Blühstreifen

Die Gemeinde wird bunter

  • VonJutta Schuett-Frank
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Politiker haben blühende Wiesen entdeckt. Aber müssen dafür an die Bürger Samentütchen ausgegeben werden? Freie Wähler aus Mücke haben sich informiert, das Ergebnis ist erstaunlich.

Am Sonntag ging es für Mitglieder der Freien Wähler auf die Wiese, genauer zu Blühstreifen in Groß-Eichen. Rainer Orth hatte zum Besichtigungstermin eingeladen. Die Mitglieder der Freien Wähler dankten Rainer Orth für seine Initiative. In dem Blütenmeer fliegen inzwischen Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und vieles mehr.

Im Vogelsbergkreis wurden in diesem Frühjahr zahlreiche Blühflächen und -streifen als Bienen- und Insektenweiden angelegt. Rainer Orth erhielt von der Naturlandstiftung Blühmischungen für zwei Hektarund die restlichen Samen hat er aus eigener Tasche gekauft. Mit den Mischungen und wurden in acht Gemarkungen bei mehreren Landwirten und in privaten Gärten Blühstreifen angelegt. Die längsten Blühstreifen gibt es am Hofgut Eisenbach bei Lauterbach auf mehreren Kilometern. In Groß-Eichen haben in diesem Jahr zwei Landwirte und weitere fünf Privatpersonen Blühflächen angelegt. das Saatgut trägt Namen wie »Veitshöchheimer Bienenweide«, Tübinger Mischung oder »Lebensraum.« Die Aussaat erfolgte bereits im April und Mai. Das Land hatte Rainer Orth entsprechend vorbereitet. Das Saatgut mit einer entsprechenden Sojaschrotmenge vermischt. »Die Blühflächen sind ein Insektenparadies dar,« sagte Rainer Orth jetzt bei der Besichtigung. Bei schönem Wetter summt und brummt es den ganzen Tag. Auf ein Pflücken der Blumen soll aber bitte verzichtet werden.

Saatgut zur 1000-Jahr-Feier

Rainer Orth berichtete von seinen Erfahrung. In Ackerbauregionen mit Rapsanbau sollten nur Blumenmischungen ohne Kreuzblütler-Anteil zur Aussaat gelangen, lautet sein Rat. Denn durch die Kreuzblütler werden Rapsschädlinge vermehrt. So wurde beobachtet, dass der Rapsglanzkäfer beim Ölrettich alle Blütenknospen zerfraß und sich keine einzige Blüte einstellte. »Die bunten Streifen kann jeder Grundstücksbewirtschafter und Gartenbesitzer selbst anlegen«, sagte Ortsvorsteherin Petra Grün. Im Rahmen der 1000-Jahr-Feier Groß-Eichen sollen noch mehr Blütenstreifen angelegt werden. Die Gemeinde hat beschlossen, für das nächste Jahr Saatgut zur Verfügung zu stellen, sagte Jutta Schütt-Frank vom Gemeindevorstand, »dann dürfte es in der Großgemeinde um einiges bunter werden.«

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