Da schauen die Bahnarbeiter: Ein Polizist verfolgt zwei flüchtige Straftäter über den Bahndamm. Dort werden sie bereits von anderen Polizisten erwartet. FOTO: PM
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Da schauen die Bahnarbeiter: Ein Polizist verfolgt zwei flüchtige Straftäter über den Bahndamm. Dort werden sie bereits von anderen Polizisten erwartet. FOTO: PM

Verfolgungsjagd

Wilde Verfolgungsjagd in Gemünden

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Wildwest in Gemünden: Bereits am Donnerstag gab es eine wilde Verfolgungsjagd mit Autos von Burg-Gemünden nach Nieder-Gemünden.

Drei Männer flüchteten vor der Polizei und verunglückten dabei oberhalb von Nieder-Gemünden im Feld, nachdem sie die Brücke dort passiert hatten. Auch die Flucht zu Fuß half ihnen nicht. Beamte aus sieben zivilen Polizeifahrzeugen und einem Streifenwagen waren ihnen auf den Fersen.

Begonnen hatte die Aktion, als am Mittag im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Bedrohung Beamte der Kriminalpolizei Alsfeld eine Wohnung in Burg-Gemünden durchsuchen wollten. Als die Ermittler vor dem Haus vorfuhren, näherte sich ein Opel Corsa mit gestohlenem Kennzeichen. Im Fahrzeug saßen neben dem 23-jährigen Gemündener, bei dem durchsucht werden sollte, ein 30-jähriger Mann aus Münsterappel (Rheinland-Pfalz) und ein 22-jähriger Offenbacher. Als die drei Männer die Polizisten erblickten, ergriffen sie unverzüglich die Flucht in Richtung Nieder-Gemünden. Dabei bogen sie am Ortseingang nach unten in die Bahnhofstraße ein und am Ende in den Brühlweg. Ob es mangelnde Ortskenntnis war oder ein pfiffiger Fluchtplan: Die drei Flüchtigen rasten mit dem alten Corsa auf die Brücke zu, die nur für Radfahrer und Fußgänger freigegeben ist.

Polizeiwagen bleibt hängen

Zwar sind die Tragfähigkeit und Breite der Brücke so ausgelegt, dass auch Kleinlastwagen darüberfahren könnten. Aber um den motorisierten Verkehr fernzuhalten, sind Sperren montiert und auch große Feldbrocken links und rechts der Zufahrt ausgelegt, um ein Überqueren mit Autos zu verhindern. Allerdings war der Corsa schmal genug, um zwischendurch und drüber zu kommen, ein verfolgendes Polizeifahrzeug blieb allerdings hängen und musste am folgenden Tag abgeschleppt werden.

Die Flüchtigen rasten mit dem alten Corsa in den Ort weiter, preschten die Hohlstraße hoch und nahmen die Zufahrt zur Brücke über die Bahn. Die tiefe Ablaufrinne dort überquerten sie mit Schwung, sodass der Wagen instabil wurde, gleichwohl noch die folgende Linkskurve schaffte und erst nach der Brücke von der Fahrbahn abkam.

Während einer der Täter in der Nähe des Wagens festgenommen werden konnte, flüchteten die beiden anderen über den Bahnkörper, der aktuell saniert wird. In Höhe des Friedhofs schlugen sie sich in die Büsche, und ein Anwohner, der wegen der Polizeisirenen nach draußen geeilt war, bedeutete den verfolgenden Polizisten, dass sich die Flüchtigen in Richtung Friedhof durchgeschlagen hätten. Dadurch wurden die Verfolgten wieder auf die Gleise getrieben. Ein Polizist lief hinter ihnen her, und von der Homberger Straße kamen dann gleich mehrere Polizisten entgegen - die Flucht war beendet.

Sportlicher Fahrer ohne Führerschein

Wie sich herausstellte, besaß der Autofahrer aus Münsterappel keine Fahrerlaubnis und stand vermutlich unter Drogeneinfluss. Er muss sich nun unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Unfallflucht und Fahren unter Drogeneinfluss verantworten.

Im Rahmen der späteren Wohnungsdurchsuchung und weiterer Ermittlungen wurden Beweismittel wegen der Bedrohung beschlagnahmt. Nach aktuellem Ermittlungsstand sei davon auszugehen, dass das Trio für weitere Straftaten im Bereich der Polizeidirektion Vogelsberg verantwortlich gemacht werden könne. Wie die AAZ erfuhr, soll darunter auch ein Tresor sein, der in der Alfelder Max-Eyth-Schule entwendet worden sein soll. Die drei Männer wurden dem Haftrichter vorgeführt, und nach dem Erlass von Untersuchungshaftbefehlen wurden sie in verschiedene hessische Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

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