"Ja" gegen geplante Windkraftfläche: Johannes Langer (links) und Daniel Bunn.
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»Ja« gegen geplante Windkraftfläche: Johannes Langer (links) und Daniel Bunn.

Zeichen gegen Umzingelung

  • Joachim Legatis
    VonJoachim Legatis
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»Es reicht«, deshalb sollen die Feldataler am Sonntag beim Bürgerentscheid mit »Ja« stimmen, fordern Daniel Bunn und Johannes Langer. Die beiden Aktiven der Bürgerinitiative »Unser Feldatal« erläuterten im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung, weshalb sie an ihrem Widerstand festhalten.

»Es reicht«, deshalb sollen die Feldataler am Sonntag beim Bürgerentscheid mit »Ja« stimmen, fordern Daniel Bunn und Johannes Langer. Die beiden Aktiven der Bürgerinitiative »Unser Feldatal« erläuterten im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung, weshalb sie an ihrem Widerstand festhalten. Mit einem »Ja« können die Bürger ein Zeichen setzen. »Denn wir haben schon genug Windkraftanlagen in und um Feldatal.« Rund 50 Anlagen kann man aus den Ortslagen der Gemeinde sehen, allein vom Wohnhaus Langers aus sind 36 im Blickfeld. Beim Bürgerentscheid geht es ihnen darum, nicht noch »den letzten Höhenzug zu bebauen«. Die Bürger könnten sich gegen eine drohende Umzingelung stark machen. »Wenn alle so viel für die Energiewende leisten würden wie wir Feldataler, dann wäre sie schon geschafft«, so Bunn.

Dabei gehe es um eine Grundsatzentscheidung, unabhängig davon, dass zurzeit wegen geschützter Vögel keine Anlagen im Bereich Markhohl gebaut werden dürfen. Sie sehen die Gefahr, dass sich die Bedingungen verändern können und dann kann der Bereich auf einmal wieder bebaubar werden.

Die Argumente gegen den Ausbau der Windenergie im Bereich Markhohl und Wolfhain sind gleich geblieben. So bezweifeln sie, dass nennenswerte Beträge durch einen Windpark in die Gemeindekasse kommen. Der Bürgermeister habe nur grobe Schätzungen vorgelegt, belastbare Zahlen fehlen. Auf der Internetseite www.unserfeldatal.de zitieren sie Dietmar Schlosser mit der Aussage: »Ich kann den Bürgern nicht mit gutem Gewissen sagen: Wir erzielen Einnahmen.« Es werde nur gesagt, es gibt Einnahmen.

Ein Argument ist für Bunn und Langer auch, dass Schlosser und der Gemeindevorstand bereits in der Gemeindevertretung gefordert haben, genau den Beschluss zurückzunehmen, der Gegenstand des Bürgerentscheids ist. Dabei habe Schlosser die Hindernisse beim Planen von Anlagen auf der Erddeponie dargestellt. Ohne Rotoren auf Gemeindeland kommen nur geringe Einnahmen herein, weshalb der Gemeindevorstand für die Rücknahme des Beschlusses war.

Zudem würden die Menschen durch den Lärm der Anlagen belastet, »es wäre schön, wenn das stärker berücksichtigt wird«, so Langer. Weiter befürchtet »Unser Feldatal« einen Wertverlust der Häuser, wenn in der Nähe Windräder stehen. »Wir sollten unseren Kindern ein lebenswertes Feldatal hinterlassen«, sagt Langer. Dabei sind beide für Windkraftanlagen und erneuerbare Energie, aber »nicht so massiv«, wie es nun geschehen soll. Sie weisen auf das Bild hin, das sich demjenigen bietet, der sich Feldatal nähert. Diese Fotos sind auf der Internetpräsenz zu sehen. Von Helpershain aus und aus Richtung Nieder-Ohmen hat man viele Anlagen rund im Blick. Die BI befürchtet, dass der Tourismus darunter leidet und kaum noch jemand nach Feldatal ziehen will. Die BI grenzt sich von der überregionalen Initiative »Gegenwind« ab, die generell gegen Windenergie auftrete. »Wir wollen das Beste für unsere Kinder«, so Bunn.

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