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Volksbank Feldatal baut altengerechte Mietwohnungen

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Früher war das Eigenheim der Standard auf dem Land. Doch immer öfter wird das Eigenheim im Alter zur Belastung. Den Trend zur Mietwohnung bedient die Volksbank Feldatal.

Das ist ein echtes Novum in Feldatal. Für rund 1,3 Millionen Euro will die Volksbank Feldatal mitten in Groß-Felda ein Haus mit neun Mietwohnungen bauen lassen. Das ist in einem dörflichen Gebiet mit vorwiegend selbst genutzten Häusern ein ganz neuer Trend und könnte ein Zeichen für deutlich Veränderungen im ländlichen Raum setzen. Denn immer häufiger wird das Eigenheim auf dem Land zum Problemfall. Viele Bewohner stellen im Laufe der Jahre fest, dass es zu groß, nicht altersgerecht oder nicht gut verkäuflich ist.

Denn noch bevor der erste Stein vermauert wird, sind bereits sechs der neun Wohneinheiten reserviert, wie Vorstand Günter Benda auf Nachfrage erläutert. Er freut sich auf eine Aufwertung der Ortsmitte. Das unansehnliche alte Warenlager ist bereits abgerissen und wird durch einen dreigeschossigen Neubau nach Stand der Technik ersetzt.

Dabei setzt die Volksbank auf gehobene Ausstattung und baut seniorenfreundlich. Es ist sogar ein Raum für Rollatoren vorgesehen. Statt Keller wird es diverse Abstellräume geben. Das Interesse an Mietwohnungen vor Ort ist groß, hat Benda festgestellt. Die Reservierungen sind ohne Werbung für das Objekt zustande gekommen. So mancher ältere Mensch möchte statt eines Hauses lieber eine überschaubare Wohnung bewohnen – ohne Pflicht zum Rasenmähen. Der Baubeginn wird für Oktober angestrebt, die Pläne sind beim Bauamt eingereicht, es kann sich also noch verzögern. Benda rechnet mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr.

"Wir wollen etwas für die Entwicklung des Ortskerns tun," sagt Benda. Das Mehrfamilienhaus anstelle des alten Fachwerkbaus sei eine Bereicherung. Bereits seit 2012 steckt das kleine Bankhaus Geld in Mietshäuser im Rhein-Main-Gebiet und vermietet sie gewinnbringend. Die Einnahmen aus diesem Bereich sind inzwischen höher als aus dem klassischen Bankgeschäft mit der Vergabe von Krediten.

Beim Projekt in Groß-Felda gehe es aber nicht in erster Linie um den Gewinn, betont Benda. Höhere Einnahmen erzielten allemal Objekte im Ballungsraum. Man strebe stattdessen im Sinne einer Genossenschaftsbank vor Ort akzeptable Mieten für Wohnungen mit einer sehr guten Ausstattung" für die Menschen im Geschäftsgebiet der Bank an. Zudem werde ein Grundstück sinnvoll verwertet, das nach Aufgabe des Warengeschäfts in Groß-Felda ungenutzt war. Noch vor Jahren war dort ein Neubau für ein Ärztehaus vorgesehen. Aber die Pläne wurden nicht umgesetzt, was die Volksbank nicht zu vertreten hat, so Benda. Das Zentrum könne aber immer noch kommen – wenn sie Ärzte finden.

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