Radweg

Vor Geländekauf Alternativen prüfen

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Was in der Nachbarstadt Homberg seit 15 Jahren diskutiert wird, das sollte in Gemünden nicht an einem Abend entschieden werden. Über den Radweg wird noch gesprochen.

Vor dem Ankauf von Gelände für den Ausbau der alten Bahntrasse zwischen den beiden Orten will sich eine Mehrheit der Gemeindevertreter bei einem Ortstermin im Umfeld von den drei Brücken über die Ohm (A 5-Brücke, ehemalige Bahnbrücke, gemeindliche Brücke) informieren, ob es nicht auch andere Streckenlösungen gibt. Am Donnerstag Abend zeigte sich nur die SPD bereit, dem Vorschlag des Gemeindevorstandes zu folgen und rund 13 000 Quadratmeter Bahnfläche zum symbolischen Preis von einem Euro zu erwerben. BGG und UBL sahen keinen Zeitdruck, aber noch Informationsbedarf.

Weg für Radler und Landwirte

In den Diskussion zur Erweiterung des kommunalen Radwegenetzes und damit auch des R 6 leitete Bürgermeister Lothar Bott mit einer Bestandsaufnahme und einem Ausblick ein. Die Nachbargemeinde Mücke hat demnach den Radweg bis zur Gemeindegrenze von Königsaasen/Kläranlage bis zur Gemeindegrenze hergestellt. Gemünden hat verschiedene Bauabschnitte vor sich, nachdem vor Jahren mit dem Brühlsteg begonnen worden war. Zu den ausstehenden Abschnitten gehören das Bahnhofsumfeld und der Fußweg zwischen Burg- und Nieder-Gemünden. Zu diesem ist in der Diskussion, ihn wegen des vorgesehenen Baugebietes zwischen beiden Ortsteilen oberhalb der Straße auch oberhalb anzulegen.

Unabhängig von einem Radweg geht es laut Bott in der Ohmaue auch um das Anbinden eines Wirtschaftsweges, der nach Bewertung im SILEK-Projekt bedeutend sei, an Flächen in der Ohmaue. Das sei über die stillgelegte Trasse praktikabel. Es ist der Feldweg, der nach Überqueren des Bahnüberganges in Richtung Homberg gleich nach links unten abzweigt. Wenn dieser Weg nicht für den R 6 genutzt werden kann, müssten die Radler Richtung Homberg bis zum Parkplatz an der Landesstraße fahren.

Das Anbinden des Weges bedeute auch, dass Landwirte zwischen Burg- und Nieder-Gemünden fahren können, ohne die Ortslagen zu belasten. Tobias Reitz (BGG) sah es positiv, dass der Radweg weiter geführt werden könne. Wegen möglicher Streckenalternativen in der Ohmaue sollte das Thema aber noch einmal im Ausschuss behandelt werden. Dem hielt der Bürgermeister entgegen, auch wenn es Alternativrouten gebe, komme man an den Bahnflächen nicht vorbei.

Walter Momberger (BGG) regte einen Ortstermin und ein Aufschieben der Entscheidung an. Lukas Becker begrüßte für die SPD die Möglichkeit des Kaufes, und signalisierte sofortige Zustimmung. Auch Roland Wagner von der UBL signalisierte grundsätzliche Zustimmung, aber eine Ortsbesichtigung solle vorher stattfinden. Bei vier Gegenstimmen der SPD wurde der Antrag dann in den Bauausschuss verwiesen.

Viele Bushaltestellen in der Gemeinde sind unzureichend beleuchtet. Darauf hatte die SPD vor elf Monaten aufmerksam gemacht. Unterstützt von den anderen Fraktionen waren in der Folge Möglichkeiten einer Verbesserung geprüft worden. Bauausschuss-Vorsitzender Bernd Harres berichtete, die Kosten dafür seien aus Sicht des Ausschusses nicht zu rechtfertigen.

Statt dessen solle man den Energieversorger anfragen, ob an den bestehenden Laternen eine bessere Beleuchtung installiert werden kann. Nach Angaben von Bürgermeister Lothar Bott wird die OVAG in den nächsten Wochen die Situation prüfen und Vorschläge in Verbindung mit Kostenansätzen einreichen. Und Bott gab noch eine andere grundsätzliche Anregung.

Wenigstens 95 Prozent der Busnutzer seien Schüler, und ganz viele der Kinder würden dunkle Kleidung tragen. Eine kostengünstige Verbesserung sei es, wenn die Kinder helle oder reflektierende Kleidung tragen. Dann seien sie auch auf dem Weg zur Bushaltestelle sicherer.

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