Nahe Gemünden soll das Autobahndreieck A5/A 49 errichtet werden, die Dimensionen macht eine Planzeichnung der DEGES deutlich. Die Gemeindevertretung fordert Lärmschutz und die Benennung als "Gemündener Dreieck". FOTO: PM
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Nahe Gemünden soll das Autobahndreieck A5/A 49 errichtet werden, die Dimensionen macht eine Planzeichnung der DEGES deutlich. Die Gemeindevertretung fordert Lärmschutz und die Benennung als "Gemündener Dreieck". FOTO: PM

Gemünden fordert Lärmschutz

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Wenn die Autobahn in rund vier Jahren fertig sein soll, dann wird es für direkte Anwohner lauter. Neben Betroffenen in Homberg wird auch im benachbarten Gemünden der Ruf nach geeignetem Lärmschutz laut. Denn dort tritt die neue Autobahn auf die vorhandene A5.

Das neue Autobahndreieck von A 5 und A 49 soll direkt bei Nieder-Gemünden gebaut werden. Geplant sind sehr große Brücken, um die Fahrspuren über die bestehende Strecke hinweg zu führen. Vor diesem Hintergrund befasste sich die Gemeindevertretung Gemünden in der jüngsten Sitzung gleich mehrfach mit den Planungen für den Autobahnbau, so fordert man einen Lärmschutzwall für die Ortslagen und würde künftig gern am "Gemündener Dreieck" leben. Doch in beiden Bereichen kommt man nicht so recht voran.

So berichtete Bürgermeister Lothar Bott von Gesprächen mit der Planungsgesellschaft DEGES, der Baufirma Strabag und der Flurneuordnungsbehörde über das Aufschütten von überschüssigen Erdmassen zu einem Lärmschutzwall. Beim Bau der Autobahn A 49 muss die Baufirma "1,2 Millionen Kubikmeter Erde wegbekommen". Entlang der A 5 bei Gemünden könnte man rund 700 000 Kubikmeter des Materials aufschütten und so für besseren Lärmschutz der Gemündener sorgen.

In dem Gespräch sicherten Vertreter der Strabag zu, die Nutzung der überschüssigen Erdmassen zu prüfen. "Wir versuchen, was möglich ist", sagt Bott, allerdings sei der Einfluss der Gemeinde gering. Denn die Autobahn wird durch den privaten Generalunternehmer Strabag gebaut, finanziert als sogenanntes ÖPP-Projekt.

Lukas Becker (SPD) unterstützt das Vorgehen des Gemeindevorstands, das vom Parlament einstimmig befürwortet wurde. Walter Momberger (BGG) wunderte sich, dass es immer noch keine Einigung gibt. Denn es solle ja bereits im nächsten Jahr gebaut werden. Sein Fraktionskollege Tobias Reitz erinnerte an die starke Lärmbelastung, die jetzt schon von der nahen Autobahn ausgeht. Nachts sei es unmöglich, mit geöffnetem Fenster zu schlafen. Er schlug vor, die Gemeinde solle sich bereits jetzt um die Flächen kümmern, die für einen solchen Erdwall entlang der A 5 benötigt werden.

Bislang keinen Erfolg hat die Gemeinde bei ihrem Versuch, das künftige Ohmtaldreieck als "Gemündener Dreieck" zu benennen. Hierzu gab es eine Nachfrage der BGG, auf die Bott entgegnete, dass die Gemeinde bereits im Planfeststellungsverfahren diese Forderung erhoben hat. Das habe der Vorstand in einem Brief an das Amt für Bodenmanagement bekräftigt. Auf das Schreiben vom September gab es keine Antwort. Ebenso wenig konnte Bott auch bei Gesprächen mit Vertretern der Flurneuordnungsbehörde und der Planungsgesellschaft DEGES erreichen.

Das mochte Tobias Reitz (BGG) nicht so stehen lassen. Er hat an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir geschrieben und bereits vor einigen Wochen zur Antwort erhalten, dass die Gemeinde bereits im Jahre 2012 der Benennung "Ohmtaldreieck" zugestimmt habe. Nun sei keine Änderung mehr möglich. Keinen Erfolg hatte der Gemeindevorstand mit dem Widerstand gegen die Aufforderung, Flächen zur Verfügung zu stellen. Die Flurneuordnungsbehörde habe kurzerhand "eine vorläufige Besitzeinweisung" der Gemeindeflächen angeordnet, erläuterte Bott. Nach eingehender Beratung hat der Gemeindevorstand auf einen Widerspruch verzichtet.

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