An Simbabwe erinnert der Weltgebetstag, der auch in der Kerstricher Kirche feierlich begangen wird, vorbereitet von, v. li.: Regine Seibert, Kathrin Görig, Karin Schott, Kerstin Sobota und Silke Werth. FOTO: HSO
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An Simbabwe erinnert der Weltgebetstag, der auch in der Kerstricher Kirche feierlich begangen wird, vorbereitet von, v. li.: Regine Seibert, Kathrin Görig, Karin Schott, Kerstin Sobota und Silke Werth. FOTO: HSO

Frauen leiden besonders unter Armut

  • vonHerbert Schott
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Feldatal-Kestrich(hso). Auch in diesem Jahr haben Frauen aus beiden Konfessionen zum Weltgebetstag der Frauen nach Kestrich in die kleine Fachwerkkirche eingeladen. In mehr als 120 Ländern wird dieser Gottesdienst rund um den Globus gefeiert. Das Motto lautete "Steh auf und geh!", im Zentrum stand Simbabwe. In dem afrikanischen Land sind 80 Prozent der Menschen ohne Arbeitsplatz, das Gesundheitswesen funktioniert nicht, HIV-Infektionen betreffen weite Teile der Bevölkerung. So sind besonders Frauen die Leidtragenden von unbezahlter Sorgearbeit, fehlender Kinderbetreuung und mangelnder Wasserversorgung. Ein Vorschlag zur Verbesserung ist es, die Staatsschulden Simbabwes in ein Gesundheitsprogramm "Gesundheit statt Schulden" umzuwandeln.

Im Gottesdienst gab es einige Informationen zutr Geschichte des Landes. Das Großreich Simbabwe bestand vom 13. bis 15. Jahrhundert, es handelte mit Elfenbein, Gold und Hirse. In den 1890er Jahren wurde es britisch kolonisiert. Erst 1980 führte ein Befreiungskrieg zur Unabhängigkeit. Robert Mugabe etablierte ein autoritäres Herrschaftssystem. Seit 2000 befindet sich das Land in einer tiefen Wirtschaftskrise. Nahrungsmittel verteuerten sich, Devisen fehlten für den Import und die Inflation stieg ins Unermessliche. Es begann eine massive Abwanderung. 2017 löste nach einem Militärputsch Emmerson Mnangagwa Präsident Mugabe ab. Die Wahlen 2018 gewann er wohl durch Wahlbetrug. Im Januar erreichte die Wirtschaft einen neuen Tiefpunkt. Es dominieren vor allem auf dem Land Polygamie, Zwangsverheiratung und Diskriminierungen. Viele Gruppen kämpfen für bessere Bedingungen von Frauen.

Spannende Briefe von Frauen aus Simbabwe wurden im Gottesdienst vorgelesen. Gebete, Lieder und Teile aus dem Johannes Evangelium wechselten sich ab. Die Kollekte wird für die Projekte zur Verbesserung der Lebensumstände von Mädchen und Frauen verwendet. Dabei geht es um wirtschaftliche Absicherung und bessere Ernährung. Ein selbst gebackenes Gebäck mit Früchten des Affenbrotbaumes gab es zum Probieren. Die Orgel spielte Silke Schmidt.

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