Schwerer Verkehrsunfall und brennende Halle

Feldatal (pwr). Rund 150 Rettungskräfte übten am Samstagabend im Ortsteil Köddingen anlässlich des Bezirksfeuerwehrfestes den Ernstfall. Ein Großbrand sowie ein schwerer Verkehrsunfall sorgten im Ortsgebiet für ein anspruchsvolles Übungsszenario.

Zehn Feuerwehren aus vier Gemeinden sowie zwei DRK-Ortsvereine waren beteiligt. Pünktlich um 19 Uhr heulten die Sirenen auf, und vielerorts piepsten die Funkmeldeempfänger. In den folgenden Minuten ertönten die Martinshörner, und die Blaulichter blinkten. Zahlreiche Zuschauer säumten die Straßen und verfolgten in dem 430-Einwohner-Ort das geplante Katastrophenspektakel. Bis auf die letzte Minute hatte der Köddinger Wehrführer Helmut Dotzenrod an dem Ablauf der Übung gefeilt. Fünf aufwendig geschminkte Unfallmimen setzten die Rettungskräfte nicht nur durch ihr entstelltes Aussehen, sondern auch durch ihr schauspielerisches Talent unter Stress.

"Hilfe, ahhhhh", schrie es aus der Straße im Kälberhof. Eine junge Frau war unter einem Auto eingeklemmt, ihr Gesicht und die Arme waren blutverschmiert. Die Fahrerin des Autos saß "käsebleich" am Steuer, sie brachte kein Wort heraus. Im nächsten Moment fuhren zwei Löschfahrzeuge der Feuerwehr Romrod in die Straße. Die spezielle Einsatzgruppe "Technische Hilfeleistung" mit Feuerwehrleuten aus allen Stadtteilen Romrods war zur Hilfe gekommen. Mit einem Blitzbefehl gab Wehrführer Heiko Heilbronn die Rettungsinstruktionen an seine Feuerwehrkameraden.

Von der einen auf der anderen Sekunden gingen dann schon die Rollos der Feuerwehrfahrzeuge auf, und schweres Rettungsgerät wurde in Stellung gebracht. Währenddessen rückten die Helfer des DRK zur Hilfe nach.

Der sogenannte Angriffstrupp mit Bastian Heiser und Björn Preuß von Brincken verschaffte sich einen Überblick über den Unfall. Auf den ersten Blick nur unter Schock und leicht verletzt, zeigte sich auf den zweiten Blick eine eingeschlossene und von schweren Wirbelsäulenverletzungen be- troffene Unfallfahrerin am Steuer. Der Rahmen des Fahrzeuges war komplett verzogen und die Türen folglich verkeilt. Die junge Frau unter dem Fahrzeug war mit ihren Beinen heftig eingeklemmt. Der Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät war unabdingbar. Während DRK-Retter Daniel Rühl und Feuerwehranwärterin Franziska Müller der Eingeklemmten gut zusprachen, setzten die übrigen Feuerwehrleute einen hydraulischen Spreizer unter dem Fahrzeug an. Auf Knopfdruck hob sich in den nächsten Sekunden das mehrere hundert Kilogramm schwere Unfallwrack in die Luft, und mit einem Rettungsbrett gelang es den Rettern die Verletzte herauszuziehen. Mit einem Notfallkrankenwagen wurde sie zu einem Verletztensammelplatz am Feuerwehrgerätehaus gebracht.

Weitaus zeitaufwendiger gestaltete sich die Rettung der Unfallfahrerin, denn möglichst ohne Erschütterungen galt es die Eingeschlossene zu befreien. Während die DRK-Helfer Maßnahmen der Ersten-Hilfe ergriffen, setzten die Feuerwehrleute ihr schweres Rettungsgerät ein. Mit einem Spreizer hebelten sie die Fahrertür auf und trennten sie mit einer Rettungsschere ab. Doch die Rettungsöffnung durch die Tür war für die Schwerverletzte zu klein, das gesamte Dach des Fahrzeugs musste ab. Scheiben wurden entfernt, Metallteile durchtrennt und die Unfallfahrerin ständig medizinisch versorgt. Erst nach rund einer halben Stunde konnte die Verletzte mit einem Rettungsbrett aus dem Unfallwrack gehoben werden.

Während die Romröder Feuerwehrleute bei der Rettung einen kühlen Kopf bewahren mussten, wurde es im Vogelsbergweg mehr als brenzlig. Eine brennende Halle erforderte einen massiven Löscheinsatz für die Feuerwehren Groß-Felda, Windhausen, Kestrich, Stumpertenrod, Zeilbach, Ermenrod, Helpershain, Ober-Seibertenrod und Meiches. Alleine acht Tragkraftspritzenfahrzeuge waren für die Bekämpfung des fiktiven Großbrandes im Einsatz. 700 Meter Schlauchleitungen verlegten die Brandschützer, das Löschwasser wurde an zwei Stellen aus dem Katharinenbach entnommen.

Doch vor dem Löschen galt es für die Feuerwehrleute zu Retten. Schwere Brandwunden zeigten die hysterischen Unfallmimen an diesem Übungsplatz, auch sie wurden an den Verletztensammelplatz gebracht. Der Sammelplatz am Feuerwehrgerätehaus lag in der Obhut des DRK Köddingen, unterstützt durch das DRK Romrod. In einem Zelt und der Fahrzeughalle versorgten die Helfer des DRK die Verletzten.

Köddingens Wehrführer Helmut Dotzenrod zeigte sich nach der Übung recht zufrieden. "Das lief alles ganz gut, auch wenn es zwischendurch ein bisschen Chaos gab", sagte er nach der Übung. Besonders die Unterstützung der Autoverwertung Niepoth hob er hervor, die das Unfallfahrzeug sponserte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare