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Strickklub unterstützt Daniel Losert mit 3200 €

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Gemünden-Nieder-Gemünden (fp). Am 12. April 2006 titelte die Alsfelder Allgemeine »Damit der kleine Daniel hoffentlich irgendwann laufen kann«. Grund für den Artikel war eine Benefizveranstaltung in Nieder-Gemünden für den damals halbjährigen Daniel Losert.

Bei dem kleinen Jungen hatten die Ärzte in der Marburger Universitätsklinik kurz nach der Geburt die Diagnose AMC (Arthrogryposis multiplex congenita) gestellt. Dabei handelt es sich um eine frühkindliche Entwicklungsstörung im Mutterleib, die sich etwa in der achten bis elften Schwangerschaftswoche einstellt und durch neurologische Fehlentwicklung gekennzeichnet ist. Dadurch kommt es zur gestörten Muskelbildung und weiterhin zu einer unterschiedlich stark ausgeprägten Gelenksteife. In schweren Verläufen sind fast alle Extremitätengelenke, das Kiefergelenk und die Wirbelsäule betroffen. Auch Daniel hat es relativ hart getroffen, er bekam vom ersten Tag an Gipse und Krankengymnastik. Bereits vor sechs Jahren war die bange Frage, ob er jemals laufen kann.

Um dem Sohn eine gezielte und spezielle Behandlung zu ermöglichen, fuhren die Eltern mit ihm in die orthopädische Kinderklinik nach Aschau am Chiemsee, wo sogleich eine Behandlung eingeleitet wurde.

Bereits damals und bis heute ein Wermutstropfen für die Familie: Die Krankenkasse übernimmt zwar die Behandlungskosten, aber nur einen Teil des benötigten Geldes für die Fahrt nach Bayern, deren Gesamtkilometerzahl für Hin- und Rückreise 1100 Kilometer beträgt.

Das Schicksal des Kleinen rührte viele Menschen, eine örtliche Initiative veranstaltete eine Schlagerparty, und der Erlös ging an die Familie. Durch den Artikel in der Alsfelder Allgemeinen wurde das Hessische Fernsehen auf Daniel aufmerksam, strahlte in der Sendung »Maintower« eine Reportage über ihn aus.

Seither sind sechs Jahre vergangen. Daniel hat seine Kindergartenzeit in Nieder-Gemünden verbracht, hatte dort einen Integrationsplatz. Seit dem Sommer ist er Schüler in der Pestalozzischule im Ort. Dank des Einsatzes von Schulleiterin Heike Steen und der Behörden wurden dort umgebaut, um ein Behinderten gerechtes Umfeld zu schaffen. Ein Integrationshelfer betreut Daniel, holt ihn zu Hause ab und bringt ihn nach dem Unterricht wieder zum Wohnhaus der Familie. Mittlerweile waren Daniel und seine Familienangehörigen 50-mal in der Fachklinik in Aschau. Dort wird ständig eine Orthesenversorgung durchgeführt, dreimal wurde der Junge bereits operiert, dabei die Achillessehne durchtrennt, um eine Fersenfehlstellung zu beheben.

Weitere Eingriffe dienten der Klumpfußversorgung. Nach heutigem medizinischem Stand und menschlichem Ermessen ist die Chance, dass Daniel einmal ohne Hilfsmittel laufen kann, sehr gering. Der junge Nieder-Gemündener kann mit Hilfe und Schienen einige Schritte selbst gehen, ist sonst auf seinen Rollstuhl angewiesen.

Die Familie muss nun einen Treppenlift mit Plattform im Haus einbauen lassen, um Daniel, der natürlich älter und schwerer wird, die Bewegung mit Rollstuhl in das obere Stockwerk zu ermöglichen. Kosten von über 20 000 Euro schlagen dabei zu Buche, auch dazu übernimmt die Krankenkasse nur einen kleinen Teil.

Mit einer weiteren Benefizveranstaltung sorgte nun der örtliche Strickklub für einen Zuschuss. Die gut funktionierende Gemeinschaft von neun Frauen aus Nieder-Gemünden organisierte einen Weihnachtsbasar im Feuerwehr-Gerätehaus, der zahlreiche Besucher anzog. Dabei haben die Damen ihre Handarbeiten verkauft, haben von Dorfbewohnern und Sponsoren weitere Waren und Tombolapreise erhalten. Dadurch erzielten sie einen Erlös von 3200 Euro, den sie dieser Tage im Haus der Familie übergaben. Neben Silvana und Markus Losert dankte auch der kleine Daniel den Frauen mit ein paar Worten.

Die Damen des Strickklubs richten einen besonderen Dank an die Bäckerei Nabert, die die mehrere hundert Brötchen spendete, den Tegut-Einkaufsmarkt oder an Stephan Mayer von der Firma ASA für die großzügige Unterstützung. Ihr Lob richteten sie aber auch an die »Tanz-Kids« für ihren Auftritt und an Maren Kadelka, die auf der Querflöte Weihnachtslieder spielte. Nicht zu vergessen sind die Gemeinde, die den Raum kostenlos zur Verfügung stellte, die Gesangsgruppe »Sorgenbrecher«, die ebenfalls kostenlos auftrat und zudem spendete, wie auch die Burschenschaft. Auch denjenigen, die mit kleineren Gaben die Veranstaltung unterstützten, gilt die besondere Anerkennung der Organisatorinnen.

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