Stilvoll an dramatische Rettung in 1798 erinnert

Feldatal-Stumpertenrod (au). "Der Schlüssel der Geschichte ist nicht in der Geschichte, er ist im Menschen." Mit diesen Worten des französischen Philosophen Théodore Joufrroy begann Bürgermeister Ernst-Uwe Offhaus am Samstag seine Ausführungen zur Chronik des Vogelsbergdorfes Stumpertenrod.

Feldatal-Stumpertenrod (au). "Der Schlüssel der Geschichte ist nicht in der Geschichte, er ist im Menschen." Mit diesen Worten des französischen Philosophen Théodore Joufrroy begann Bürgermeister Ernst-Uwe Offhaus am Samstag seine Ausführungen zur Chronik des Vogelsbergdorfes Stumpertenrod. Es seien Menschen gewesen, die den Ort zu dem machten, was er heute sei. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten am Teppich der Geschichte gewirkt, berühmt Gewordene und unbekannt Gebliebene, Vertreter des Gemeinderates und des einfachen Volkes, wie man früher, in der Gründungszeit gesagt habe. Sie alle hätten ihren Teil dazu beigetragen, dass der Alltag funktioniere.

So sei auf harte Zeiten immer wieder ein neuer Anfang, ein neuer Aufschwung erfolgt, so Offhaus weiter. Die erste urkundliche Erwähnung sei zwar erst vor 675 Jahre geschehen, aber Funde auf dem so genannten "Feuersteinacker" belegten erste Siedlungen vor über 8000 Jahre. Über die Zeit nach 1335 sei viel Material, wie zum Beispiel Kaufverträge, vorhanden, denn Stumpertenrod habe das beste Archiv des Feldatals. Der Bürgermeister ging dann auf die "Gute alte Zeit" in, die nach seinen Schilderungen gar nicht so gut gewesen sei und oft Schwerstarbeit bedeutet habe.

Stumpertenrod blicke auf eine Geschichte mit Höhen und Tiefen zurück, aber eins habe sich immer wieder gezeigt: Stumpertenrod vermag Herausforderungen zu meistern. Die Bürgerinnen und Bürger setzten ihren Elan, ihre Kreativität und ihre Kraft darin, etwas für ihren Ort zu tun.

Ortsvorsteher Heinrich Wagner, der die Veranstaltung im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus eröffnet hatte ging anschließend auf die Chroniken der zahlreichen Vereine im Ort ein. Ein Bild mit blühenden Blumen erhielt er im Anschluss von Landrat Rudolf Marx, der wünschte, dass der Ort weiter so blühe wie die Blumen des Bildes. Marx erinnerte in seinem Grußwort an das jährliche Mühlenfest, das den Ort in ganz Hessen bekannt gemacht habe. Noch einen größeren Bekanntheitsgrad habe die neue Sternwarte. Den Zusammenhalt des Dorfes und das ehrenamtliche Engagement habe man bei der Dorferneuerung gesehen, stellte der Landrat fest und dankte allen Bürgern für diesen Einsatz. Besonderer Dank ging an Ortsvorsteher Wagner, der Motor für diese Eigenleistungen sei.

Das Stumpertenrod auch die nächsten 675 Jahre überstehe, wünschte der Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Dr. Helge Braun (CDU) in seinem Grußwort. Trotz des demografischen Wandels sei Deutschland auf einem guten Weg, der Rückgang der Arbeitslosen zeige dies. "Unser Land ist zäh und meistert auch Wirtschaftskrisen", meinte Braun. An den Jugendclub überreichte er eine Spende.

Ehrenbürgermeister Otto Zulauf erinnerte anschließend an die wichtigsten Projekte in Stumpertenrod während seiner 18-jährigen Tätigkeit. So wurde das Abwasserproblem gelöst, die Wasserleitung erneuert und nach dem Versagen des neuen Tiefbrunnens ein Anschluss an den Wasserbeschaffungsverband Helpershain-Köddingen geschaffen. Eine normale vernünftige Finanzierung habe man beim Anbau an das Dorfgemeinschaftshaus gefunden. Da wurde ein Anbau für die Feuerwehr geschaffen, die Heizung erneuert und die Obstkelterei renoviert.

Mit 195 000 Mark habe die Ablösung der Baulast für die schmucke Fachwerkkirche zu Buche geschlagen. Zulauf hob hervor, dass alle Maßnahmen im Einvernehmen mit den Ortsbürgern durchgeführt wurden. "Haltet den Ortsteil hoch, seid einig", wünschte er abschließend.

Höhepunkt und Abschluss war die Aufführung des Theaterstückes "Die Retterin von Stumpertenrod" durch das Ehepaar Joachim und Verena Momberger. In einem Zwiegespräch mit eingeblendeten Bildern der ehemaligen Theateraufführung erinnerten sie an die dramatischen Ereignisse aus dem Jahre 1798. Umrahmt wurde die Aufführung mit den Liedern "Heideblümlein", "Vertrauen auf Gott", "Wenn wir in höchsten Nöten sind", "Im schönsten Wiesengrunde", "Verzage nicht du Häuflein klein" und "Die Wacht am Rhein" durch den Gesangverein "Eintracht" Stumpertenrod unter Leitung von Hans Appel.

Der Evangelische Posaunenchor, ebenfalls unter Leitung von Hans Appel, hatte den Festkommers eröffnet und beendete ihn auch mit einem Musikstück.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare