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Alpinwanderer am Ziel der Tour in den Dolomiten: Dirk Queckbörner, Jürgen Scharmann, Klaus-Dieter Jensen, Reiner Köhl, Markus Hüttel und Burkhard Köhl.

Glücklich vor den Drei Zinnen

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Gemünden (ek). Wie stets in den vergangenen Jahren unternahmen sechs Freunde, die alle aus Gemünden stammen, eine Tour in den Bergen. In sieben Tagen wanderten sie vom Watzmann am Königssee durch ganz Österreich zu den Drei Zinnen in Italien.

Gegen Mittag des ersten Tages stieg man bei hochsommerlichen Temperaturen vom Königssee über die Saugasse zum Kärlingerhaus am Funtensee auf.

Der nächste Tag führte zunächst über das Steinerne Meer. Kurz nach dem Start setzte bei eisigen Temperaturen in über 2000 Metern Höhe heftiger Regen mit Hagel ein, der beim steilen Abstieg nach Maria Alm nachließ. Eine urige Hütte im Käfertal war das Tagesziel. Da wieder schlechtes Wetter für den frühen Nachmittag angekündigt war, startete man am nächsten Morgen schon um 6 Uhr zur Pfandlscharte in 2665 Metern Höhe. Die letzten 300 Höhenmeter führten über ein Schneefeld - erst steil hinauf, dann ebenso steil hinab. Obwohl man stets versucht, jedes Gramm im Tourenrucksack einzusparen - ohne die extra mitgenommenen Aufstiegshilfen wäre das nicht zu schaffen gewesen.

Der kurze Gegenanstieg und tiefe Abstieg zum traditionsreichen Glocknerhaus verlief problemlos. Am folgenden Tag war das Wetter beständiger geworden und auf der langen Tagesetappe kam immer wieder der Großglockner in Blick, der höchste Berg Österreichs. Wieder ging es den ganzen Tag im Wechsel steil hinauf und hinab. Keine Überraschung: Wenn man die Alpen quert, müssen viele Berge überwunden werden. Das Lucknerhaus unter dem Großglockner entschädigte für die Mühen des Tages. Die nächste Etappe begann recht beschaulich mit einem Taxitransfer ins schöne Defreggental. Jetzt war man schon tief nach Österreich gewandert. Der Tag hatte aber noch seine Herausforderungen und stimmte mit mehr als sieben Stunden reiner Gehzeit über hohe Berge und durch tiefe Täler auf den nächsten Tag ein, der einer der anstrengendsten der Tour werden sollte. An diesem sechsten Tag mussten 2500 Höhenmeter überwunden werden. Auf dem sehr steilen Weg zum Toblacher Pfannhorn wünschte sich der eine oder andere, er hätte weniger ausgiebig gefrühstückt. Oben angekommen, entschädigte der grandiose Rundumblick für alle Anstrengungen.

15 000 Höhenmeter überwunden

Dort überschritt man die Grenze nach Italien und hatte das erste Mal das Ziel der Tour vor Augen - die Drei Zinnen in den Dolomiten. Über die Bonner Hütte stieg man tief nach Südtirol hinab. Nach einem kurzen Taxitransfer über Sexten galt es nur noch eine halbe Stunde zur Drei-Schuster-Hütte aufzusteigen. An diesem letzten Übernachtungsort der Tour wurde der lange Tag mit dem einen oder anderen Glas Wein beschlossen. Mittlerweile waren alle gut eingelaufen und so stellte der 1000-m-Anstieg durch das Innerfeldtal hoch zur Drei-Zinnen-Hütte kein Problem mehr dar. Oben vor der imposanten Kulisse der Drei Zinnen waren alle glücklich und ein bisschen stolz, die lange und nicht immer ungefährliche Tour gut überstanden zu haben. In den zurückliegenden sieben Tagen hatte man 15 500 Höhenmeter zu Fuß überwunden. Der Bus, der die Bergkameraden nach dem Abstieg aufnahm und an den Königssee zurückbrachte, benötigte mehr als vier Stunden. Bevor die Freunde die Heimfahrt nach Hessen antraten, verbrachten sie noch einen Tag in Inzell.

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