Leipzig und nicht die USA

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Zwischen Erinnerungen an die jüdischen Feldataler und "Owerhessisch schwetze" bewegt sich die Arbeit des Vereins Historisches Feldatal. Das zeigte sich in der Mitgliederversammlung des rührigen Vereins dieser Tage im Gemeinschaftshaus Kestrich. Im Rückblick erinnerte Vorsitzender Ernst Uwe Offhaus an mehrere Veranstaltungen in der alten Synagoge Kestrich in Kooperation mit dem Verein "Kulturnacht".

Zwischen Erinnerungen an die jüdischen Feldataler und "Owerhessisch schwetze" bewegt sich die Arbeit des Vereins Historisches Feldatal. Das zeigte sich in der Mitgliederversammlung des rührigen Vereins dieser Tage im Gemeinschaftshaus Kestrich. Im Rückblick erinnerte Vorsitzender Ernst Uwe Offhaus an mehrere Veranstaltungen in der alten Synagoge Kestrich in Kooperation mit dem Verein "Kulturnacht".

Gespräche führte er mit Vertretern des Naturkundemuseums Senckenberg in Frankfurt. Dort untersucht man, wie viele Pflanzen, die in einer alten Kartierung des Vogelsbergs verzeichnet sind, heute noch zu finden sind. "Viele Pflanze sind ausgestorben, weil sich die Bewirtschaftung geändert hat", erläuterte Offhaus. Die frühe Mahd verhindere, dass seltene Pflanzen eine Chance haben, Samen auszubilden.

Broschüre zum "Feldataler Platt"

Er hat 36 Anfragen zur Geschichte von jüdischen Familien bearbeitet. Nach vielen Hinweisen von Nachfahren aus den USA plant Offhaus die Neuauflage seines Buchs über die jüdischen Familien Kestrichs. "Ich muss es aber komplett umschreiben." Er ist noch auf der Suche nach Sponsoren. Es gab zudem Anfragen von Forschern, viele wollten Informationen haben, sie geben aber selbst nicht viel preis, sagte Offhaus.

Es habe sich zum Beispiel ein Herr Goldenberg aus Leipzig gemeldet, der die NS-Zeit überlebt hat. Er war von einem Forscher als Auswanderer in die USA aufgelistet worden, was korrigiert werden muss. Im Kontakt ist Offhaus mit einer Familie Esch, deren Vorfahren eine Familie Römer aus Feldatal war. Erfreulich sei, dass immer wieder Gruppen aus dem Wanderweg "Judenpfad" unterwegs sind. Eine Besucherin regte an, die Schilder vom Moos zu befreien, das sich gebildet hat. Sorge bereitet Offhaus das Archiv, das Staatsarchiv Darmstadt bietet an, Unterlagen der evangelischen Gemeinde zurückzugeben, wenn die Lagerung geklärt ist. Doch im Archiv sei wenig Platz und es kommen regelmäßig Zeitungsberichte hinzu. "Eigentlich brauchen wir einen Archivar."

Aus der AG Mundart berichtete Erich Seim, dass er weiter an einer Broschüre zum "Feldataler Platt" arbeitet. Inzwischen hat er schon gut 600 Begriffe erfasst. Zuletzt nahm er Dorfnamen aus Groß-Felda auf. Er erfreute in der Versammlung mit einem Gedicht "Vergesst des owerhessich schwatze net".Mit einem zufriedenstellenden Ergebnis der Kasse wartete Rechner Walter Stein auf. Prüfer Horst Bernhardt hatte nichts zu beanstanden. Als weiterer Kassenprüfer wurde Gerhard Ditsch gewählt. Der Verein hat 62 Mitglieder. Offhaus kündigte an, dass er einen Vortrag in der Sternwarte vereinbaren will.

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