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Statt Gottesdienst Lieder auf Spielplatz

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Von: Herbert Schott

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Feldatal-Stumpertenrod (hso). Rund um den 11. November tragen Kinder Laternen durch den Abend, singen Lieder und eine Frau oder ein Mann reitet auf einem Pferd einem solchen Gang durch den Ort voran. So war es auch in diesem Tag in der Feldatalgemeinde Stumpertenrod.

Dieses Bild sieht man bei den Sankt-Martins-Umzügen landauf, landab. Gedacht wird so dem Mann, der im 4. Jahrhundert als römischer Soldat zum Christentum übertrat, erst Mönch war, dann Bischof von Tours wurde und die Region an der französischen Loire missionierte. Der St. Martinstag wird traditionell am 11. November begangen und geht wie die meisten anderen Feiertage auf den Kalender der katholischen Kirche zurück.

In Stumpertenrod hatten Erzieherinnen, Eltern und Kinder geplant, den Martinsumzug mit einem Gottesdienst in der Kirche zu beginnen. Die große Zahl der Anmeldungen zum St. Martinsfest ließ diesen Start wegen »Corona« aber nicht zu. So entschloss sich die Kindergartenleitung dazu, die Besucherzahl zu reduzieren. Es konnte pro Kind nur eine Begleitperson teilnehmen und die Veranstaltung wurde kurzerhand ins Freie auf den Spielplatz verlegt.

Monika Schiewig las dort die Martinsgeschichte in kurzen Abschnitten und dazu spielte man die passenden Szenen. Begleitet von Joachim Rothe auf der Gitarre sangen alle die bekannten Martinslieder aus vollem Herzen mit. Danach machten sich Kinder, Eltern und Erzieherinnen mit ihren bunten Laternen und Meike Günther hoch zu Ross auf den Weg. Sie zogen singend durch die Straßen von Stumpertenrod. Wieder am Spielplatz angekommen, wartete dort eine heimelige Atmosphäre auf die Teilnehmer. Feuer brannten in kleinen Feuerkörben und -schalen, der Duft von Kinderpunsch und Glühwein lag in der Luft. Die Kinder bekamen dort ihre traditionelle »Martinsbrezel«.

Bei herrlich klarem, aber kalten Wetter war man noch einige Zeit in gemütlicher Runde zusammen. Leiterin Andrea Wendland betonte dabei, dass man diesen Umzug nicht, wie mancherorts geschehen, abgesagt habe. Schon seit Wochen haben die Jungen und Mädchen ihre Laternen gebastelt und viel über den heiligen Martin im Kindergarten gehört. Gespannt warteten sie schon auf »ihren Umzug« und wie enttäuscht wären sie schließlich gewesen, wenn er nun ausgefallen wäre.

Gerade Kinder sind in der Coronasituation immer wieder die Leidtragenden und kaum einer kann sich vorstellen, was sich in den kleinen Kinderherzen abspielt. »Das konnten und wollten wir nicht verantworten«, sagte die Leiterin am Ende der Veranstaltung. Es war ein wunderschöner Nachmittag und Abend, den alle sicherlich noch lange in Erinnerung haben werden.

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