So wird Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt

Gemünden-Elpenrod (kan). Mit einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Programm wurde am Samstagabend das 30-jährige Bestehen des Dorfgemeinschaftshauses gefeiert.

Gemünden-Elpenrod (kan). Mit einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Programm wurde am Samstagabend das 30-jährige Bestehen des Dorfgemeinschaftshauses gefeiert. Im Juli 1977 sei Baubeginn gewesen, erinnerte Ortsvorsteher Gerhard Rühl zur Begrüßung. Im September 1978 konnte dann die Einweihung gefeiert werden, allerdings nur in einem kleinen Rahmen, weil der Raum zu klein für eine größere Feier war. Das Dorfgemeinschaftshaus ist ein Raum für das dörfliche Leben und wichtig für die Gemeinschaft. "Dort treffen sich die Menschen, wenn im Ort etwas los ist", führte Gerhard Rühl aus, das Dorfgemeinschaftshaus werde häufig von Vereinen und für private Feiern genutzt.

Herbert Kömpf gab weitere Erläuterungen zur Entstehung des Raumes. 30 Jahre sei zwar kein übliches Jubiläum, sagte er, aber für die Elpenröder von großer Bedeutung. Denn ohne Dorfgemeinschaftshaus sei der Ort kaum vorstellbar. Früher habe es in Elpenrod noch drei Gaststätten gegeben, jetzt sei ohne das Dorfgemeinschaftshaus kein öffentlicher Raum mehr vorhanden. Ende der 60-er Jahre sei diskutiert worden, ob man das alte Schulgebäude verkaufen oder zu einem Dorfgemeinschaftshaus mit einem Raum für die Feuerwehr umbauen solle.

Schließlich habe man sich zum Verkauf entschlossen und auch rasch einen Käufer gefunden. Obwohl diese Entscheidung auch später noch oft zu Diskussionen führte, ist sich Herbert Kömpf sicher, dass der Verkauf im Nachhinein die richtige Lösung war. Vom Verkaufserlös konnte der finanzielle Grundstock für einen Neubau gelegt werden. Kurz darauf wurde die Planung für ein neues Dorfgemeinschaftshaus in Auftrag gegeben. Der Beschluss zur Gründung der Großgemeinde Gemünden durchkreuzte aber 1971 erst einmal alle Pläne. Es waren andere Maßnahmen wichtiger, etwa der Aufbau eines Kindergartens. Erst 1974 kam das Thema Dorfgemeinschaftshaus wieder ins Gespräch, allerdings gab es dann nur noch Zuschüsse für den Umbau von alten Schulgebäuden. Doch dank der Rücklagen aus dem Verkauf und intensiver Bemühungen wurde Elpenrod trotzdem wieder in das Förderprogramm aufgenommen, allerdings mussten einige Änderungen in Kauf genommen werden. So konnte etwa die bisher geplante Kegelbahn nicht realisiert werden.

Der Spatenstich für das neue Dorfgemeinschaftshaus fand dann im Juli 1977 statt, der Spaten von diesem Tag hängt noch heute im Eingangsbereich. Eine Woche nach der offiziellen Schlüsselübergabe fand ein "Tag der offenen Tür" für die Bevölkerung statt, bei dem sie sich vom Ergebnis ihres großen Einsatzes überzeugen konnte. Die evangelische Kirche hatte sich an den Baukosten beteiligt und darf aus diesem Grund die Räume kostenlos nutzen. Aber auch für öffentliche und private Veranstaltungen wird das Dorfgemeinschaftshaus seit 30 Jahren rege genutzt. Anfang der 80-er Jahre wurde der Park- und Festplatz unterhalb des Hauses angelegt und der niedrige Keller zu normaler Raumhöhe ausgebaut. Diese Arbeiten wurden von den Elpenrödern in Eigenleistung vorgenommen. Im Zuge der Dorferneuerung wurde dann der Eingangsbereich neu gestaltet. Weil es im Dorfgemeinschaftshaus oft sehr eng war, wurde 1991/1992 der Wunsch nach einem Anbau laut, der zwei Jahre darauf auch verwirklicht wurde. Zur Straße hin wurden fünf Meter an den bestehenden Raum angebaut, auch dabei half die Bevölkerung tatkräftig mit. Im gleichen Jahr wurde auch eine begehbare Kühlzelle eingebaut. Viele Vereine haben über die Jahre immer wieder angepackt und zur Erweiterung beigetragen.

Die letzten Arbeiten fanden kurz vor der Jubiläumsfeier statt, mit zahleichen freiwilligen Helfern wurde die Außenfassade neu gestrichen, wie Herbert Kömpf zum Abschluss seines Berichts mitteilte.

"Ein Dorfgemeinschaftshaus ist wichtig für eine funktionierende Dorfgemeinschaft", fand auch Bürgermeister Lothar Bott. Außerdem seien diese Gebäude eine Möglichkeit für die Bürger, ihren Ort mitzugestalten. Gerade die Älteren seien mit ihrer größeren Erfahrung bei den Ausbau- und Renovierungsarbeiten, die in Eigenleistung erbracht werden, geschätzte Helfer. Dank des Engagements der Elpenröder seien auch die jüngsten Arbeiten noch rechtzeitig fertig geworden. Bott lobte den Einsatz der Elpenröder, der sich nicht nur am Dorfgemeinschaftshaus zeige, sondern auch bei den Arbeiten am Friedhof und den Ortsausgangstafeln. Weil das Dorfgemeinschaftshaus nun im neuen Glanz erstrahlt, die Wegweiser dorthin aber stark verblasst sind, überreichte Bürgermeister Lothar Bott dem Ortsvorsteher Gerhard Rühl ein neues Schild.

Auch die Vertreter der örtlichen Politik gratulierten den Elpenrödern zum 30-jährigen Bestehen des Dorfgemeinschaftshauses. Der Bau der Dorfgemeinschaftshäuser sei wichtig gewesen, als die Orte ihre Selbstständigkeit durch den Zusammenschluss zu einer Großgemeinde aufgegeben hätten. Und auch heute sei es wichtig, einen Ort zu haben, der das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger stärke, sagte Karl Pitzer, Vorsitzender der Gemeindevertretung. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Eberhard Wicke lobte die gemeinsame Arbeit am Dorfgemeinschaftshaus und Walter Momberger, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Gemünden, dankte denjenigen, die das Dorfgemeinschaftshaus über die ganzen Jahre mit Leben füllten, erweitert und sauber gehalten haben. Pfarrer Thomas Schill unterstrich die Bedeutung des Dorfgemeinschaftshauses, das ein Ort sei, den man zum gemeinsamen Feiern und miteinander Reden aufsucht.

Aufgelockert wurde der Abend von zahlreichen akustischen und optischen Programmpunkten. Die Musikschule Eckstein aus Ehringshausen spielte sechs Akkordeonstücke, bei denen viele der Besucher mitsingen konnten. Die "Tanzkids" Elpenrod unter der Leitung von Franziska Vey und Lena Helftenbein zeigten mit zwei Gruppen unterhaltsame Tänze. Die Jüngeren boten einen fröhlichen, bunten Tanz, die ältere Gruppe nahm die Gäste mit auf eine rasante Reise um die Welt. Von den Problemen, die mit dem Heranwachsen der Kinder verbunden sein können, berichtete Karl-Heinz Theiss in seinem Mundart-Vortrag auf amüsante Weise. Auch die Verständigungsschwierigkeiten, die mit der Mundart schon in benachbarten Orten verbunden sein können, beleuchtete er belustigend. Die Tanzgruppe Hainbach zeigte bei zwei Auftritten insgesamt vier Tänze, die bei den Zuschauern sehr gut ankamen. Die "Sorgenbrecher" begeisterten vor allem mit ihrem Lied "Die hessischen Männer", aber auch für ihre anderen Stücke bekamen sie viel Applaus.

So verbrachten alle Besucher einen unterhaltsamen und interessanten Abend, während dem der Jugendclub Elpenrod für die Bewirtung sorgte.

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