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»Übliche Höhe für Masten«

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Von: Lena Karber

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Zwischen Hainbach und Elpenrod steht nun ein Mast der Telekom. © Lena Karber

Gemünden (lkl). Seit ein paar Wochen droht er auf einer Kuppe zwischen den Gemündener Ortsteilen Hainbach und Elpenrod: ein Mobilfunkmast der Telekom, der weit in den Himmel ragt. So manch ein Einwohner oder Spaziergänger hat sich seitdem wohl gefragt, weshalb der Mast so hoch ist und was das bewirken soll. Laut Unternehmen handelt es sich um einen 40 Meter hohen Schleuderbetonmast mit zwei Antennenplattformen im sechs Meter hohen Korb an der Spitze.

Dieser so genannte Systemmast zähle zu den modernsten Mobilfunkmast-Typen und zeichne sich dadurch aus, dass er besonders schnell aufgebaut werden kann. In Gemünden geschah das Ende Oktober. Die Höhe von 40 Metern, so die Telekom sei jedenfalls »eine übliche Höhe für Mobilfunkmasten«.

Wie Bürgermeister Lothar Bott berichtete, hatte die die Gemeinde ein kommunales Grundstück für die Errichtung des Mastes angeboten. Stattdessen habe das Unternehmen aber ein privates Grundstück gesucht und gefunden, um den Ausbau ohne die Gemeinde zu betreiben. George-Stephen McKinney, Pressesprecher der Telekom, erklärte das auf Nachfrage mit wirtschaftlichen Gründen. »Die gewählte Alternative auf dem Privatgrundstück ist wirtschaftlicher zu realisieren als die kommunalen Vorschläge und ermöglicht dennoch das von uns angestrebte Versorgungsziel.« Dies seien die Ortsteile Elpenrod und Hainbach. »Genau dafür wurde der Standort geplant und steht quasi zwischen den beiden Ortslagen.«

Bürgermeister Bott verbucht den neuen Mobilfunkmast als Folge politischen Drucks bzw. vertraglich festgelegter Vorgaben. »Dass die Betreiber verpflichtet wurden, auch den ländlichen Raum auszubauen, hat Bewegung in die Sache gebracht«, sagte er gegenüber dieser Zeitung. Dass man den Bereich des Mobilfunks überhaupt erst privatisiert habe, sei ein Fehler gewesen.

Aktuell haben Bereiche von Hainbach und Elpenrod laut Telekom-Netzabdeckungskarte noch kein 4G/LTE geschweige denn 5G-Netz. Allerdings müssen sich die dortigen Nutzer wohl auch noch etwas gedulden. Denn bislang ist der Mast noch nicht in Betrieb, sondern laut Telekon nur Antennenträger. Im nächsten Schritt müsse nun die Leitungsanbindung und der Aufbau der Systemtechnik erfolgen, dann folgen Messungen und die individuelle Standortfreigabe durch die Bundesnetzagentur, also quasi der »Antennen-TÜV«.

Inbetriebnahme im kommenden Jahr

Im letzten Schritt muss der neue Standort nach Auskunft des Unternehmens dann in das Bestandsnetz integriert werden. Dazu gebe es bundesweit festgelegte Einschaltfenster, zu denen Neubauten oder Netzerweiterungen migriert werden. »Die Inbetriebnahme der Mobilfunkanlage wird aus heutiger Sicht frühestens im dritten Quartal 2022 erfolgen«, so die Telekom. In anderen Bereichen der Gemeinde gibt es derweil noch größere Probleme mit der Netzabdeckung. Hier zeigt die Karte der Telekom sogar sogenannte weiße Flecken. Planungen hinsichtlich weiterer Mobilfunkstandorte in diesem Bereich gibt es laut McKinney derzeit nicht.

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