Es geht auch ohne Insulin

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Lauterbach (pm). Ein großes Interesse gab es dieser Tage beim Vortrag des Chefarztes Innere Medizin/Gastroenterologie/Diabetologie am Krankenhaus Eichhof. Darin widmete sich Dr. Johannes Roth im Rahmen von »Treffpunkt Gesundheit« im November dem Thema »Diabetes«. Der Mediziner, dessen Abteilung als zertifiziertes Diabeteszentrum/Typ 2 Diabetes anerkannt ist, ging in seinem Referat auf die bisher gültigen Behandlungsmethoden in den einzelnen Stadien der Erkrankung ein. Er stellte aber auch neue und wissenschaftlich belegte Erkenntnisse zu modernen Therapiemöglichkeiten für Zuckerkranke vor.

Lauterbach (pm). Ein großes Interesse gab es dieser Tage beim Vortrag des Chefarztes Innere Medizin/Gastroenterologie/Diabetologie am Krankenhaus Eichhof. Darin widmete sich Dr. Johannes Roth im Rahmen von »Treffpunkt Gesundheit« im November dem Thema »Diabetes«. Der Mediziner, dessen Abteilung als zertifiziertes Diabeteszentrum/Typ 2 Diabetes anerkannt ist, ging in seinem Referat auf die bisher gültigen Behandlungsmethoden in den einzelnen Stadien der Erkrankung ein. Er stellte aber auch neue und wissenschaftlich belegte Erkenntnisse zu modernen Therapiemöglichkeiten für Zuckerkranke vor.

»Die Diagnose Diabetes bedeutet heutzutage nicht mehr zwangsläufig, dass Insulin eingesetzt werden muss, selbst, wenn die Zuckerwerte und der HbA1c dies vermuten lassen«, erklärte Roth. Viele Patienten hätten zudem Angst vor den Insulinspritzen oder fürchteten sich vor einer Gewichtszunahme, die im Rahmen der Insulinbehandlung auftreten kann.

Diabetes Typ 2 gilt als Wohlstandskrankheit, insbesondere bei älteren Menschen. Doch längst seien nicht mehr nur Senioren oder übergewichtige Patienten von Typ 2-Diabetes betroffen, »immer mehr jüngere Menschen sehen sich mit einer Zuckererkrankung konfrontiert«, berichtete der Fachmann. Eine gute Blutzuckereinstellung sei weiterhin das Ziel der Diabetestherapie. Regelmäßig messen helfe, zu hohe und zu tiefe Werte zu erkennen und Folgekrankheiten vorzubeugen. Die Veränderung der Lebensbedingungen mit Ernährungsumstellung, sportlichen Aktivitäten und Raucherentwöhnung sei die erste und wichtigste Säule für den Erfolg einer Therapie, erklärte der Chefarzt.

In seinem Vortrag erläuterte Johannes Roth die verschiedenen Behandlungs- und Überwachungsmethoden des Typ 2-Diabetes, wie sie bisher Gültigkeit hatten. »Bislang hat die Medizin den Fokus auf den Langzeitwert HbA1c gelegt, einem Wert, der Aufschluss darüber gibt, wie hoch der durchschnittliche Blutzuckerwert der vergangenen Wochen war«, verdeutlicht der Diabetologe. Doch zu niedrig angestrebte HbA1c-Zielwerte gehen nach Studienlage mit einem hohen Risiko für schwere Hypoglykämien – umgangssprachlich auch Unterzuckerung genannt – einher. »Patienten mit schweren Hypoglykämien haben ein größeres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Tod, vor allem kurz nach dem Vorfall«, stellte Roth klar. Zudem richtet sich der Fokus des Erfolges einer Diabetestherapie in Richtung der Verhinderung kardiovaskulärer Ereignisse (Herz und Gefäße betreffend), also von Herzinfarkt und dessen Folgen.

»Die Wahrscheinlichkeit für Diabetiker, an Herz-Kreislauf-Versagen zu sterben, ist immens hoch. Hatte ein Patient mit Diabetes bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, so verringert sich seine Lebenserwartung um bis zu zwölf Jahre«, machte der Chefarzt deutlich. Jetzt jedoch stehe ein Wechsel in der Behandlungsstrategie an. Nicht mehr nur die Einhaltung eines konstanten Langzeitwertes stehe im Fokus der Behandlung, so Erkenntnisse aktueller Studienergebnisse. Neue Medikamente wie die SGLT2-Inhibitoren (zum Beispiel Empagliflozin), ein Wirkstoff, der als Zuckersenker der Zukunft bezeichnet werde, verringert laut einer Studie die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit Typ 2-Diabetes und bestehender kardiovaskulärer Erkrankung deutlich.

Zudem liefen aktuell Studien, die deren Einsatz sogar für Nicht-Diabetes-Patienten in der Kardiologie prüften.

Dreifachtherapie im Kommen

»Zusätzlich hat die moderne Forschung weitere Präparate entwickelt, die als Gewichts- und Blutdrucksenker eingesetzt werden«, berichtete der Mediziner. Eine Kombination dieser beiden Präparate zusammen mit Metformin münde oftmals in einer sogenannten Dreifachtherapie mit einer sehr guten Blutzuckereinstellung, ohne Insulin einsetzen zu müssen.

»Dies wird in Zukunft für viele Patienten das Mittel der Wahl darstellen, denn es steigert nachweislich die Lebenserwartung unserer Diabetespatienten«, resümierte Roth zum Abschluss seines Vortrages.

Das Fazit des Mediziners lautete: »Jeder Patient und sein Krankheitsbild ist individuell, und daher muss auch die Behandlung gemeinsam mit dem betreuenden Arzt spezifisch abgestimmt werden.«

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