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Ein Teil der Alte-Herren-Gymnastikgruppe des TSV Burg-/Nieder-Gemünden während ihrer mehrtägigen Radtour durch Franken nahe Nürnberg, am Main-Donau-Kanal. (Foto: eva)

Radeln bei 40 Grad

Gemünden (eva). Bereits seit nunmehr rund 30 Jahren unternimmt die Alte-Herren-Gymnastikgruppe des TSV 1919/20 Burg/Nieder-Gemünden eine Mehrtagesfahrt mit dem Fahrrad in die verschiedensten Regionen Deutschlands, und noch immer sind einige Seniorensportler der ersten Stunde bei den Ausfahrten dabei.

Dies ist umso bewundernswerter, stand doch der Senior der Gruppe, Siegfried Bausch, kurz vor seinem 80. Geburtstag. In diesem Jahr wurde die Fahrt von Rudi Brummer geplant und führte in dessen Heimat in die Nähe der fränkischen Metropolen Fürth und Nürnberg.

Die Fahrt ins Frankenland wurde mit Autos angetreten und die Fahrräder mitgeführt. In Cadolzburg-Egersdorf wurde Quartier bezogen, und Rudi Brummers Schwager Benno Kopp führte die Radetappen, konnte mit viel Insiderwissen und Ortskenntnis punkten.

Bei brütender Hitze um 40 Grad war das Ziel des ersten Tages Herzogenaurach, wo die Radler die Gelegenheit nutzten, in den Outlets verschiedener bekannter Sportartikelherstellen das eine oder andere Schnäppchen zu erhaschen. Die zermürbende Hitze sei dann wohl doch dafür verantwortlich gewesen, dass sich das Einkaufsinteresse in Grenzen hielt und stattdessen Plätze, an denen kühle Getränke angeboten wurden favorisiert wurden.

Am nächsten Tag waren die Städte Fürth und Nürnberg Ziel der Seniorenradler. Wegen enormer Hitze wurden oft Trinkstopps eingelegt. Während am Vormittag Fürth angesteuert und im historischen Stadtkern beispielsweise das Rathaus (nachempfunden dem Palazzo Vecchio in Florenz) oder die älteste Kirche Fürths (Michaeliskirche), aber auch die bekannteste Kneipenmeile (Gustavstraße) in Augenschein genommen wurde, folgte dann die Weiterfahrt nach Nürnberg. Ob Kaiserburg, Frauenkirche am Hauptmarkt, Frontfeste mit Kettensteg oder auch die zu großen Teilen noch erhaltene Stadtmauer beeindruckte die Besucher in großem Maße. Nach Besichtigung der Altstadt und einer kräftigen Stärkung traten die Radler die Rückfahrt an und erreichten am späten Nachmittag wieder das Hotel.

Die letzte Etappe führte am nächsten Tag nochmals über den Nürnberger Hafen ein Stück weit den Main-Donau-Kanal entlang, um dann dem alten Ludwig-Donau-Main-Kanal noch rund 15 Kilometer zu folgen. Der Ludwig-Donau-Kanal, auch alter Kanal genannt, wurde durch König-Ludwig I. bereits 1825 anlässlich dessen Thronbesteigung in Auftrag gegeben und im Mai 1843 feierlich eröffnet. Mit dem Bau des neuen Main-Donau-Kanals (auch Europakanal genannt) wurde 1960 begonnen.

Weil das Bauwerk politisch umstritten war und der Bau immer wieder unterbrochen wurde, dauerte es 32 Jahre bis zur Fertigstellung 1992. Die Vogelsberger Radler waren beeindruckt von beiden künstlichen Wasserstraßen, die auf rund 172 Kilometer Donau und Main verbinden und letztlich gar ein Bindeglied zwischen Nordsee und Schwarzem Meer sind.

Zufriedenheit war bei den Radlern darüber, dass während der Tour kein Sturz zu verzeichnen gewesen war, sondern lediglich ein Plattfuß repariert werden musste.

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