Ärger wegen Hallenmiete

Das Interesse war groß. Gut 90 Gemündener wollten sich am Mittwoch über Aktuelles aus der Kommunalpolitik informieren. Sicher für viele neu ist der Plan für eine größere Fotovoltaikanlage bei Ehringshausen. Auf Widerspruch stieß die Erhöhung der Miete in der Mehrzweckhalle. Skeptische Stimmen gab es zum Bahnhofsumfeld. In der regen Diskussion unter der Moderation von Parlamentsvorsitzendem Karl Pitzer warb Bürgermeister Lothar Bott unter anderem für mehr Engagement in der Gemeindepolitik.

Das Interesse war groß. Gut 90 Gemündener wollten sich am Mittwoch über Aktuelles aus der Kommunalpolitik informieren. Sicher für viele neu ist der Plan für eine größere Fotovoltaikanlage bei Ehringshausen. Auf Widerspruch stieß die Erhöhung der Miete in der Mehrzweckhalle. Skeptische Stimmen gab es zum Bahnhofsumfeld. In der regen Diskussion unter der Moderation von Parlamentsvorsitzendem Karl Pitzer warb Bürgermeister Lothar Bott unter anderem für mehr Engagement in der Gemeindepolitik.

In den nächsten zwei Jahren soll eine große Fotovoltaikanlage am Bahndamm nahe Ehringshausen errichtet werden, wie Günter Mest von der Energiegenossenschaft Vogelsbelsberg (EGV) anhand einer kleinen Präsentation erläuterte. Zunächst ist eine Leistung von 750 Kilowatt/Peak vorgesehen, der Wert gibt die Leistungsfähigkeit bei optimalen Bedingungen an. Ein Pachtvertrag mit einem Landwirt ist geschlossen. Insgesamt umfasse die Investition rund 1,1 Millionen Euro. Im Unterschied zu Windparkplanungen muss der Bau von der Gemeinde positiv begleitet werden, sonst ist er nicht machbar.

Wer soll das bezahlen?

Möglich wird ein solcher Bau, weil Ehringshausen als "benachteiligtes Gebiet" eingestuft ist, deshalb darf die Solarstromanlage auf Ackerland entstehen. Die Planungen laufen an, doch es ist bereits festgelegt, dass die EGV den Ortsbewohnern Beteiligungen anbietet, die eine Verzinsung von 2,75 bis vier Prozent bieten sollen.

Bürgermeister Bott unterstützt das Vorhaben, zumal er im Aufsichtsrat der Genossenschaft sitzt: "Es ist gut, dass eine regionale Gesellschaft die Anlage plant und die Bürger von Anfang an mit einbezieht." Die EGV werde einen Antrag stellen, über den die Gemeindevertretung entscheidet. Betreiber der Anlage soll eine Tochtergesellschaft werden, die ihre Gewerbesteuer vor Ort zahlt. Die Laufzeit des Solarparks ist auf 20 Jahre ausgelegt. Auf die Frage eines Bürgers nach dem Mitspracherecht sagte Bott, das sei im Bauleitplanverfahren möglich.

Eine kurze Debatte lösten die Planungen für das Bahnhofsumfeld aus. So erläuterte Bott, dass die Gemeinde Fördermittel für die Umgestaltung des Bahnhofs aus Mitteln für den öffentlichen Nahverkehr beantragen will. Umgestaltet wird das lang gezogene Grundstück des Bahnhofsgebäudes, dort sollen Bänke und Parkplätze sowie Grünanlagen entstehen. In diesem Zusammenhang wird ein Umbau der Bahnhofstraße geprüft. Einbezogen werde der Fernradweg R 6, der am Bahnhof vorbeiführt. Durch eine Kombination von Fördermitteln sollen die Kosten für Gemeinde und Anwohner gering gehalten werden.

Eine Besucherin war dennoch skeptisch: "Da wohnen doch nur fünf Anlieger, wer soll das bezahlen?". Ein anderer Besucher meinte, es sei der "größte Schwachsinn gewesen, das Bahnhofsgebäude zu kaufen".

Bott unterstrich, dass man froh sein könne, einen Bahnhalt in der Gemeinde zu haben. Andere Bahnhöfe seien stillgelegt worden, der Zug fahre nur noch durch. Jeder ärgere sich "über die Hütte, die da steht", und die Gemeindegremien seien seit zwölf Jahren dabei, eine gute Lösung zu finden. Die Bürger sollten erst einmal abwarten, bis die Kosten ermittelt sind, bevor sie ein solches Vorhaben grundsätzlich ablehnten.

Eine lebhafte Debatte ergab sich noch bei den Gebühren für die Mehrzweckhalle. So beschwerte sich eine Vertreterin des TSV, dass der Mietpreis für die Faschingsveranstaltung drastisch gestiegen ist. So werde die Vereinsarbeit zunichte gemacht.

Das unterstützte ein Sprecher der Burschenschaft, die ebenfalls für die Kirmes eine höhere Miete zahlen soll. Bott verwies darauf, dass der Gemeindevorstand eine Anhebung der Mieten beschlossen habe, weil er die finanzielle Lage der ganzen Gemeinde im Blick habe.

Schlag für Vereinsarbeit?

Erhöht wurde die Miete für Veranstaltungen, die einen Gewinn erzielen, nicht für Übungsstunden. Man unterstütze das Ehrenamt über Vereinsförderung und zudem sei der Getränkevertrag gekündigt worden, "damit die Vereine durch cleveren Enkauf mehr Gewinn machen können".

So ganz zufrieden waren einige der Besucher nicht mit der Auskunft. So mahnte ein Teilnehmer an, dass die Beteiligung der Bevölkerung an Veranstaltungen zurückgehe, was ein Problem sei.

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