Schlecker-Filiale macht am Samstag dicht

Feldatal-Groß-Felda (ks). In den Regalen klaffen schon große Lücken, obwohl vom Rotkäppchensekt am Donnerstag noch etliche Flaschen zu haben waren: Am Samstag ist Schluss im Schlecker-Markt in der Hauptstraße in Groß-Felda.

Das erfuhren die dort beschäftigen Frauen erst vor wenigen Tagen. Bis dahin mussten sie eine Achterbahnfahrt der Gefühle aushalten, stand doch die Filiale zunächst auf der Schließungsliste, wurde dann wieder heruntergenommen, bis in dieser Woche die Kunde vom Aus kam.

Nach Tagen zwischen Hoffen und Bangen kam das tatsächliche Ende für die Filiale dann doch überraschend. Auf der zunächst vom Insolvenzverwalter herausgegebenen Liste hatte die Verkaufsstelle nicht gestanden – allerdings handelt es sich nur um eine vorläufige Liste, wie sich zeigte. Die Bezirksleitung verkündete dann am Dienstag die schlechte Nachricht. Überrascht war auch der Lkw-Fahrer, der Mitte dieser Woche noch Ware am Markt abliefern wollte und die Sachen komplett wieder mitnehmen musste. Jetzt wissen auch die Kunden Bescheid: »Wir schließen zum 24. März« steht auf einem Aushang an der Tür zu lesen, bis dahin gibt es 30% Prozent Rabatt auf alle Waren. Wer seine Fotos über Schlecker ausdrucken ließ, der wurde auf einen anderen Markt verwiesen oder erfuhr: »Lassen Sie sich zukünftig – ganz einfach und bequem – Ihre bestellten Fotoartikel nach Hause liefern.

« Wie man hören konnte, war es um den Umsatz offenkundig nicht so schlecht bestellt. Gerade viele ältere Kunden nahmen das Sortiment gern an, das von Shampoo über CDs bis zu Süßigkeiten reicht. Seit etwa 1989 gab es die Filiale an der Hauptstraße, dort sind derzeit drei Mitarbeiterinnen beschäftigt, eine in Vollzeit und zwei in Teilzeit. Wie ihre Zukunft aussieht, ist nicht klar, zu groß ist die Unsicherheit, ob eine geplante Transfergesellschaft etwas retten kann – Abwarten ist derzeit die Devise. Inzwischen wurden schon Kündigungen ausgesprochen. Jetzt ist in dieser Woche flugs der Ausverkauf der Waren angesagt, bevor sich schon am Samstag die Tore schließen. Das wird sicher auch der Vermieter des Gebäudes bedauern, Ladenflächen sind in Groß-Felda nicht leicht zu vermarkten. Und auch die Kunden finden es schade, dass die Filiale schließt.

»Wir haben schon vor einiger Zeit ein Schreiben an Schlecker geschickt, um die Schließung zu verhindern«, sagte Bürgermeister Dietmar Schlosser auf Anfrage der AZ. Und das obwohl Groß-Felda zunächst gar nicht auf der »roten Liste« gestanden habe. Dennoch habe man es für richtig gehalten, rechtzeitig deutlich zu machen, welchen Verlust der Weggang des Drogerie-Discounters für die Gemeinde, die Beschäftigten und die Kunden bedeutet. »Wir hätten uns sehr gewünscht, dass der Standort bleibt,« so Schlosser, er gesteht aber ein, dass der Einfluss auf Insolvenzverwalter und Konzern gering ist. In dieser Woche soll im Namen von Gemeindevorstand, Ortsbeirat und Beschäftigten noch ein weiterer Brief in Richtung Schlecker-Insolvenzverwalter gehen, um zu bekräftigen, wie wichtig der Standort für die Gemeinde ist. »Groß-Felda ist mehr und mehr als Grundversorgungszentrum gefährdet,« befürchtet der Bürgermeister.

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