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Von Groß-Felda nach Ermenrod führt eine Landstraße, die für Radfahrer gefährlich ist. Nun wird über einen Radweg nachgedacht. ARCHIVFOTO: JOL

ORTSGERICHT

Für Radweg nach Ermenrod

  • Joachim Legatis
    VonJoachim Legatis
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Feldatal (jol). Manchmal sind Schlussworte eher der Versuch, eine schlechte Situation nachträglich schönzureden. Das war aber in der jüngsten Sitzung der Feldataler Gemeindevertretung nicht der Fall. Manuel Günzel von der Bürgerliste bedankte sich für eine gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Leopold Bach und der FWG. Kurz danach lobte Monika Becker (FWG) die »konstruktive Sitzung«, die gerade zu Ende gegangen war.

Nach dem konfrontativen Start nach der Kommunalwahl erlebten die wenigen Zuschauer in der Feldahalle einige Monate später wirklich eine positive Zusammenkunft. Hundesteuer, Waldwirtschaftsplan, Küche Feldahalle, Seniorenbeirat, Radweg Ermenrod und Änderungen beim Feldatalboten wurden durchweg einstimmig beschlossen.

Eine Nagelprobe war die Wahl von Nachrückern für die Versammlung des Abfallverbands ZAV. Doch auch dabei wurden drei Abgeordnete der BL und ein Vertreter der FWG einstimmig gewählt. Grund für die Wahl ist, dass Bürgermeister Leopold Bach als Vertreter der Kommune in die Versammlung kam, dann aber in den Vorstand gewählt wurde. Deshalb mussten nun Nachrücker und Stellvertreter gefunden werden. Schnell und reibungslos wurden dies Patricia Klein, Ulrike Zulauf und Michael Scherf für die BL sowie Arno Stumpf für die FWG. Manuel Günzel (BL) bleibt als Stellvertreter im Amt.

Unstrittig war auch die bescheidene Veränderung bei der Hundesteuer. So soll der erste Hund 60 und jeder weitere Wuffi 84 Euro pro Jahr kosten. Der Satz soll in den vier Kommunen des Gemeindeverwaltungsverbands GVV einheitlich sein, wie Bach erläuterte. Dann müssen die Sachbearbeiter in der Verwaltung nicht mit vier verschiedenen Satzungen arbeiten. Nebenbei verwies Bach darauf, dass Feldatal mit 322 die höchste Anzahl an Hunden zählt, »wir sind eine tierliebe Kommune«.

Im Gemeindewald erwartet Revierleiter Sören Wilsdorf im nächsten Jahr ein Defizit von rund 12 000 Euro. Das geht aus dem Waldwirtschaftsplan hervor, der nun beschlossen wurde. In diesem Jahr wird das Defizit mit rund 10 000 Euro deutlich geringer ausfallen als nach den Dürrejahren zunächst angenommen. Im Waldwirtschaftsplan 2021 war man zu Jahresbeginn von rund 20 000 Euro Minus ausgegangen.

Gemeinde-App

Beschlossen wurde, eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit den GVV-Partnerkommunen Grebenau, Romrod und Schwalmtal zu schließen, um das Onlinezugangsgesetz umzusetzen. Demnach sollen bis Ende nächsten Jahres viele Dienstleistungen der Verwaltung für Bürger vom heimischen PC aus zugänglich sein. Das bedeutet aber auch, dass die Verwaltungstätigkeiten onlinegerecht aufbereitet werden, wie Bach erläuterte.

Unstrittig war, dass der Gemeindevorstand prüfen soll, wie ein Seniorenbeirat abgeschaffen werden kann. Dabei betonte Ulrike Zulauf (BL), dass nur die Voraussetzungen untersucht werden sollen. Im Haushalt 2023 soll der Einbau einer neuen Küche in die Feldahalle vorgesehen werden. Das geschieht auf Antrag der BL. Die Kosten werden auf 75 000 Euro geschätzt.

Geprüft wird zudem, wie ein Radweg von Ermenrod nach Groß-Felda geführt werden kann. Zur Begründung sagte Julian Seim (FWG), dass Radler bislang auf der Landstraße fahren müssen, was gefährlich ist. Bürgermeister Bach verwies darauf, dass der Kreis eine Radwegeplanung angeht, die auch Grundlagen für den Bau der sinnvollen Strecke bietet.

Mit der Kommunikation vor Ort befassten sich zwei Anträge der FWG, die ebenfalls einstimmig beschlossen wurden. So soll geprüft werden, ob eine App die Gemeinde digital erschließen kann. Marcus Görig (FWG) sprach von dorfübergreifenden Informationen, die da zugänglich werden, und digitalen Erläuterungen zu Sehenswürdigkeiten in den Dörfern. Zudem soll Bach im GVV klären, ob der Feldatal-Bote mit den Mitteilungsblättern der anderen Kommunen zusammengelegt werden kann. Als Vorbild des FWG-Antrags gilt »Rund um Homberg« für Amöneburg, Homberg und Gemünden.

Einhellig befürworteten die Gemeindevertreterinnen und -vertreter Feldatals die Wiederwahl von Albrecht Stein als Vorsteher des Ortsgerichts. Bürgermeister Bach meinte, Stein »hat sehr ordentliche Arbeit geleistet«. Nach der Bestätigung lobte Stein besonders das Engagement der »drei Damen« in der Verwaltung, die manches unkompliziert möglich machen. Er hofft, dass die Pandemie bald vorbei ist. Es sei belastend, die Unterschrift eines Seniors im Pflegeheim einzuholen, wenn der Betreffende im Rollstuhl an ein Fenster geschoben wird.

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