Kommunalpolitiker mit Bürgermeister Edwin Schneider (2. v. l) und Revierleiter Peter Kraus (l.) bei einem Rundgang durch den Stadtwald. FOTO: AU
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Kommunalpolitiker mit Bürgermeister Edwin Schneider (2. v. l) und Revierleiter Peter Kraus (l.) bei einem Rundgang durch den Stadtwald. FOTO: AU

Wie geht es weiter mit dem Wald?

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein(au). Der Stadtwald hat sein Aussehen zum Negativen verändert: Schäden durch Borkenkäfer und Windwürfe legen den Kommunalpolitikern nahe, eine Neuausrichtung bei der Wiederaufforstung einzuschlagen. Auf Einladung des Vorsitzenden des Land- und Forstwirtschaftlichen Ausschusses, Jörg Hermann, verschafften sich Vertreter des Ulrichsteiner Parlaments, des Magistrats zusammen mit Bürgermeister Edwin Schneider und dem Revierleiter Peter Kraus bei einem abendlichen Waldbegang einen Überblick über die aktuelle Waldschadenssituation im Ulrichsteiner Stadtwald.

In einem kurzen Referat zog Forstmann Peter Kraus eine Zwischenbilanz zur Aufarbeitung des Kalamitätsholzes. So seien in den letzten sechs Wochen rund 4500 Festmeter Borkenkäfer-- und Windwurfholz in den Gemarkungen Feldkrücken und Ulrichstein aufgearbeitet worden. Über 2000 Festmetern müssen nach jetzigem Stand in den Gemarkungen Bobenhausen, Wohnfeld, Unter-Seibertenrod und in der Kernstadt Ulrichstein noch aufgearbeitet werden.

Starker Preisverfall

Aufgrund einer strengen Kontingentierung bei den eingesetzten Firmen wurde der Einsatz unterbrochen und soll im Herbst fortgeführt werden, sobald der Absatz des eingeschlagenen Kalamitätsholzes für die Firmen wieder sichergestellt ist. Bedingt durch den rasanten Preisverfall beim Fichtenholz kann eine kostendeckende Aufarbeitung nur mithilfe von Fördergeldern erreicht werden, war von Förster Kraus zu erfahren.

Besorgt zeigten sich die Exkursionsteilnehmer von der raschen Schadensentwicklung, weil bereits kurze Zeit nach dem Schadholzeinschlag wieder neue "Käferbäume" zu sehen waren. Auch die Größe der durch die Kalamitätshiebe entstandenen Freiflächen beeindruckte, zumal bereits 140 Hektar beziehungsweise 30 Prozent des Stadtwaldes Ulrichstein aus Kultur- und Jungwuchsflächen bestehen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Bereisung bildete die Wiederaufforstung der geräumten Kalamitätsflächen. Anhand von verschiedenen Waldbildern wurde über Möglichkeiten der zukünftigen Wiederbewaldung diskutiert. Dazu hatte Förster Kraus mehrere Varianten erarbeitet, die für eine angeregte Diskussion sorgten: Wiederaufforstung mit heimischen oder fremdländischen Laub- und Nadelbaumarten, unterschiedliche Pflanzenzahlen je Hektar, Einbringung von Vorwaldbaumarten im Weitverband, Möglichkeiten der Naturverjüngung mit und ohne Gatterung gegen Wildverbiss. Eingehend wurden dabei die standörtlichen Gegebenheiten, die gesetzlichen Vorgaben, die staatlichen Fördermöglichkeiten und die Kosten der jeweiligen Wiederbewaldungsvarianten erörtert.

In Anbetracht der prekären Waldsituation wurde aus der Mitte der Teilnehmer ein Gesprächskreis angeregt, um auszuloten, wie die zukünftige Waldbewirtschaftung im Hinblick auf die finanziellen Möglichkeiten der Stadt gestaltet werden könnte.

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