Von koscherem Essen und Holocaust-Gedenkstätte

Gemünden-Nieder-Gemünden (eva). Mit auf eine visuelle Reise durch Israel nahm Kurt Linker aus Homberg-Schadenbach am Mittwoch die Gäste, die zum Seniorennachmittag der Kirchengemeinde Nieder-Gemünden, Elpenrod, Hainbach und Otterbach ins Gemeindehaus nach Nieder-Gemünden gekommen waren.

Gemünden-Nieder-Gemünden (eva). Mit auf eine visuelle Reise durch Israel nahm Kurt Linker aus Homberg-Schadenbach am Mittwoch die Gäste, die zum Seniorennachmittag der Kirchengemeinde Nieder-Gemünden, Elpenrod, Hainbach und Otterbach ins Gemeindehaus nach Nieder-Gemünden gekommen waren. Interessiert lauschten die rund 50 Senioren den erläuternden Ausführungen Linkers zur beachtlichen Bilddokumentation über seine Reiseerlebnisse in das heilige Land, die er im Rahmen einer Studienreise mit dem Gruppenpfarramt Vogelsberg im Dezember erlebt hatte.

Der Bilder-Bogen von Referent Kurt Linker umfasste die wichtigsten Stationen der Reise durch das geschichtsträchtige Land, beginnend mit der Ankunft am Flughafen in Tel Aviv, den Eindrücken im Kibbuz Maagan direkt am See Genezareth im Norden des Landes gelegen, wo die Reisegruppe drei Tage verweilt hatte und in dieser Zeit unter anderem auch die Besonderheiten des "Koscher-Essens", wie beispielsweise keine Milch- und Fleischprodukte zusammen zu essen ("Du sollst nicht das Kalb in der Milch seiner Mutter kochen"), kennen lernte. Kurt Linker verstand es, den Senioren Wissens- und Sehenswertes der historischen Stätten auf Jesus Spuren näher zu bringen.

Er führte die Gäste mit seinen Bildern in die Hochlagen des Golangebietes, nach Gamla, nach Massada (Felsenfestung) im Norden, zu bedeutenden Kirchen und Kirchenresten; vorbei an Qazrin, der modernen und antiken "Hauptstadt" des Golan und dessen höchstem Berg, dem 2826 Meter hohen Berg Hermon. Die Senioren erfuhren von der Lebensweise der Drusen, einer eigenen Religionsgemeinschaft, sahen eindrucksvolle Bilder vom fruchtbaren Jordantal mit Anbaugebieten von Zitrusfrüchten, Gemüse und Getreide sowie von der jüdischen Stadt Zefat mit seinen an der schwarzweißen Bekleidung mit auffallend großen Hüten und Frisuren erkennbaren orthodoxen Juden.

Kurt Linker hatte mit seiner Kamera Szenen in Kana (Kanaan), in der Nähe von Nazareth eingefangen, dem Ort, wo Jesus bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt hatte und Eindrücke von einer Bootsfahrt auf dem See Genezareth; von der Brotvermehrungskirche mit dem Mosaik von Fischen und Brot in Tabgha, sowie von Kapernaum, wo Ruinen auf die Stadt Jesu hinwiesen, bildlich zusammengestellt.

Weiter führte die Reise in Wort und Bild zum Berg der Seligpreisung, wo mit der berühmten Bergpredigt Jesus die Loslösung des Christentums vom Judentum begonnen hatte; vorbei an Jericho, einem Besuch in Qumran, wo ein Hirtenjunge 1947 in einer Höhle in fast unzugänglicher Umgebung 2000 Jahre alte Schriftrollen, mit Schriftstücken des Alten Testamens, unter anderem auch Jesaja-Texte, in Tonkrügen entdeckt hatte, bis hin nach Jerusalem. Erschüttert, so berichtete Linker, sei die Vogelsberger Reisegruppe beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte gewesen und besonders die zur Erinnerung an 1,5 Millionen ermordete Kinder errichtete Gedenkstätte habe Fassungslosigkeit hinterlassen.

"In Jerusalem zeigte besonders die Altstadt vieles aus dem Leben von Jesus Christus", informiert Kurt Linker. Als besonders beeindruckend schilderte er die Via Dolorosa (Kreuzweg), den Berg Golgatha, die Grabeskirche und die Geburtskirche in Bethlehem.

Mit aussagekräftigen Bildern der Klagemauer, des zauberhaften Gartens Gethsemane, der Kirche der Nationen, des riesigen Friedhofs mit sehr alten Großgrabstätten, der Tränenkapelle, einer russischen Kirche, der St. Anna Kirche, des Ölbergs, dem Besuch der Knesset (israelisches Parlament) mit dem religiösen Symbols des Judentums, dem siebenarmigen Leuchter "Menora", sowie einem Abstecher in den Süden zum Toten Meer mit Besuch der Felsenfeste Massada endete die anschauliche Reisebeschreibung durch Israel.

Pfarrer Thomas Schill, dessen Andacht zum Seniorennachmittag ganz auf die Novemberstimmung ausgerichtet war, die er mit dem Wechselspiel zwischen Traurigkeit und Freude als "November-Blues", mit einer Stimmung zwischen Moll und Dur, bezeichnete, dankte Kurt Linker für die informative und unterhaltsame Israel-Reise in Wort und Bild, die auch von den Gästen mit einem kräftigen Applaus belohnt wurde. Zum Abschluss wurde noch darauf hingewiesen, dass der nächste Seniorennachmittag der Kirchengemeinde Nieder-Gemünden/Otterbach, Elpenrod und Hainbach, turnusgemäß am Mittwoch, dem 3. Dezember, im Gemeindehaus in Nieder-Gemünden stattfindet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare