"Gemündener Appell" für mehr Flüchtlingshilfe

Gemünden(gkm). Mehr Bereitschaft, den geflüchteten Menschen auf den griechischen Inseln zu helfen, erwarten die Flüchtlingsinitiativen von den verantwortlichen Politikern im Vogelsbergkreis. Im "Gemündener Appell" rufen sie dazu auf, trotz der Herausforderungen, welche die Corona-Pandemie im Moment den Menschen hier stellt, denjenigen Unterstützung zu leisten, die sie zum Überleben benötigen. "Wir haben uns sehr gefreut, dass sich der Kreistag dafür ausgesprochen hat, zehn Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen. Aber in Anbetracht der großen Not, die weiterhin auf Lesbos und anderen griechischen Inseln herrscht, halten wir es für geboten, das Signal zu senden, dass mehr Hilfe nötig ist und der Landkreis bereit ist, zu handeln," erläutert Rainer Lindner von der Flüchtlingsinitiative Gemünden die Intention.

Diese richtet sich an den Landrat und die im Kreistag vertretenen Parteien. Sie wird bereits unterstützt von der Flüchtlingsinitiative Lauterbach, dem evangelischen Dekanat Vogelsberg, der Musikerin Anka Hirsch, Pfarrerin Ursula Kadelka (Felda) und Schriftstellerin Astrid Ruppert.

Neben dem Elend auf den griechischen Inseln dürfe auch nicht aus dem Blickfeld rücken, dass weiter Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken. "Wir rufen Sie deshalb auf, die letzte Beschlussfassung des Kreistags noch einmal zu überdenken. Erklären Sie sich bereit, nicht nur unbegleitete Jugendliche, sondern besonders hilfsbedürftige Personen aufzunehmen. Gehen Sie bei der Gestaltung des Angebots an die Grenze der Möglichkeiten, die im Landkreis vorhanden sind. Das ist aus humanitären Gründen dringend geboten", heißt es im Aufruf.

Viele Bürger wollten helfen

Dabei verweisen die Initiatoren auf das Engagement der vielen Vogelsberger, die dazu beigetragen hätten, den Satz der Bundeskanzlerin. "Wir schaffen das" im Alltag mit Leben zu füllen. Die Bereitschaft, Menschen zu helfen, die aus Krieg und Gewalt aus ihren Heimatländern geflohen sind, habe sich im Vogelsbergkreis an vielen Orten gezeigt. "Lassen Sie uns an diese erfolgreichen Bemühungen anknüpfen und Menschen, die Hilfe dringend brauchen, diese zukommen", heißt es im "Gemündener Appell" weiter. Die Herausforderung durch die Corona-Pandemie solle nicht dazu führen, denjenigen Hilfe zu verweigern, die in weitaus schwierigeren Existenzbedingungen zurechtkommen müssen. Da der Landkreis nicht in eigener Kompetenz das Versagen der europäischen Politik kompensieren könne, solle er sich mit anderen Kreisen, Städten und Gemeinden zusammenschließt, um gegenüber den verantwortlichen politischen Ebenen entschlossenes Handeln einzufordern. "Wir würden es auch sehr begrüßen, wenn sich der Vogelsbergkreis doch noch zu einem Beitritt zum Bündnis Seebrücke entschließen könnte."

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