Die erste Röhre mit Technikkammer schwebt ein. Zuschauer beobachten das Spektakel am Ortsrand von Windhausen. FOTO: HSO
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Die erste Röhre mit Technikkammer schwebt ein. Zuschauer beobachten das Spektakel am Ortsrand von Windhausen. FOTO: HSO

Hochbehälter-Rohre schweben ein

  • vonHerbert Schott
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Feldatal-Windhausen(hso). Im Feldataler Ortsteil wurde in diesen Tagen mit dem Bau des neuen Hochbehälters begonnen. Dadurch dürfte die Wasserversorgung für die Bevölkerung für die nächsten Jahrzehnte gesichert sein - und auch der Brandschutz.

Am Tag, als die beiden großen Rohre für das neue Bauwerk auf zwei Tiefladern angeliefert wurden und mittels eines Schwerlastkrans an Ort und Stelle gebracht wurden, fanden sich einige Schaulustige an der Baustelle ein. In der Frühe blies ein kräftiger kalter Wind, der das Vorhaben zwar nicht beeinträchtige, aber die Zuschauer frösteln ließ. Die Anmerkung einer Zuschauerin: "Wir sind hier in Windhausen, und der Ortsname macht dem Dorf alle Ehre."

Auch die Wasserversorgung in Windhausen hat eine durchaus interessante Geschichte. 1896 wurde die Feuerwehr Windhausen gegründet, und für diese war im Brandfall die Bekämpfung der Feuer recht schwierig. Mit dem Bau des Hochbehälters in 1906 erhielt Windhausen eine zentrale Wasserversorgung, woraus sich auch für die Feuerwehr eine günstigere Situation ergab.

1954 wurde im Ort eine neue Quelle erschlossen, die den Hochbehälter speiste. Beim Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses wurde extra für den Brandschutz unterhalb des Gebäudes eine Wasserzisterne gebaut. 1984 wurden die Wasserleitungen im Dorf erneuert, und von da an wurde Windhausen komplett mit Wasser aus dem eigenen Brunnen versorgt. Zwischenzeitlich war der Hochbehälter von 1906 in die Jahre gekommen, er war undicht und entsprach nicht mehr den vielfältigen neuen Bestimmungen. So entschloss man sich zum Neubau, der im Haushalt der Gemeinde mit 250 000 Euro seinen Niederschlag fand.

25 000 Euro gespart

Die Fertigung des neuen Behälters erfolgte durch die Firma Hawle in Freilassing, er wurde aber über den Tiefbauhandel Muffenrohr in Moritzburg bezogen. Dadurch konnten beim Kauf 25 000 Euro an Kosten gespart werden, erläuterte Bürgermeister Leopold Bach beim Setzen der Röhren.

Die Rohre und Leitungen kommen von der Firma Fritz aus Reiskirchen. Vorher hat die Firma Fritzges aus Schotten die Baggerarbeiten und der Bauhof der Gemeinde die Entwässerungsarbeiten erledigt. Danach wurde die Grube entsprechend für die Verlegung vorbereitet.

Es war ein Schauspiel, als am Morgen die ersten Rohre des neuen Hochbehälters mittels des Lastenkrans über die Baumwipfel gehoben wurden und an ihrem Bestimmungsort einschwebten. Gekonnt und mit viel Fingerspitzengefühl brachten der Kranführer und das Montageteam das riesige Teil schließlich an seinen Bestimmungsort. Mittags meldete Bauhofleiter Stephan Wahl Vollzug: "Alles sitzt und ist verschweißt." Beide Röhren haben ein Fassungsvermögen von jeweils 50 Kubikmetern und in der Mitte der beiden Röhren befindet sich die Technikkammer, von wo die Wasserversorgung komplett gesteuert wird. Die Inbetriebnahme wird noch etwas dauern; es muss neben der Versorgungstechnik noch die Logistik für den Anschluss an die einzelnen Haushalte installiert und geplant werden. Schließlich sollen die Bürger nicht zu lange auf Wasser aus dem neuen Hochbehälter warten müssen. Für den Brandschutz besonders wichtig ist, dass der alte Behälter ausschließlich für die Versorgung von Löschwasser zur Verfügung steht, außerdem noch ein Oberflurhydrant und im Extremfall auch der am Ortsrand gelegene sogenannte Fortteich.

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