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Es wird wohl noch Wochen dauern, bis Falkner Michael Simon wieder einen Adler fliegen lassen kann.

Flugpause für Greifvögel

  • vonHerbert Schott
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Feldatal (hso). In der Greifvogelwarte von Michael Simon in Ermenrod herrscht aktuell Ruhe. Kein Besucher ist in der Anlage, und die Vögel, die ansonsten ihre Flugkünste am Himmel zeigen, sind in ihren Ställen untergebracht. Ursprünglich hätte man die Anlage ab dem 8. März wieder unter den gegebenen Corona-Vorschriften öffnen können, berichtet Falkner Michael Simon.

Aber die Freude darüber dauerte nur kurz, weil der Vogelsbergkreis wegen der festgestellten Geflügelpest eine Aufstallungspflicht verhängte, die wohl mindestens noch bis Ende April dauern dürfte. Die Vögel sind deshalb nicht mehr in ihren offenen Volieren, sondern aktuell in geschlossenen Ställen untergebracht, erläutert Simon.

Gefragt, wie er derzeit über die Runden komme, antwortet der realistisch, aber nicht groß jammernd: »Natürlich wiegen die finanziellen Einbußen schwer, aber ich komme einigermaßen zurecht. Die fehlenden Besucher und die damit verbundenen Eintrittsgelder, habe er mit dem Verkauf und dem Erlös von Erlebnisgutscheinen einigermaßen kompensiert. »Das hält mich aktuell über Wasser, aber wenn die Schließung der Vogelwarte noch länger dauert, fehlt mir auch die Zeit, um all die Gutscheine schnell abzuarbeiten und neue Gäste zu empfangen«, erläutert Falkner Simon.

Stark vertreten ist er unterdessen in den sozialen Medien, wodurch er den Kontakt zu seinen Fans und Vogelfreunden nicht aus den Augen verliert. Wie so viele von den Pandemiebeschränkungen getroffenen Menschen hofft auch Michael Simon, dass sich die Situation bald zum Positiven ändert. Die Zeit über den vergangenen Winter und im Lockdown verbrachte er überwiegend damit die gesamte Anlage auf Vordermann zu bringen. Er erneuerte und reparierte die Volieren und war auf dem gesamten Gelände mit verschieden Baumaßnahmen zugange. Dabei merkte Simon, dass ihm ein geländegängiges Fahrzeug für den Transport von allerlei Materialien fehlt. Eigentlich suchte er dann einen italienischen Ape von »Piaggo«, welcher aber für ihn zu teuer war.

Zweites Standbein als Händler

So wurde er bei seinen Recherchen auf einen Importeur und Händler in Franken aufmerksam, wo er mit dem Elektro-Lastendreirad »Cargo-Runner« genau das fand was er suchte. Seit einigen Wochen nutzt er jetzt dieses Fahrzeug und ist begeistert, denn es erfüllt für ihn genau den Zweck den er suchte. So entstand die Idee, für diese Fahrzeuge als Händler aufzutreten, um sich ein zweites Standbein für ein weiteres Einkommen zu sichern. Nun hat er seit Kurzem den Vertrieb dieser dreirädrigen Elektrofahrzeuge, die man sogar mit einem Mofa-Führerschein fahren darf.

Simon schwärmt geradezu von diesem Multitalent auf Rädern. Elektrofahrzeuge liegen nach seiner Erfahrung aktuell im Trend, können mit einem normalen Hausanschluss in sechs bis acht Stunden aufgeladen werden und verursachen auf 100 Kilometer Strecke gerade Mal zwei Euro Verbrauchskosten. Die Anschaffung liegt je nach Modell bei rund 3000 Euro, Sonderausstattungen sind ebenfalls möglich.

Vertrieb von E-Nutzfahrzeugen

Die Cargo-Runner haben nach Angaben von Simon einen bequemen Einstieg, sind somit gerade für ältere Menschen von Vorteil. Es besteht auch keine Helmpflicht, und offiziell sind bis zu 220 Kilogramm Zuladung erlaubt. Es gibt die unterschiedlichsten Modelle, mal mit Dach oder auch als Cabrio. Mehr dazu kann man auch im Internet unter www.cargo-runner.de erfahren.

Zurzeit stehen die zwei Vorführfahrzeuge auf dem Parkplatz vor der Greifvogelwarte und können natürlich probegefahren werden. Der »Cargo-Runner« ist mehr ein praktisches Nutzfahrzeug und weniger ein Freizeitfahrzeug.

Deshalb überlegt beispielsweise Bürgermeister Leopold Bach, der bei dem Termin mit Falkner Simon dabei war, ein solches elektrisch getriebenes Fahrzeug für den Gemeindebauhof anzuschaffen.

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