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Peter Gabriel

Entscheidungen muss man überdenken können

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Gemünden (rs). Der Einstieg in die konstituierende Sitzung einer Gemeindevertretung ist nur wenig reglementiert. Die Sitzung eröffnet der Bürgermeister, die Leitung der dann folgenden Wahl eines Vorsitzenden obliegt dem ältesten Gemeindevertreter. Das war am Donnerstag Peter Gabriel (SPD). Hatte bereits Bürgermeister Lothar Bott die Eröffnung für einen kurzen Rück- und Ausblick ( siehe Artikel oben auf dieser Seite ) genutzt, so widmete sich Gabriel etwas ausführlicher dem Thema Verantwortung in der Politik.

Dabei schlug er auch den Bogen von der Bundespolitik zu Debatten im Vogelsbergkreis. Gabriel appellierte, die Kommunalpolitiker sollten sich jederzeit über die Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst sein. Das sollte so sein, wenn es um wenig Geld gehe und auch dann, wenn Millionenbeträge zur Debatte stünden. Was die Tragweite von politischen Entscheidungen anlangt, so griff Gabriel das Beispiel des Weiterbaus der A 49 auf. Denn er berichtete von seinem Eindruck, dass dann, wenn in den vergangenen Monaten die Kameras und Mikrofone rund um den Dannenröder Wald aus seien, viele Befürworter des Weiterbaues bedeutet hätten, aus heutiger Sicht würden sie nicht mehr so entscheiden. Aber es sei vor vielen Jahren so entschieden worden, “jetzt interessiert eine Änderung nicht mehr„, legte Gabriel seinen Eindruck dar. Denn das bedeute einzugestehen, dass die alte Entscheidung ein Fehler gewesen sei. So werde also Verantwortung nur formal übernommen. Das sei menschlich verständlich, gestand Gabriel zu. Es sei schwer, vorauszusagen, was die neue Autobahn für Gemünden bedeutet. Allerdings müsse man beim Thema Lärmschutz am Ball bleiben. Gabriel hoffte, dass jetzt nicht enttäuschte Gegner der A 49 daraus den Schluss zögen, Demokratie sei das falsche politische System. Aber in einer Demokratie müssten Entscheidungen, die sich unter neuen Kriterien als falsch erwiesen, überdacht und gegebenenfalls korrigiert werden. Nur so seien demokratische Entscheidungen auch kluge Entscheidungen. FOTO: PM

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