Motorradfahrer verliert durch Unfall Bein

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Am Ende ging es nur noch um das Strafmaß. Weil er zu schnell auf der Autobahn A 5 unterwegs war und bei einem Unfall einen Motorradfahrer schwer verletzte, wurde ein 32-Jähriger am Amtsgericht Alsfeld zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu zehn Euro verurteilt.

Am Ende ging es nur noch um das Strafmaß. Weil er zu schnell auf der Autobahn A 5 unterwegs war und bei einem Unfall einen Motorradfahrer schwer verletzte, wurde ein 32-Jähriger am Amtsgericht Alsfeld zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu zehn Euro verurteilt.

Tragisch ging der Unfall bei Gemünden für den Zweiradfahrer aus. Dem 59-Jährigen musste ein Unterschenkel bis oberhalb des Knies amputiert werden. Die Verteidigerin überlegt noch, ob sie das Urteil anfechtet, sie hatte auf 60 Tagessätze plädiert. Der 32-Jährige hatte es an jenem 9. September 2017 eilig. Er sei "zügig gefahren", um von Frankfurt nach Kassel zu gelangen, sagte er. Es sei leicht regnerisch gewesen, er hatte aus seinem Seat Ibiza freie Sicht und überholte mit Tempo 150 mehrere Autos. "Plötzlich hat es an der rechten Seite gekracht", der Wagen ließ sich nur noch schwer lenken und er habe ihn erst 400 Meter weiter zum Stehen gebracht. Er sei zurückgerannt und habe den verletzten Motorradfahrer am Boden liegen sehen. "Ich war geschockt", erinnert er sich. Nach Angaben seiner Verteidigerin ist der 32-Jährige seither in therapeutischer Behandlung, einige Monate stationär. Bei der Arbeit habe er "sich nur noch so durchgeschleppt" und sei vor einigen Monaten aus der Firma ausgeschieden, bei der er neun Jahre gearbeitet hat. Im Verlauf des Prozesses entschuldigte sich der 32-Jährige gleich zweimal bei den Verwandten des Unfallopfers. Der 59-Jährige war nicht gekommen.

Rechts überholt

Der etwas jüngere Bruder des Verunglückten war mit seinem Motorrad etwa 100 Meter hinter ihm, als der Unfall geschah. Die beiden kamen von einer Wochenendtour zurück und gerieten wenige Kilometer vor der Heimat auf dem Autobahnabschnitt kurz hinter dem Rastplatz Krachgarten in einen Regen. Er sah noch, wie sein Bruder blinkte und auf die linke Spur wechselte. Darauf schaute er in den Rückspiegel und sah einen Wagen herankommen, der zügig unterwegs war. "Dann hat es einen Schlag getan".

Er half noch beim Versorgen des schwer verletzten Bruders. "Ich habe den Unterschenkel aufgehoben", meinte er. Sein Bruder war ein erfahrener Motorradfahrer und unfallfrei gefahren. Er habe bestimmt über 200 000 Kilometer unter die Reifen genommen. Sie hätten sich die Strecke gut eingeteilt und seien nicht übermüdet gefahren.

Auf die Frage, wie es dem Verletzten jetzt geht, meinte der 58-Jährige: "Nicht so gut". Zunächst sei der Unterschenkel amputiert worden, inzwischen auch das Knie. Die Prothese lasse sich nur schlecht anpassen. Durch die Kopfverletzung habe sein Bruder immer noch Schwierigkeiten. Zwei Zeugen waren vom Angeklagten überholt worden. Beide berichteten von überhöhter Geschwindigkeit des Ibiza-Fahrers. Einer wurde von ihm rechts überholt. Laut Gutachter beweisen die Spuren, dass der 32-Jährige den Motorradfahrer auf der Überholspur und nicht beim Spurwechsel rammte. Der Pkw müsse mit 142 bis 164 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Die Blutuntersuchung ergab keine Hinweise auf Alkohol oder Medikamente. Der Staatsanwalt forderte 120 Tagessätze zu zehn Euro, weil der Verursacher zu schnell für die Witterung gefahren sei.

Der Unfall sei vermeidbar gewesen. Die Verteidigerin sagte, der Motorradfahrer hätte den Unfall vermeiden können. Zudem sei der 32-Jährige durch die Folgen erheblich bestraft. Die Richterin entschied auf den Mittelweg, weil der 32-Jährige für diese Witterung zu schnell gefahren sei. Er habe die Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen, der Unfall habe schlimme Folgen gehabt.

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