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Otto Friedl sitzt auf dem extra angefertigten Geschenk zum Muttertag für seine Tochter, daneben der vollkommen instandgesetzte motorisierte Krankenfahrstuhl »Simson Duo«.

Otto Friedl macht Altes wieder flott

  • vonHannelore Diegel
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Gemünden-Burg-Gemünden (eva). Ein besonderes Geschenk zum Muttertag hat Otto Friedl aus Burg-Gemünden angefertigt. »Als jemand einen ausgedienten Handkarren wegwerfen wollte, habe ich gedacht, daraus kann man doch noch was machen«, erzählt der Hobbywerkler, dem die Ideen für handwerkliches Gestalten und Restaurationen nicht ausgehen. Aus dem ehemaligen Handkarren hat er schließlich eine Garten-Sitzgarnitur mit besonderem Flair gestaltet, mit der er nun zusammen mit den Enkelinnen, seine Tochter Carmen am Sonntag zum Muttertag überraschte.

Besonderes Flair unter anderem auch deshalb, weil er selbst die Räder des einstigen Handkarrens verwendete, die nun den Untergrund für die Sitzbank bilden.

Vielleicht mag es etwas ungewöhnlich sein, dass ein Vater seinen Töchtern etwas zum Muttertag schenkt. Doch dies tue er im Gedenken an seine vor Jahren verstorbene Frau und die Mutter seiner drei Töchter, berichtet der rührige Senior. Otto Friedl, ist ja auch als leidenschaftlicher Sammler alter Krafträder bekannt, die er bis ins letzte Detail in vielfältiger Kleinarbeit liebevoll restauriert und instandsetzt. So fiel beim Pressetermin in Bezug auf das besondere Muttertagsgeschenk ein nicht alltägliches Gefährt auf. Auf Nachfrage informierte Otto Friedl, dass dies ein unter dem Namen »Simson Duo« bekanntes Fahrzeug sei, das er kürzlich in desolatem Zustand erworben und in mühevoller Kleinarbeit restauriert und wieder fahrtauglich instandgesetzt habe.

Bei dem bemerkenswertem Fahrzeug handelt es sich um einen dreirädrigen motorisierten Krankenfahrstuhl, der schon ab Ende der 1940er Jahre als »Versehrtenfahrzeug« in Ostdeutschland gebaut und später auch in der ehemaligen DDR für Personen mit Gehbehinderung konstruiert wurde. Gefertigt wurden die 55 km/h schnellen Krankenfahrstühle mit rund 3,6 PS noch bis 1991.

»Schade«, so bedauert es Otto Friedl, »dass dieses außergewöhnlich praktische Fahrzeug, in das insbesondere auch Rollstuhlfahrer leicht von der Seite aus einsteigen konnten, nicht mehr gebaut wird«.

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