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Baubeginn für Wasserleitung nach Schellnhausen, v. li.: Bernd Pörner (Bauhof), Bürgermeister Schlosser, Bauunternehmer Bodo Fritzges, Stephan Wahl (Bauhof). (pm)

Schellnhausen kommt in Wochen ans Wasser-Netz

Feldatal (jol). In sechs Wochen ist ganz Schellnhausen am Netz - wenn alles glatt geht. Die 880 Meter lange Wasserleitung für den Weiler, der ein Ortsteil von Groß-Felda ist, kostet rund 125000 Euro.

Am gestrigen Montag setzten voller Optimismus Bürgermeister Dietmar Schlosser, Tiefbau-Unternehmer Bodo Fritzges und Bauhof-Mitarbeiter den ersten Spatenstich für das Bauprojekt der Gemeinde. Dabei ist der Arbeitseinsatz des Bauhofs mit eingerechnet. Wie Schlosser mitteilte, wird zunächst bis zur Bundesstraße gebaut, danach erfolgt der Anschluss der Häuser auf der anderen Seite des Asphaltbandes.

Die Kosten für die Baumaßnahme tragen alle Hauseigentümer in der Gemeinde mit, da in diesem Fall die Globalabrechnung greift. Zusätzlich tragen die Schellnhäuser mit einem "Schaffensbeitrag" zum Haushalt der Gemeinde bei: Dieser Beitrag wird von Hauseigentümern verlangt, deren Gebäude erstmals an die Wasserleitung angeschlossen werden. Da künftig das Wasser aus dem Au-Brunnen gepumpt und über den Hochbehälter Ermenrod in die Leitungen gelangt, müssen die Schellnhäuser sich gleichsam in diesen Teil der Wasser-Infrastruktur "einkaufen". Der Schaffensbeitrag variiert je nach Grundstücksgröße zwischen rund 2000 und über 10 000 Euro.

Debatte um alte Leitungen

Zur Erinnerung: Die Wasserleitung in Schellnhausen wird neu an das Gemeindenetz angeschlossen, weil im Dezember vergangenen Jahres ein Lastwagenfahrer mit seinem Brummi in das Pumpenhaus des Weilers geschliddert ist und die Anlage zerstört hat. Seither wird der Weiler mit seinen wenigen dutzend Häusern über eine Not-Wasserleitung versorgt. Den Unfall nahm die Wassergemeinschaft zum Anlass, den bisherigen Brunnen stillzulegen und die Pumpe nicht zu erneuern, sondern den Anschluss ans Wassernetz der Gemeinde zu betreiben. Dabei spielt eine Rolle, dass Schellnhausens Brunnen knapp unter der Erdoberfläche liegt und schnell verschmutzt. Zudem müsste eigentlich eine Wasserschutzzone ausgewiesen werden, was zum Beispiel Öltanks im Nahbereich ausschließt.

Nach längerer Debatte mit der Gemeindevertretung sprach sich die Wassergemeinschaft Schellnhausen für den Anschluss aus. Streitpunkt bis zuletzt war die Übergabe des Leitungsnetzes im Ort. Die Gemeinde wollten die Leitungen zum Buchwert 1 Euro übernehmen, was die Wassergemeinschaft verweigerte - auch deshalb, weil die Hauptleitung zum Teil unter Privatgelände verläuft und nicht vertraglich abgesichert ist. Deshalb werden nun neue Leitungen gelegt, auch um rechtliche Klarheit zu haben.

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