Mit Holzwurm Kunibert lernten Kinder Orgel kennen

Gemünden-Nieder-Gemünden (eva). Die Katholische Pfarrgemeinde "Erscheinung des Herrn" hatte am Sonntag zum traditionellen Pfarrfest in und um die katholische Kirche eingeladen, dessen Höhepunkt am Nachmittag ein Orgelkonzert für Kinder war.

Gemünden-Nieder-Gemünden (eva). Die Katholische Pfarrgemeinde "Erscheinung des Herrn" hatte am Sonntag zum traditionellen Pfarrfest in und um die katholische Kirche eingeladen, dessen Höhepunkt am Nachmittag ein Orgelkonzert für Kinder war. Hatten in der 2005 begonnenen Orgelkonzertreihe schon zahlreiche Organisten die Klangvielfalt der "Königin der Instrumente" unter Beweis gestellt, so kamen bei dem etwas anderen Orgelkonzert am Sonntag vor allem die Kinder auf ihre Kosten. Denn in dem von den Regionalkantoren Eva-Maria Anton-Sokoli und Nicolo Sokoli aus Bad Nauheim gestalteten Konzert, wurde den kleinen Besuchern auf spielerische Weise Aufbau der Orgel und Orgelmusik näher gebracht. Damit die Kinder alles hautnah verfolgen konnten, durften sie den Logenplatz auf der Empore direkt bei der Orgel einnehmen.

Die übrigen Gottesdienstbesucher erlebten durch eine Bildübermittlung die Darbietungen an der vorderen Kirchenwand mit. Nach einer kurzen Einleitung und Ankündigung begann Eva-Maria Anton-Sokoli mit dem Präludium in C-Dur von Johann Sebastian Bach. Kaum, dass die ersten Töne erklangen, waren fremde Zwischenlaute zu hören. Denn durch das laute Spiel war der in der Orgel wohnende Holzwurm Kunibert (alias Nicolo Sokoli) in seinem Schlaf gestört worden und kam polternd und staunend in die Runde schauend aus seinem Versteck und verstand die Welt nicht mehr.

Die Organistin beruhigte ihn und erklärte Kunibert und den Kindern Schritt für Schritt das Instrument Orgel. Genau wie Kunibert waren die Kinder erstaunt über die Größe der aus unterschiedlichen Materialien bestehenden Orgelpfeifen, auf denen sie durch Hineinpusten Töne erzeugen konnten. Und somit war auch der nächste Schritt erklärt, nämlich, dass die Orgel ohne Luftzufuhr keinen Ton erzeugen kann. Die Kinder und Kunibert lernten, dass die größten Pfeifen die tiefsten und die kleinen Pfeifen die höchsten Töne erzeugen und sie hörten einige Beispiele dazu. "Sag mal, das da unten, das sieht aus wie ein Fußabtreter für Tausendfüßler", meinte Holzwurm Kunibert mit Blick auf die Pedalen, auf denen Eva-Maria Anton-Sokoli zum Erstaunen der Kinder mit den Füßen eine Melodie spielte. Interessiert lauschten die Kinder den Ausführungen und Darbietungen und hörten gespannt zu, als Kunibert erzählte, wie er in die Orgel gekommen war.

Einst hatte er mit seiner ganzen Familie in einer großen Orgel in einem Kloster gewohnt, war von den Melodien immer wieder geweckt worden, wie zum Beispiel dem Lied "Kuckuck", das er sofort am Sonntag wieder erkannte, als es unter Mitsingen der Kinder gespielt wurde. Kunibert erinnert sich an Schwester Blanka, die immer die Kirche mit Blumen geschmückt und dabei gesungen hat und so hörten die Kinder ein beschwingtes Lied. Ebenso erklangen passende Melodien zu Erzählungen Kuniberts von einem Zoobesuch.

Geschickt ließen sich die Kinder in die Erzählungen einbinden und wussten ihrerseits einiges beizutragen. Kunibert war in der Nieder-Gemündener Orgel gelandet, nachdem sich die Familie getrennt hatte, denn eine ganze Holzwurmfamilie war zuviel für die Orgel im Kloster. Jetzt hatten Kunibert und die Kinder soviel über die Orgel und ihre Funktionen gelernt, dass er befürchtete, mit einem weiteren Verweilen im kostbaren Gerät Schäden verursachen zu können. ie Organistin schlug ihm mit den Kindern vor, sich ein anderes Domizil, wie beispielsweise den Bad Nauheimer Kurpark zu suchen.

Eva-Maria Anton-Sokoli und Nicolo Sokoli ernteten für ihr gelungenes kindgerechtes Konzert, bei dem unter anderem Melodien von Johann Sebastian Bach, Francois Couperin und Nigel Ogden zu hören waren, sowie für ihre Geschichten und leicht verständlichen Informationen rund um die Orgel reichlichen Applaus von den kleinen und großen Besuchern.

Begonnen hatte das Pfarrfest um 12 Uhr mit einem von Kaplan Thomas Winter gehaltenen Familiengottesdienst, der von der Schola Epiphani unter der Leitung von Daniela Jensen und der Organistin Dr. Stephanie Jäger mit traditionellen Liedern aus dem Gesangbuch und moderneren geistlichen Liedern umrahmt wurde. Dem schloss sich das gemütliche Beisammensein rund um die Kirche mit Grillspezialitäten, einem Salatbuffet, Getränken sowie Kaffee und einer reichhaltigen Auswahl an Kuchen an.

Schon jetzt wurde darauf hingewiesen, dass die Konzertreihe in der Pfarrkirche am Sonntag, 16. November, um 18 Uhr, mit einem Orgelkonzert mit dem Domkantor am Wormser Dom, Dan Zerfaß, fortgeführt wird, zu dem schon jetzt eingeladen wird.

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