Maßnahmenpaket für Straße, Wasserleitung und Bürgersteig

Gemünden-Elpenrod (rs). Die Fahrbahndecke der Ortsdurchfahrt von der zentralen Kreuzung aus in Richtung Ermenrod ist ziemlich marode, bei den Gehwegen sieht es nicht anders aus, die Wasserleitung ist ebenfalls alt sowie aus einem sehr spröden Material, und bei der anstehenden Kanalsanierung können Reparaturen anstehen. Bei dieser Gemengelage von Schäden scheint es sinnvoll, die verschiedenen Baumaßnahmen miteinander zu verbinden, um Kosten zu sparen.

Kosten, zu denen zum Teil auch die Anlieger herangezogen werden. Vor diesem Hintergrund fand am Donnerstag Abend im Dorfgemeinschaftshaus eine Sitzung des Bauausschusses statt, zu der die Elpenröder Bevölkerung ausdrücklich über das Bekanntmachungsblatt eingeladen worden war, zudem hatten Bauhofmitarbeiter am Montag noch entsprechende Zettel bei den Anliegern eingeworfen. So war die Ausschusssitzung mit rund zwei Dutzend Bürgern außergewöhnlich gut besucht.

Einleitend legten Ausschussvorsitzende Luise Müller, Bürgermeister Lothar Bott sowie Planer Otfried Heineck vom Ingenieurbüro Ohlsen die Hintergründe der Vorhaben sowie die Kostenseite dar. Demnach werden für der Straßenbau rund 570 000 Euro angenommen, hinzu kommen etwa 50 000 Euro für die Planung, für die Gehwege mit Planung etwa 210 000 Euro, die neue Wasserleitung schlägt mit 70 000 Euro zu Buche, und die Kanalsanierung mit der Reparatur wird auf rund 42 000 Euro veranschlagt.

Bürgermeister Lothar Bott nannte verschiedene Gründe, warum man jetzt aus den unterschiedlichen Maßnahmen ein Paket schüren sollte. Wenn der Kreis jetzt die über 40 Jahre alte Straße erneuern sollte (in der Rechtsprechung wird eine Straße nach 25 bis 30 Jahren als abgenutzt bewertet), wird er mit Landeszuschüssen rechnen können, es sei offen, wie lange das Land derartige Unterstützung noch gewähre. Analog werde die Gemeinde für die Erneuerung der zu rund 80 Prozent kaputten Gehwege Zuschüsse erhalten. Für den Austausch der Wasserleitung hätte die Gemeinde ehe in die Fahrbahn eingreifen müssen, jetzt beteilige sie sich lediglich mit 50 Prozent an den Straßenbaukosten, wobei hinterher kein Flickwerk entstehe, sondern eine neue Straße mit tragfähigem Unterbau. In diesem Sinne habe der Gemeindevorstand in der vergangenen Sitzung am Montag das Maßnahmenpaket bereits empfohlen.

Planer Heineck erläuterte zu dem rund 460 Meter langen Bauabschnitt, die Straße werde auf einer Tiefe von 60 Zentimetern abgetragen, um einen richtigen Unterbau einzubringen. Da sei es zu den alten Wasserleitungen mit weiteren 60 Zentimetern nicht mehr weit. Offen sei noch, ob man die Wasserleitung austauschen müsse oder ob man einen Schlauch einziehen könne. Dieses Verfahren habe man in Mücke-Höckersdorf erfolgreich angewandt. Dazu gelte es noch die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Im Zuge der Baumaßnahme sollten die Hauseigentümer ihre Anschlüsse überprüfen und gegebenenfalls erneuern, riet der Planer.

Naturgemäß war es im Interesse der gekommenen Bürger, etwas über ihre Kostenbeteiligung zu erfahren. Dazu informierte Bürgermeister Bott, finanziell gefordert seien die Anlieger nur bei den Kosten für den Gehweg. Ausgangsbasis seien 50 Prozent der umlagefähigen Kosten, eine Vergünstigung für Eckgrundstücke gebe es nicht, denn die würde nur bei Gemeinde- straßen gelten. Als Berechnungsgrundlage diene die Grundstücksfläche, begrenzt auf ein Tiefe von 50 Meter. Weil der Ortskern von Elpenrod ein nicht beplantes Gebiet sei, könne eine Geschossflächenzahl von 0,8 angenommen werden, was bei einem 1000 Quadratmeter großem Grundstück 800 Quadratmeter als Verteilungsfläche ergebe.

Nach den derzeitigen Kostenschätzungen, die naturgemäß nur sehr grob sein könnten, könne man 4,50 Euro je Quadratmeter annehmen, was bei dem oben angeführten Beispiel auf 3600 Euro hinauslaufen würde. Letztlich könne es auch mehr als 4,50 Euro sein, allerdings betonte Bürgermeister Bott mehrfach auf Zwischenrufe der Anlieger, zu eine Verdoppelung dieses Satzes werde es sicher nicht kommen.

Zu den Aufwändungen für die Erneuerung der Wasser-Hausanschlüsse meinte der Bürgermeister, diese Kosten hätten die Anlieger nach den tatsächlichen Kosten zu tragen. Dabei könne man minimal von 200 bis 300 Euro ausgehen, eventuell auch bis zu 1500 Euro. Sollte ein Anwesen eine sehr lange Leitung bis zum Hausanschluss haben, könnten auch rund 3000 Euro Kosten entstehen. Derzeit könne man in jeder Hinsicht nur mit Schätzungen oder Erfahrungswerten agieren, wenn die Gemeindevertretung den Beitritt zum Maßnahmenpaket beschließen sollte, werde es noch eine Anliegerversammlung geben, in der man den Bürgern detaillierter Auskünfte zu Ausführung und Kosten geben könne. Bei dieser Versammlung könnten die Anlieger auch anregen, verkehrsberuhigende Maßnahmen bei der Straßenerneuerung vorzusehen.

Denn einzelne Bürger berichteten von teilweise sehr hohen Geschwindigkeiten von Ermenrod her. Allerdings - auch darauf wies der Bürgermeister hin - dem Kreis stehe anheim, derartige Maßnahmen zu bauen und zu zahlen beziehungsweise derartige Veränderungen zu befürworten, aber etwa die Gemeinde zur Kostenübernahme aufzufordern.

Letztlich folgte der Bauausschuss dem Votum des Gemeindevorstandes, die Planungskosten für den Straßenausbau zu übernehmen, die Gehwege und die Wasserleitung zu erneuern sowie die Schäden am Kanal zu beheben. Eine Enthaltung dabei war ausdrücklich nicht inhaltlich begründet. Jetzt wird sich als nächstens die Gemeindevertretung am kommenden Donnerstag mit den Empfehlungen auseinandersetzen. Sollte auch von dort grünes Licht kommen, könnten die Baumaßnahmen im kommenden Jahr beginnen. Was den anderen Teil der Ortsdurchfahrt anlangt (Nieder-Gemünden nach Ruppertenrod), so könnte dieser Teil einer Landesstraße im übernächste Jahr 2012 erneut werden.

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