Prächtige Pferde mit exzellenten Reitern und Fahrern

Gemünden-Burg-Gemünden (eva). Ein großer Erfolg war das zweite "Kutschen- und Reitertreffen unter der Burg" am Sonntag auf dem Sportplatz.

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Organisator Friedhelm Stöhr: "Die Arbeit hat sich gelohnt"

Gemünden-Burg-Gemünden (eva). "Ich bin zufrieden, sehr zufrieden, die viele Arbeit hat sich gelohnt", meinte Friedhelm Stöhr erfreut. Die ganze Organisation habe hervorragend geklappt, so Stöhr. Dies sei nur möglich gewesen, weil er von einem großartigen Helferteam tatkräftig unterstützt worden sei, allen voran von seiner Familie, seinen Freunden vom "Jungbauernclub", von Bekannten sowie Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Burg-Gemünden.

Wie Friedhelm Stöhr weiter informierte, hatte im Vorfeld bereits am Samstag eine Übungsveranstaltung der "Interessengemeinschaft Zugpferde Landesverband Hessen" (IGZ) zur Vorbereitung auf die Europameisterschaften mit Zugpferden, die im September in Frankreich ausgetragen wird, stattgefunden. Insgesamt sechs Gespanne hatten an der Übung im Zeitfahren teilgenommen. Bei dieser Disziplin müssen mit den Gespannen 13 Kilometer in 65 Minuten auf den Punkt (das heißt, keine Minute später oder früher Durchfahren der Ziellinie), zurückgelegt werden. "Obwohl es während der Übungsfahrt am Samstag in Strömen geregnet hat und alle klitschnass wurden, haben wir die Vorgaben erfüllt und das Ziel auf den Punkt erreicht", berichtet Friedhelm Stöhr stolz.

Und natürlich wird auch er wieder mit seinen Kaltblütern Annelie und Evita sowie fünf weitere Gespanne, die am Sonntag am Parcours-Wettbewerb teilgenommen hatten, bei den Europameisterschaften, der "Route du Poisson" in Frankreich mit dem Team Deutschland des IGZ vertreten sein.

Gemünden-Burg-Gemünden (eva). Ein großer Erfolg war das zweite "Kutschen- und Reitertreffen unter der Burg" am Sonntag auf dem Sportplatz. Schätzungsweise 900 Besucher erlebten eine Veranstaltung der Superlative mit prächtigen Pferden, exzellenten, teils olympiareifen Darbietungen im Reiten und Gespann fahren, sowie imposanten Pferde-Kutschen in den verschiedensten Ausführungen, vom Westernwagen, bis hin zur Hochzeitskutsche und dem dazugehörigen "Packwagen". Wie schon im Vorjahr fand diese außergewöhnliche Veranstaltung auf Ini- tiative von Friedhelm Stöhr aus Burg-Gemünden statt, dem Hobby- Pferdezüchter, der durch die erfolgreiche Teilnahme an verschiedenen nationalen und internationalen Kaltblut-Wettbewerben längst über die Grenzen Hessens hinaus ein Begriff ist.

Mit geeigneten Transportmitteln waren die Teilnehmer aus Nah und Fern teilweise schon am Samstag oder am frühen Sonntagmorgen mit ihren Pferden und Kutschen angereist. Nach kurzen Begrüßungsworten durch Manfred Stöhr setzte sich gegen 9.30 Uhr, der große Korso mit 21 Kutschen oder Planwagen, mit Ein- oder Zweispännern, in Bewegung. Die anschließende zweistündige Ausfahrt, der sich auch zahlreiche Gäste angeschlossen hatten, führte rund um sowie durch Burg-Gemünden und wieder zurück zum Veranstaltungsort auf dem Sportplatz.

Während das Beobachten der prächtigen Tiere schon ein Erlebnis war, wartete mit dem Schauprogramm schon die nächste Attraktion auf die in der Zwischenzeit zahlreich erschienen Zuschauer. Den Reigen der Darbietungen eröffnete Manfred Schmitt aus Gleimenhain mit seinem Pferd Doreen und einem nach "Wild-West-Manier" originalgetreu nachgebauten Siedlerwagen. Danach folgte eine festlich geschmückte Hochzeitkutsche, chauffiert von Jutta Kratz, mit dem "Brautpaar" Erna und Werner Schwabe sowie der ebenfalls in Tracht gekleideten Gianna Schönhals. Wie in früheren Zeiten üblich, fehlte auch der "Packwagen" nicht, der von Rudolf Scheld gesteuert der Hochzeitskutsche folgte und die Aussteuer beziehungsweise das Heiratsgut geladen hatte, das die Braut mit in die Ehe brachte.

Der mit allen benötigten Haushaltsutensilien, Bettwäsche, Schüsseln, Töpfen und Kannen bis hin zum Spinnrad beladene Wagen, war von den Mitgliedern des "Jungbauernclubs" Burg-Gemünden gestaltet und fachmännisch bepackt worden.

Danach folgte eine Quadrille der klassisch-barocken Reitweise "Pas de Trois", hervorragend geritten von Andrea Heide auf dem "Andalusier" Bavarino, Kirstin Seidel auf dem "Connemara Pony" Nick und Carina Himmelreich auf dem "Welsh Cop", Cedric. In passender Kleidung boten auch "Barby" und "Ken", alias Miriam Stey und Sandra Lotz, mit ihren "Friesen" (auch genannt "die schwarzen Perlen") Caplin und Jelke, ausgezeichnetes Formationsreiten, bevor Friedhelm Stöhr und Karl Schultheiß mit den Kaltblütern Annelie und Evita einen historischen Brauereiwagen der Brauerei Alsfeld über den Platz chauffierten und Marita Debus ihren "Rheinisch-Deutschen Kaltblut"-Wallach Zeus, in einer Reiterdarbietung vortrefflich führte.

Es folgen weitere Formationen mit "Rheinisch-Deutschen Kaltblütern" dargeboten von Joachim Müller auf Edefix, Nadja Jung auf Edzard (einer der höchstprämierten Hengste Deutschlands), Sabrina Schneider auf Pepsi und Tatjana Rother auf Helmut.

Danach erbebte der Boden unter den Hufen der Kaltblüter Campino, Neptun, Ultimo, Merlin und Carlos, mit denen Hubert Dechert, stehend auf Campino und Neptun, in der Reiterformation "Ungarische Post" in rasantem Galopp sein Gespann sicher über den Platz und sogar über ein Hindernis dirigierte. Die grandiose Leistung von Reiter und Pferden wurde vom Publikum mit wahren Begeisterungsstürmen begleitet. Hubert Dechert, der Nebenerwerbslandwirt aus Lauterbach-Heblos, wird als Phänomen beschrieben, der mit der von nur wenigen Reitern beherrschenden Kunst der Darstellung der "Ungarischen Post" schon weltweit aufgetreten sei, und diese Disziplin mit Kaltblutpferden wie kaum ein anderer beherrsche.

Zum Abschluss des Schauprogramms erlebte das Publikum in einer Spitzendarbeitung eine "Friesenquadrille" mit klassischen Figuren, vorgeführt von Ingrid Tamm auf Fury, Julia Bloß auf Zwever, Sonja Schumacher auf Gysbert, Sandra Lotz auf Jelke, Eva Hartmann auf Aukje, Katharina Müller auf Hindrik, Miriam Stey auf Carilien und Andrea Heide auf Hasmen.

Nach diesen grandiosen Darbietungen ließ der nächste Höhepunkt mit einem Parcours-Wettbewerb nicht lange auf sich warten. Dabei galt es innerhalb kürzester Zeit zwölf Hindernisse zu durchfahren oder zu umfahren, möglichst ohne die Umgrenzungen zu treffen oder gar zu verschieben, die jeweils auf die Spurbreiten der unterschiedlichen Kutschen eingestellt wurden. Bei Berührung eines Hindernisses gab es entsprechenden Punktabzug. Fahrer, Beifahrer und Pferde bilden bei dieser Disziplin eine Einheit.

Beeindruckend war es mitzuerleben, wie die 17 teilnehmenden Gespanne teils mit hoher Geschwindigkeit durch den Parcours rasten, um dann im nächsten Moment wieder hochkonzentriert und sachte die schwierigsten Passagen, wie das Durchfahren einer Brücke oder Hindernisfiguren zu meistern und danach, angefeuert von den Zuschauern, mit Tempo im Endspurt durch das Ziel zu galoppieren. Man konnte nur staunen, wie sich die vierbeinigen Kraftpakete unter guter Führung leiten ließen. Es war ein Erlebnis, für alle, die dabei waren. Sieger im "Einspänner-Wettbewerb" wurden Matthias Mengel und Andrea Thiel aus Münzenberg mit dem Pferd Zeus, gefolgt von Reiner Velten und Dirk Sevick aus Mücke mit Pferd Otto, auf dem zweiten und Werner Wagner und Erhard Schmidt aus Lollar-Odenhausen, mit Pferd Merrit, auf dem dritten Platz.

Im Zweispänner-Wettbewerb siegten Anna Lena Hofmann und Kerstin Münch aus Laubach mit den Ponys Kimi und Pegasus. Zweite wurden Timo Münch und Kerstin Münch aus Laubach mit den Pferden Sixtus und Fritz, und den dritten Platz errangen Stefan Schwarz, Wolfgang Schwarz und Conny Stief-Droste mit den Pferden Hannes und Hermann. Den vierten Platz belegten Günter Krichov, Sabine Grimm und Maximilian Grimm aus Echzell mit den Pferden Wanja und Hannah, und den fünften Platz erreichten Peter Niebauer und Stefan Egenberger aus Mömbris mit den Pferden Ninka und Heidi.

Zur Jury gehörten Jürgen Schönhals, Manfred Stöhr sowie der Vorsitzende der Hessischen Kaltblutzüchter, Reinald Lückger, der auch souverän durch das Schauprogramm sowie den Parcours-Wettbewerb führte und das Publikum fachkundig mit den nötigen Informationen versorgte.

Bei der anschließenden Siegerehrung überreichten Friedhelm Stöhr und Reinald Lückger an alle Teilnehmer Plaketten und zeichnete die drei Gewinner im Einspänner-Wettbewerb sowie die fünf Erstplatzierten im Zweispänner-Wettbewerb mit entsprechenden Pokalen aus und verteilten darüber hinaus noch Eimer mit Kraftfutter.

Die Zuschauer und Teilnehmer waren am Ende der Veranstaltung voll des Lobes.

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