Feuerwehren in zwei Löschzüge aufteilen?

Gemünden-Burg-Gemünden (eva). Dieser Tage fand die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr statt, zu der Vorsitzende Alexandra Richber auch Gemeindebrandinspektor Udo Richber und Bürgermeister Lothar Bott sowie die Ehrenmitglieder willkommen hieß.

Die Feuerwehr, mit 209 Mitgliedern einer der größten Vereine in Burg-Gemünden, blickt 2013 auf eine 75-jährige Vereinsgeschichte. Das Jubiläum soll am zweiten August-Wochenende mit einem Feuerwehrfest samt Kommers und Umzug gefeiert werden.

Im Jahresbericht informierte Alexandra Richber über die Aktivitäten des Vereins. So habe man Vereinsmitgliedern privaten Anlässen gratuliert, am Gemeindefeuerwehrtag in Hainbach, am Stadtfeuerwehrtag in Dannenrod und am Kreisfeuerwehrverbandstag in Landenhausen sowie an weiteren Jubiläumsfeiern teilgenommen. Mit Burschenschaft, Gesangverein, Landfrauen und Kegelclub hatte die Feuerwehr am dritten Adventsonntag zum vorweihnachtlichen Dorffest eingeladen. Ein besonderes Dankeschön richtete Alexandra Richber an die Familie Müller.

Wehrführer Mario Röhrich informierte, dass der Einsatzabteilung zurzeit 33 männliche und sechs weibliche Mitglieder angehören. Im abgelaufenen Jahr gab es 20 Übungen. Außerdem fand ein Brandsicherheitsdienst in der Mehrzweckhalle statt. Lobend erwähnte der Wehrführer, dass die Übungsbeteiligung im Vergleich zum Jahr davor gestiegen war. "Das soll aber nicht heißen, dass man sich darauf ausruhen soll, da die standortbezogenen Übungen das A und O einer Wehr sind und den sicheren Ablauf im Einsatz gewährleisten", so Röhrich.

Dies habe sich besonders bei einem Wohnhausbrand im Mai erwiesen, bei dem sowohl die Feuerwehren aus Burg- und Nieder-Gemünden, Ehringshausen und Bleidenrod, als auch die Drehleiter der Feuerwehr Homberg im Einsatz waren. Nachdem die Kapazität der verfügbaren Atemschutzgeräte zur Neige ging, wurde außerdem ein in Alsfeld stationierter Atemschutzgerätewagen angefordert und zur Absicherung der Einsatzkräfte war auch die Notärztin Dr. Ilse Römer vor Ort und es stand ein Rettungswagen des DRK in Bereitschaft. Alles in allem, so Mario Röhrich seien 71 Feuerwehrleute, davon zwölf Atemschutzgeräteträger, mit 14 Fahrzeugen im Einsatz gewesen.

Insgesamt wurde die Wehr zu 13 Einsätzen alarmiert gerufen, die sich in vier Brandeinsätze sowie acht technische Hilfeleistungen und einen Fehlalarm gliederten. Neben genanntem Wohnhausbrand waren die Wehrleute zur Löschung eines brennender Holzhaufens in Burg-Gemünden, eines Waldbrandes in Ehringshausen und eines Pkw-Brandes in Otterbach im Einsatz, hatten nach Unwettern Straßen von umgestürzten Bäumen befreit, Ölspuren beseitigt, eine Notwasserleitung in Elpenrod verlegt sowie technische Hilfe bei einer Türöffnung geleistet.

Lobend erwähnte der Wehrführer die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen. So hatten Christoph Schad und Dennis Schneider einen Truppenführerlehrgang in Alsfeld absolviert, Jürgen Köhl und der Wehrführer selber an einem Gerätewartlehrgang und Mario Röhrich auch an einem Zugführerlehrgang in Kassel teilgenommen.

Christoph Schad und Dennis Schneider wurden vom Gemeindebrandinspektor zu Hauptfeuerwehrmännern befördert, Lukas Wehrwein, Jan Zöller und Matthias Prix (nicht anwesend) in die Einsatzabteilung der Feuerwehr übernommen und Jürgen Köhl wurde das Amt des Gerätewartes übertragen.

Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Ernst Horst Hoyer und in Abwesenheit Wolfgang Schmidt für 25-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt und Werner Schwing und Herbert Schäfer zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Im Rahmen des Rechenschaftsberichtes informierte der Kassenwart Mirko Justus detailliert über den Kassenstand sowie über Ein- und Ausgaben des letzten Jahres.

Die Kasse hatten Eckhard Reitz und Jürgen Köhl geprüft. Sie bescheinigten eine einwandfreie Buchführung und dem Vorstand wurde auf Antrag einstimmig Entlastung erteilt. Kassenprüfer für das laufende Jahr sind Jürgen Köhl und Rainer Köhl.

Bürgermeister Lothar Bott überbrachte Grüße und bedankte sich für die ehrenamtlichen Arbeiten. Er betonte nochmals die Bedeutung der Übungstätigkeit. Bott teilte weiterhin mit, dass die Gemeinde beabsichtigt, einen Rettungszylinder anzuschaffen.

Gemeindebrandinspektor Udo Richber übermittelte die Grüße von Kreisbrandinspektor Werner Rinke und dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Burg-Gemündener Wehr. Erfreulicher Weise hätten sich die Einsätze für die Gemündener Feuerwehren in 2011 mit 21 Einsätzen gegenüber 2010 mit 44 Einsätzen, halbiert. Richber erwähnte nochmals den Wohnhausbrand in Burg-Gemünden, der den Einsatzkräften einiges abverlangte.

Die angeschafften Hohlstrahlrohe hätten sich bereits bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Ehringshausen bewährt und seien auch für Innenangriffe wichtig. Vorgesehen sei den Bedarfs- und Entwicklungsplan fortzuschreiben, denn künftig müssten unter anderem Fotovoltaikanlagen darin Berücksichtigung finden.

Mit einem Blick in die Zukunft meinte Richber, dass man zwar derzeit mit dem 1. Zug, bestehend aus den Burg- und Nieder-Gemündener Wehren, ganz gut dastehe. Doch langfristig könne man sich hinsichtlich der zu erwartenden Personalentwicklung in den Feuerwehren einer Umstrukturierung nicht verschließen. Hier solle man neue Wege gehen und beispielsweise auch die Möglichkeit ins Auge fassen, die Gemündener Wehren in zwei Löschzüge aufzuspalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare