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Geplant: Windvorranggebiete bei Groß-Felda (5215, 5122) und Zeilbach (5134).

Gemeindevertreter zeigen Einsatz für Windkraft

Feldatal (jol). Drei Windkraftanlagen bei Zeilbach und mehrere bei Groß-Felda, dazu unverhoffter Geldsegen für drei Kilometer Feldweg bei Stumpertenrod beschäftigen die Gemeindevertreter Feldatals am Donnerstag.

Nach dem siegreichen Spiel der deutschen Nationalelf brachte das Kommunalparlament eine Erweiterung des Windpark "Am Biehnes" zwischen Zeilbach und Ober-Ohmen auf den Weg. Dort sollen, wie Planer Frank Geisler erläuterte, drei weitere Anlagen mit Masthöhe 140 Metern errichtet werden. Die Voruntersuchungen und Gutachten seien erstellt, bei der Parlamentssitzung in im Gemeinschaftshaus Zeilbach ging es nun um den Entwurf für den Teilflächenutzungsplan in diesem Bereich. Nächster Schritt ist die Offenlegung des Plans.

Die Firma Renertec plant den Bau von drei Anlagen über ein Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz BImSchG. Ein Knackpunkt ist, dass eine der Anlagen 980 Meter vom Baugebiet Gehocksäcker entfernt liegt, das unterschreitet die vorgegebene 1000-Meter-Grenze zur Wohnbebauung. Deshalb lehnten die CDU-Abgeordneten den Auslegungsbeschluss ab, FWG, SPD und AUF stimmten zu. Geisler sagte, es gebe aus Naturschutz-Sicht keine Bedenken, das hätten Gutachten ergeben. Die Planung sei mit dem Regierungspräsidium Gießen abgestimmt. Die dritte Anlage könne zum Schutz der Zeilbacher vor Geräuschen mit einer Abschaltautomatik für bestimmte Windrichtungen ausgerüstet werden.

Peter Weiß (AUF) wandte sich scharf gegen ein ablehnendes Votum der Stadt Ulrichstein. Die Ulrichsteiner hätten ihre Windenergieanlagen "genau auf die Gemarkungsgrenze zu uns gelegt", die Ablehnung gegen Feldataler Interessen sei "eine Frechheit".

Die zweite Debatte entzündete sich an den geplanten Windkraftbereichen Markhohl und Wolfhain. Markhohl (5215) umfasst meist private Flächen, die Gemeinde ist nur mit der Erdaushubdeponie drin. Im Bereich Wolfhain (5122) geht es um vier Anlagen, die auf Gemeindeland entstehen können, dazu weitere im Landeswald. Entschieden werden muss nun, ob als Projektierer die Firma wpd oder Renertec beauftragt wird. Im Gemeindevorstand wurde länger über die Angebote der beiden Firmen beraten, am Ende gab es eine knappe Entscheidung. Die Gemeindevertreter einigten sich darauf, im Hauptausschuss ohne Öffentlichkeit über Vertragsdetails zu sprechen. Dann soll die Gemeindevertretung entscheiden und vor Abschluss eines städtebaulichen Vertrags gibt es eine Bürgerversammlung. Im Parlament sprach sich Vorstandsmitglied Hans-Werner Völzing deutlich für einen Bewerber aus, der über die Laufzeit von 20 Jahren deutlich mehr Gewerbesteuer und Mindestpacht zahlen wolle.

Eigentlich wollte die FWG schon am Donnerstag über den Projektierer abstimmen, wie Marcus Görig forderte. Markus Schwalm (FWG) meinte gar, wenn er sich in seinem Unternehmen so viel Zeit für Debatten und Entscheidungen lassen würde, wäre er schon pleite. Ralf Bunn (CDU) aber wollte die Beratung im Ausschuss und Hubert Klaus (SPD) sagte, man solle nicht "mit heißer Nadel" einen Beschluss stricken. Bei drei Enthaltungen und einem Nein aus der FWG ging das Thema in den Ausschuss.

Einhellige Freude herrschte über die Aussicht über erhebliche Landesmittel für den Ausbau von drei Feldwegen. Drei Kilometer Feldweg für 40000 Euro, "so günstig bekommen wir das nie mehr", freute sich Karl-Friedrich Dörr (CDU). Das Geld stammt aus Mitteln für die Flurneuordnung Stumpertenrod. Die Jagdgenossenschaft hat signalisiert, 22000 Euro beizusteuern. Die Gesamtkosten betragen rund 310000 Euro, der Gemeindeanteil ist auf 40000 E begrenzt, die über einen zinsfreien Kredit abgedeckt werden sollen. In der Abstimmung gab es ein Nein aus der FWG. Eine dann entstehende "Lücke" von 70 Metern Feldweg in der Gemarkung Köddingen soll in Kooperation mit der Jagdgenossenschaft asphaltiert werden, der Gemeindeanteil soll bei 2500 Euro liegen. Dagegen stimmten zwei FWG-Vertreter.

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