Klatschen zur "Kalinka"

Feldatal-Groß-Felda (ts). Längst ist der Kinderchor "Kalinonka" aus dem ukrainischen Städtchen Nemeschajewo im Feldatal ein Begriff. Die Jungen und Mädchen aus der Nachbarstadt von Tschernobyl schafften es auch bei ihrem dritten Auftritt in der Groß-Feldaer Kirche ihr dankbares Publikum in den Bann zu ziehen.

Feldatal-Groß-Felda (ts). Längst ist der Kinderchor "Kalinonka" aus dem ukrainischen Städtchen Nemeschajewo im Feldatal ein Begriff. Die Jungen und Mädchen aus der Nachbarstadt von Tschernobyl schafften es auch bei ihrem dritten Auftritt in der Groß-Feldaer Kirche ihr dankbares Publikum in den Bann zu ziehen. Es war schon eine Freude, die rund 25 Kinder winkend und tanzend in ihren Trachten mit einem Begrüßungslied in die nahezu vollbesetzte Kirche einziehen zu sehen. Die Begeisterung der Kleinen sprang sofort auf die Zuhörer über. Pfarrerin Susanne Gessner freute sich über den erneuten Besuch von "Kalinonka" und hieß die Gruppe sehr herzlich willkommen.

Der 2. Vorsitzende Rolf Weyhrauch vom Förderverein Deutsch-Ukrainische-Freundschaft stellte die Gruppe um Alexey und Taisia Resnik kurz vor und versprach einen kurzweiligen Abend. Begleitet von einem Akkordeonspieler und Rhythmus-Instrumenten eroberten die Kinder von "Kalinonka" mit stimmungsvollen, manchmal auch melancholischen Liedern und Tänzen die Herzen der Zuhörer im Fluge. In ihren wunderschönen Originaltrachten spürte man bei jedem Lied, bei jedem Tanz die Begeisterung und Hingabe der kleinen Künstler.

Zwischen den Liedern und Tänzen erläuterte Dolmetscher Vlato die Texte und erklärte, was Tänze und Lieder sinnbildlich vorstellen sollten. Dabei spielten die Jahreszeiten und die Natur eine wichtige Rolle. Die Erwartung der Zugvögel, das Grün der Bäume, das junge Gras, die Ankunft der Kraniche wurden besungen und gespielt. Auch ein Dorffest und die Liebe spielten eine wichtige Rolle. Die Jungs traten erstmals mit einem Matrosenkinderlied und einem Matrosentanz als Solisten auf. Es handelt sich bei den Darbietungen überwiegend um ukrainisches Volksgut. Die Trachten, die die Kinder tragen, sind teilweise über 100 Jahre alt und wurden bereits von Großeltern und Urgroßeltern getragen. Farben und Motive kennzeichnendie unterschiedlichsten Regionen der Ukraine.

Die Initiatoren der Gruppe, Alexey (verantwortlich für die Choreographie), und Taisia (verantwortlich für die Texte und den Gesang), sind bemüht, durch Besuche auf dem Land alte Lieder und Traditionen aufzuspüren und diese mit den Kindern umzusetzen. Diese unermüdliche Arbeit wurde in diesem Jahr auch von höchster Regierungsstelle gewürdigt. Sie erhielten vom Ministerpräsidenten die Auszeichnung "Lehrer der Ukraine".

So gleicht kein Auftritt von "Kalinonka" dem anderen. In allen Liedern kam der Stolz auf die Heimat zum Ausdruck. Es gibt aber auch ein Erinnerungslied an die Reaktorkatastrophe vor 22 Jahren. Jede Darbietung der Gruppe wurde mit spontanem Beifall bedacht und die fröhlichen Rhythmen übertrugen sich immer wieder auf die Zuhörer. "Kalinonka" forderte auch die Besucher zum Mitsingen auf.

Beim Klassiker "Kalinka" klatschen alle in der Kirche kräftig mit. Am Ende des Abends durfte sich die Truppe ohne Zugabe nicht verabschieden. In zwei Jahren werde man sich wiedersehen, so Rolf Weyhrauch in seinen Schluss- und Dankesworten. Im Anschluss hatten die drei Kirchengemeinden die Kinder mit ihrem Betreuerstab ins benachbarte Gemeindezentrum zu Imbiss und Getränken eingeladen und hier wurden bereits Pläne für 2010 geschmiedet.

"Kalinonka" wird noch einige Zeit im Vogelsbergkreis bleiben. Das nächste Konzert findet am 25. Juli um 19.30 Uhr in Eifa statt. Weitere Konzerttermine sind der Tagespresse zu entnehmen. Die Zeit zwischen den Auftritten verbringen die Kinder bei ihren Gastfamilien.

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