A 49

Fertigstellen!

Zum Artikel "Größere Lebensräume erhalten" (AAZ vom 24. Oktober):

Zunächst einmal ein großes Kompliment an die AAZ-Redaktion für eine bisher sehr viel sachlichere Berichterstattung über die A 49-Protestaktionen als ich das von der grün-rot-lastigen Redaktion erwartet hätte. Die Argumente des zitierten Professors für Landschaftsökologie sind zwar reichlich seltsam. Vielleicht freut sich der Kammmolch (den ich zwar nicht kenne), wenn die A 49 nicht weitergebaut wird. Aber 150 Jahre alte Buchen einfach in Ruhe zu lassen, statt diese eindeutig für die sinnvolle Nutzung schlagreifen Bäume auch sinnvoll zu nutzen, erscheint mir ökologisch ausgesprochen unsinnig. Denn dann verrotten sie im Wald, setzen dabei Methan und sehr viel CO2 frei, genau so viel wie sie per Fotosynthese in 150 Jahren aus der Luft geholt haben. Erinnerungen an den Biologie-Unterricht. Ausgewogen ist die AAZ-Berichterstattung allerdings noch lange nicht. Tausende von Bewohnern in den durch konstanten Schwerverkehr betroffenen Dörfern sehnen sich seit Jahrzehnten nach Fertigstellung der A 49. Alle in dieser demokratischen Gesellschaft erforderlichen Genehmigungen liegen vor. Ich gebe allerdings zu: Ich könnte mir eine sehr viel sinnvollere Trassenführung vorstellen: Beispielsweise Anschluss an die vierspurige B 3, an Marburg vorbei bis Gießen, dort in Wettenberg geradeaus auf das Wetzlarer Kreuz und dann quer durch Westerwald ohne Berührung jeglicher Dörfer bis zum Dernbacher Dreieck. Das wäre ein Segen für den Westerwald, wo sich dann endlich Gewerbe an den Abfahrten ansiedeln würde. Die dort lebenden Menschen müssten nicht mehr täglich weite Strecken in die Ballungsräume pendeln. Leider wurden diese Pläne aber ja schon vor geraumer Zeit durch kurzsichtige Menschen gekippt.

Ernst Kraemer, Wettenberg

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