Richtiger Schnitt bringt schönes Obst

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Junge Obstbäume sind wie Kinder, sie brauchen "Erziehung", wenn sie im Leben etwas werden sollen. Das sagte Fachwart Manfred Schlosser aus Kestrich beim diesjährigen Baumschnittlehrgang in Groß-Felda am Badeteich in der Trockenau. Über 20 Interessierte waren dem Aufruf des Obst- und Gartenbauvereins gefolgt.

Junge Obstbäume sind wie Kinder, sie brauchen "Erziehung", wenn sie im Leben etwas werden sollen. Das sagte Fachwart Manfred Schlosser aus Kestrich beim diesjährigen Baumschnittlehrgang in Groß-Felda am Badeteich in der Trockenau. Über 20 Interessierte waren dem Aufruf des Obst- und Gartenbauvereins gefolgt.

Der Angelverein hatte die jungen Bäume vor einigen Jahren als Ersatz für die uralten Apfelbäume an der Trockenauer Straße angepflanzt und darauf geachtet, dass alte und robuste Sorten verwendet wurden. Darunter sind unter anderem Roter Boskop, Kaiser Wilhelm, Gravensteiner, Schafsnase und Gelber Edelapfel.

Nun war es wieder einmal an der Zeit, einen zweiten "Erziehungsschnitt" vorzunehmen. Der Erziehungsschnitt bei Obstgehölzen ist eine wichtige Maßnahme für den Aufbau eines jeden Obstbaumes mit Rundkrone. Nur mit konsequentem Schnitt der Jungbäume kann eine stabile und lockere Krone mit vielen Seitenästen aufgebaut werden, die später das Gewicht der Früchte aushalten kann. Dieser Schnitt ist die Grundlage für einen Baum, der lange leben und gut tragen soll, erläuterte der Fachwart. Der Erziehungsschnitt wird ab dem zweiten Standjahr durchgeführt und endet, wenn die Leitäste mit genügend Seitenästen aufgebaut sind. Er ist die Fortführung des Pflanzschnittes, der meistens schon beim Kauf von der Baumschule durchgeführt wird.

Was man bei jüngeren Bäumen noch macht, ist, dass man die Leitäste und Stammverlängerung etwa um ein Viertel einkürzt, um die Verzweigung zu fördern. Sollten manche Leitäste zu steil stehen, dann empfiehlt es sich, einen langen und geraden Ast zu nehmen und die Enden keilförmig einzuschneiden. Alternativ kann man ihn mit dicker Schnur, die nicht einschneidet, herunterbinden. In einer kleinen Werkzeugkunde gab der Fachwart einen Überblick über die Geräte, die man im Rahmen eines Baumschnittes einsetzt.

Üben bringt Sicherheit

Von der Rosenschere über die Astschere und Baumsäge bis zum Hochentaster erläuterte Schlosser die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ausstattungsvarianten. Wer Obstbäume hat, egal ob Kern- oder Steinobst, will schönes, gesundes Obst ernten. Dazu ist es notwendig die Bäume zu schneiden und zu pflegen. Dafür sind solche Schnittlehrgänge und ein kontinuierlicher Besuch besonders wichtig. Hier hilft nur Routine. Fachbücher helfen zwar auch weiter, aber nur die Praxis bringt die erforderliche Sicherheit für den Baumschnitt. Um diese zu bekommen, machten sich die Teilnehmer unter der Anleitung von Manfred Schlosser ans Werk. Nach dem Schneiden zeigte der Fachwart den Teilnehmern die Anpflockung der jungen Bäume. Schlosser lud auch zum Sommerschnitt-Lehrgang ein und wünschte sich, dass die heutigen Teilnehmer auch ihre Kinder oder Enkel schicken. Zum Ende reichten Mitglieder des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins noch Kaffee und Kuchen. Der Vorsitzende Alwin Werth bedankte sich bei Schlosser für dessen Ausführungen.

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