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Die Gesangsgruppe "Querbeet" brillierte mit Gesang und Sketchen...

Weibsleut von Querbeet waren "gout droff"

Feldatal (sf). Ein heiterer und besinnlicher Konzertabend wurde den über 300 Gästen in der Feldatal am Samstagabend von "Querbeet" geboten.

Normalerweise sind es zwölf Frauen, zwölf Stimmen, die heitere und besinnliche Texte in Mundart zu bekannten Melodien darbieten, doch am Samstagabend in Feldatal waren es nur elf Weibsleut, die aber genauso schwungvoll agierten und ihre Kollegin bestens vertraten. Schlagfertig war die Moderation von Ilona Zimmer-Alberding, sie trägt ihr Herz auf der Zunge. Witzig, charmant und sehr unterhaltsam hielt sie das Publikum bei Laune.

Unter der Leitung von Bettina Wege-Lemp hat sich inzwischen ein ordentliches Repertoire herausgebildet, dazu kommt die Moderation vom Weibsmensch Ilona Zimmer-Alberding - und alles gepaart mit Gesang im schieene owerhessische Platt. In der heimischen oberhessischen Musikszene sind die Frauen längst bekannt. Nach Konzerten im voll besetzten Villinger Bürgerhaus und vielen Auftritten bei verschiedensten Anlässen haben sie sich bei den Mundart-Interessierten über die Grenzen Hungens hinaus bekannt und beliebt gemacht. Pfarrer Lemp ist ganz stolz auf seine Weibsleut. Entstanden ist die Gruppe in der Evangelischen Kirchengemeinde Hungen-Villingen, als sich einige junge Frauen zusammentaten, um Gitarre spielen zu lernen.

Singen gehörte von Anfang an dazu, und so kam es in der Kirche zu ersten Auftritten mit Gospels. Bald wurde das Repertoire um Popsongs und Schlager erweitert, und schließlich entdeckten die "Weibsleut", wie sie sich selbst nennen, Mundartlieder für sich. Die meisten der Frauen hatten in ihrer Kindheit noch Dialekt gesprochen und tun es heute noch gerne. Die Liedtexte sind aus dem Leben gegriffen und kreisen zum Beispiel um ein Lieblingsthema, die "Mannsleut", es wird die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens der eigenen Kinder ("Die pubertäre Phase") und das Leben auf dem Dorf ("Samstoags wird geboad") besungen; auch ein wenig Spott über die eigene Spezies kommt im Repertoire nicht zu kurz. Voller Ironie, beißender Komik, aber auch mit leisen Tönen und Liebesliedern in anmutender Poesie präsentiert sich Querbeet.

Auch Liedtexte mit sozialkritischem Hintergrund fehlten nicht, und sie stellten fest, dass es "Fehlerlos" nicht gibt. Mit "Atemlos" nach der Melodie von Helene Fischer sangen sie "Fehlerlos sollt aich soi, fehlerlos gebts heij nir". Durch ihren wundervollen Text gaben sie dem Partylied einen ganz anderen wertvollen Charakter. So ging es Hit auf Hit von der legendären "Rosie", die mit dem "Skandal im Sperrbezirk" bekannt wurde, bis hin zum Goisern-Liebeslied "Weit weit weg" und das alles mit der persönlichen Querbeet-Note.

Es war ein totaler stimmungsvoller Abend und die Gäste hingen förmlich an den Lippen der Querbeet-Ladies aus Villingen. Stehende Ovationen und frenetischer Applaus des Publikums wurden mit weiteren Zugaben belohnt.

Das Abendprogramm war ein Wechselspiel zwischen Klamauk und Tiefgang, manchmal wie im Kabarett, aber immer wie im richtigen Leben. Und das ist Querbeet: Susanne Ahrens, Inge Koch, Inge Krämer, Jutta Hedrich, Corina Mäser, Doris Michel, Susanne Kall, Marita Klös, Sieglinde Schymalla, Ilona Zimmer-Alberding und Bettina Wege-Lemp. Nicht dabei sein konnte Steffi Zöller.

Es war ein Konzertabend, bei dem man die Seele baumeln ließ. Allerdings wurde das Zwerchfell stark in Mitleidenschaft gezogen, und die Hände waren vor lauter Applaus am Ende gerötet. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Diakoniestation Ohm-Felda zugute.

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