute nerve da so ein Youtube-Heini. Auch habe man damals noch gewusst, "ob man Junge oder Mädchen war, und ›D‹ für Divers gab es noch nicht. ADHS wurde mit einer Ohrfeige geheilt, und heute sind alle RTL-2-geschädigt." Herrliche Vergleiche in spaßiger Form servierte Mirko Faust zum Thema "Früher war alles besser..."

Das Aushängeschild des Karnevalsvereins ist die Prinzengarde. Die Mitglieder zeigten einen wunderschönen Gardetanz. Herrlich waren sie in ihren neuen Kostümen anzusehen. Das Duo "De Klose en de Hof" war wieder meisterlich. Der gestandene Wirt hatte einen vornehmen Gast zu bewirten, der sich alles erklären ließ. Selbst die Hausschlachtung wurde hinterfragt und in Reimform dem närrischen Publikum serviert. "Felix Fusel", man nennt ihn auch "Zuhälter von der Ludwigstraße", begeisterte mit seinem Vortrag. Lückenlos plauderte er über seine WG-Erfahrung, auch mit Veganern. Heutzutage hießen die Mädchen Alnatura und die Jungs Demeter.

Wenn Männer die Bühne erobern, ist das immer ein Highlight. So war es auch beim RKV-Männerballett. Sie mussten eine Zugabe tanzen und das närrische Volk jubelte ihnen zu. Tradition ist es, dass die "Pressköpp" das Finale einläuten. In diesem Jahr griffen sie in die Trickkiste und ließen die Mini-Playback-Show wieder aufleben. Kinder verschwanden in der Zauberwand und die "großen" Interpreten kamen auf der anderen Seite wieder heraus. Von Peter Cornelius über Matthias Reim bis zu den Ärzten konnte man alle bestaunen, zu hören waren Hits wie "Sex Bomb" oder "Summer of 69".

Maria Rühl, Isabel Raßner, Doreen Stein, Luisa Kratz, Antonia Raßner und Lea Gerhard sind die Trainerinnen der tollen Tanzgruppen.

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