In der Natur entspannen

  • vonHerbert Schott
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Feldatal-Kestrich (hso). Eine der Grundlagen des Flurbereinigungsverfahrens von Windhausen in Richtung Kestrich ist die Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Dazu gehören zu einem großen Teil die Sicherung der Kulturlandschaft und der Erhalt von schützenswerten Landschaften und Landschaftsteilen.

Bei Flurbereinigungsverfahren geht es heute nicht nur um Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen, sondern auch um die nachhaltige Entwicklung ländlicher Gebiete. Diesen Aufgaben stellt sich auch die Gemeindevertretung von Feldatal seit 2003 und startete mit einer Informations- und Aufklärungskampagne zum Flurbereinigungsverfahren.

Es folgte die Einrichtung einer Projektgruppe zur Erarbeitung der Neugestaltungsplanung. Maßgeblich beteiligt waren unter anderem Gartenbauingenieurin Kerstin Wahl aus Groß-Felda und Hubert Klaus aus Kestrich, die sich besonders der Neuanlage eines Baumlehrpfades widmeten. Dieser entsteht nun zwischen Windhausen und Kestrich mit dem Einstieg gegenüber des Kestricher Friedhofes. Für mehr Vielfalt in der Gemarkung sollen die Heckenzüge durch Ergänzungspflanzungen gesichert werden.

Wacholder und Holunder

Solche Pflanzungen, besonders die Neuanlage eines Baum- und Naturlehrpfades, wurden bereits im Herbst/Winter 2020/21 vorgenommen. Hier wurde besonders auf die Artenvielfalt bei den Bäumen geachtet. Bei jedem Baum und Strauch handelt es sich um eine andere Art. Insgesamt wurden über 50 Bäume und Sträucher verpflanzt.

Zur Verwendung kamen Apfel-, Kirschen- und Birnenhochstämme, Hochstammsorten wie Kastanie, Hängeblutbuche und Walnuss und auch weitere Sorten wie Mispel, Blutpflaume, Wacholder, Haselnuss und schwarzer Holunder. Anfang Dezember hatte Bürgermeister Leopold Bach die Bürger aufgerufen, sich an der Gestaltung des Projektes Baum- und Naturlehrpfad mit Ideen und tatkräftiger Beteiligung einzubringen.

Aktuell nimmt das Projekt richtig Fahrt auf. Überall sieht man fleißige Helferinnen und Helfer werkeln. So entsteht gerade eine Feldholzinsel. Das gilt auch für den Aufbau einer Trockenmauer. Manuel Günzel aus Feldatal hat neun Schautafeln zu naturkundlichen Themen in Arbeit und fast fertiggestellt. Diese sind mit einem QR-Code versehen, von wo man auf die Website der Gemeinde Feldatal gelangt.

Thomas Stockmann aus Windhausen hat die dazugehörenden Befestigungshäuschen gebaut. Rudi Falk steuert der Aktion zehn Nistkästen für die unterschiedlichen Vogelarten bei, und überall wurden Blühstreifen hergerichtet.

Im Rahmen des Insektenschutzprogrammes des Vogelsbergkreises sollen nun in den nächsten Tagen 3000 Quadratmeter eingesät werden.

Sitzgruppen und »Outdoor- Relax-Liegen« finden in Kürze ihren Weg ins Freie und laden die Spaziergänger zur Rast und Entspannung ein. Auch der Bau einer Schutzhütte ist geplant, ist aus dem Rathaus zu hören.

Sitzgruppen und Outdoor-Liegen

In der vergangenen Woche wurde ein großes Insektenhotel aufgestellt und wartet neben einem Blühstreifen auf Besucher. Bernd Klaus aus Kestrich ist der Erbauer. In rund 50 Stunden hat er in den Räumen der Schreinerei Künstler Holzteile gesägt, gehobelt, verleimt und verschraubt. In den »Hotelzimmern« befinden sich verwittertes Holz, Moos, Schilf und viele weitere Materialien. Der Erbauer, eingefleischter Eintracht-Frankfurt-Fan, verewigte sich in einem Zimmer mit einer Eintracht-Plakette.

Bürgermeister Bach bedankte sich mit Hubert Klaus aus Kestrich bei Bernd Klaus für dessen Einsatz für das Projekt. Er sehe in dem Projekt für die Gemeinde eine Menge Potenzial und denke dabei schon in die Zukunft, etwa an geführte naturkundliche Wanderungen oder einen familiengerechten Rundwanderweg.

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