+
Die Linde vor dem Dorfgemeinschaftshaus stört die Funkverbindung zu den Kunden im Ort. Foto: rs

Mobilfunk

OR-Network umgeht in Hainbach mit zusätzlicher Antenne störende Linde

  • schließen

Die Linde von dem Dorfgemeinschaftshaus hat im Laufe der Jahre mit zunehmender Größe die Funkverbindung zu Telefonen und Internetanschlüssen einiger Ortseinwohner beeinträchtigt.

Genau waren 15 der 27 Nutzer betroffen. Denn auf dem Dorfgemeinschaftshaus ist die zentrale Antenne des Anbieters OR-Network installiert. Aber jetzt gibt es eine gute Nachricht: Vor rund zwei Wochen haben Techniker des Funk-Anbieters die seitherige Antenne neu ausgerichtet und eine zusätzliche installiert, der Mangel scheint behoben.

Die Verbesserung belegt: Es ist gut, wenn mal alle Beteiligte darüber reden. Denn nach monatelangem Unmut hatte Ortsvorsteher Werner Lutz OR-Network-Chef Oliver Reitz zu einer Sitzung des Ortsbeirates eingeladen, und der war der Aufforderung gefolgt. Dem Gespräch vorausgegangen war bereits Anfang des Jahres die Überlegung, dass man den Baum gegebenenfalls zurück schneiden könnte. Aber dann hätte der Baum in etwa halbiert werden müssen, und das machte die untere Naturschutzbehörde beim Vogelsbergkreis nicht mit. Zudem stand die Frage im Raum, wer einen Rückschnitt bezahlen sollte. In der Ortsbeiratssitzung hatte Erster Beigeordneter Eckhard Kömpf argumentiert, es sei nicht einzusehen, dass die Gemeinde den Baum schneide. Der Firma hätte klar sein müssen, dass ein Baum Blätter habe und im Laufe der Jahre wachse. Eine Genehmigung zum Schnitt müsse sich die Firma holen und für die Kosten aufkommen.

Funkstreckenanbieter Oliver Reitz sagte, die konkrete Sachlage müsse er bei einem Ortstermin ermitteln. Er schlug vor, eine Kostenübernahme abzuklären, 1000 Euro seien kein Thema, 3000 Euro aber schon. Eine Zwischenlösung könne sein, dass rechts und links am Dorfgemeinschaftshaus jeweils kleine Antennen angebracht werden könnten, um die die Funkwellen beeinträchtigende Linde zu umgehen. Das wäre schnell und preiswert, ohne die Naturschutzbehörde zu tangieren.

In einer Abstimmung sprachen sich alle Ortsbeiratsmitglieder dafür aus.

Vor mittlerweile rund zwei Wochen hatten die OR-Network-Techniker die zweite Antenne auf dem Dach installiert und die seitherige Hauptantenne neu ausgerichtet. Nach Einschätzung von Ortsvorsteher Lutz hat das seither eine Verbesserung gebracht. Sollte sich die eine zusätzliche Antenne nicht bewähren, stünde ja noch die zweite zur Disposition.

Diskussion um Breitbandausbau

Was mit der Funkstrecke jetzt wohl mit der Firma OR-Network geklappt hat, wird in Hinblick auf den Breitbandanschluss von vielen Hainbachern kritisch gesehen. Denn Reitz war in die Ortsbeiratssitzung auch eingeladen worden, um etwas zu diesem Thema zu sagen. "Mit Breitband ist es ein Drama", leitete Ortsbeiratsmitglied Katrin Rose in das Thema ein. Ein Ende sei nicht in Sicht. Erster Beigeordneter Kömpf informierte, die Telekom würde die Kabelverzweiger 2020 nutzen, wenn keine anderen privaten Bieter eingebunden seien.

Bislang hat die Firma goetel die Option zum Anschluss, und Oliver Reitz informierte, goetel verlege Glasfaser bis in die Haushalte. Die Firma OR-Network werde im kommenden Jahr mit goetel ein Unternehmen bilden. Ohne Zuschüsse solle Glasfaser nicht nur in die Orte verlegt werden, sondern man plane bis in alle Häuser. Das gehe allerdings nur, wenn in dem 270-Einwohner-Ort Hainbach 60 Prozent der Haushalte mitmachten oder 50 Prozent der Häuser. Anfang 2020 wolle man die Bürger über das Projekt informieren. Denn derzeit sei man mit den Info-Teams im süd-östlichen Vogelsbergkreis gebunden.

Zweifeln aus dem Ortsbeirat begegnete Reitz mit Hinweisen zu Grebenhain, wo sich 70 bis 80 Prozent der Haushalte anschließen lassen wollten, und in Crainfeld hätten sich die Bürger bewusst gegen die Telekom entschieden. Reitz bestätigte auf Nachfrage, dass Hainbach nur angeschlossen werden könne, wenn dies auch bei den vorherigen Orten (von der A 5 her gesehen) geschehe.

Erster Beigeordneter Kömpf berichtete, alle Vogelsberger Bürgermeister wollten raus aus den Verträgen mit OR-Network, "die laufen Sturm". Man wolle, dass die Telekom das übernehme, die zugesagt habe, 2022 im Vogelsbergkreis fertig zu sein. Wenn eine Leitung der Telekom liege, dann müsse die Telekom die Leitung privaten Anbietern zugänglich machen. Anders herum hat die Telekom das laut Kömpf ausgeschlossen, in andere Netze zu gehen. Dazu berichtete Reitz, man sei in Verhandlungen mit der Telekom, dass man sich bei den Leitungen austauschen könne.

Mittlerweile haben sich auf Anregung von Ortsvorsteher Werner Lutz die Ortsvorsteher von Rülfenrod und Elpenrod einem Schreiben an die Gemeindeverwaltung angeschlossen, in dem gewünscht wird, die Breitbandversorgung über die Telekom zu erhalten. Dann erscheine ein Anschluss 2021 möglich. In diesem Sinne hatte die Gemeindevertretung dieser Tage einen Antrag aller Fraktionen positiv beschieden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare